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Die Welt · 1907-12-27 · 52 (27.12.1907) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
52 (27.12.1907)
Date
1907-12-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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DIEHqEELT No. 52 Humanität mehr gefördert durch das Leben eines Ministers im barbarischen Pßrserreiche, als durch die Errettung eines ganzen Volkes? Oder sollte nur in Persien die Humanität gelten, in Rußland und Rumänien aber die Neutralität? Ganz wie der Chasan den Niggun macht? . Auf diese Frage hat England seine Antwort bereits gegeben. Wir lesen ja in den Zeitungen, da!3 der persische Ministerpräsident, berechtigt ist, einen hohen englischen Orden zu tragen, einen Talisman. Die . englische Regierung hat ein „K'nieie- Recht" .und wir-i Juden sollten aus dieser Geschichte eine Lehre ziehen.; :-.Wozu;.braucheq die Territorialisten und,Zionisten sich um■..-eiiv Land zu bewerben? Die Gewinnung eines Territoriums ist ja :eine sehr kostspielige Sache. Sollten wir nicht lieber, bei den europäischen Regierungen um hohe Orden anhalten, die ja eher imstande sind, Leben und Existenz zu beschützen! Und, wenn wir schon einmal lernen, so „lernen" wir weiter. Hat das jüdische Volk nicht auch das Recht, einen hohen Orden zu tragen? Und warum soll es. ein,geistigef, Orden in Lebensgefahr nicht schützen? Die Judenfrage ist eine weltumspannende Frage, eine jener Fragen von denen , es heißt, daß sie unbeantwortet bleiben . . . bis die Erlösung . .:.; - Und die Chassohim der europäischen Großmächte singen weiter. Und wie der Chasan den Niggun macht, antwortet „Kai" und sagt „Omen" . . bis das jüdische Volk erwacht und einen neuen Niggun anstimmt. Amsterdam. Dr. Herl ^VUS DER BEWEGUNG I Zur gefl. Beachtung! Von heute ab sind die Bureaulokalitäten des Zionistischen Zentralbureaus, der Redaktion und Expedition der „Welt", der Redaktion und Expedition des „Ha'Olam", und des Jüdischen Verlages mit den Lokalitäten des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds vereinigt. Die Adresse aller genannten Bureaus lautet: Köln, Karolinger ring 6. Die Telefonnummer 4523 und Telegrammadresse „Orghip" bleiben unverändert Tagesordnung der Sitzung des Großen A. C. - Nachstehend geben wir die Tagesordnung für die Sitzung des Großen Aktions - Komitees am Montag, den 6. Januar, vormittags 10 Uhr, in Berlin im Savoy-Hotel bekannt: 1. Bericht des B. A. C. 2. Palästinaamt 3. Schekel 4. Parteifonds 5. Bildung neuer Föderationen 6. Einberufung der Jahreskonferenz 7. Eventualia Köln, den 27. Dezember 1907 Das. Aktions-Komitee: David Wolffsohn. Deutschland Leipzig. Donnerstag den 12. d., veranstaltete die zionistische Ortsgruppe im „Bonorand" ihre Makkabäerfeier. Die Festrede hielt Herr Dr. Julius Becker-Berlin. Statt des sonst üblichen Tanzes erfreute dann Herr Fritz Richard, Regisseur am „Deutschen Theater" in Berlin, die zahlreich erschienenen Gäste durch Rezitationen aus der jungjüdisehen Literatur. < r Posen: In der am 14. d. Mts. stattgehabten gutbesuchten Ortsgxuppenversammlung. erstattete zunächst der Vorsitzende, Herr Dr. Köllen scher, den Pressebericht, der besonders den Bericht des Präsidenten in der jüngsten Sitzung des E. A. C. von dessen Reise nach Konstantinopel zum Gegenstand hatte. Zu den allgemein politischen Fragen der neueren Zeit — soweit sie die Juden berühren — übergehend, bedauerte Redner die schwankende, zum Teil entschieden falsche Haltung der Juden jn Deutschland gegenüber der Enteignungsvorlage und dem Vereinsgesetz. . In der Gefolgschaft des Liberalismus begnügen sich die führenden Juden mit dessen lauer Stellungnahme gegenüber diesen, die nationale Minderheit der Polen bedrückenden Ausnahmegesetzen, ohne Verständnis für die Gefahren, die diese ihnen selbst bringen könnten. In einem besonderen Referate berichtete alsdann Herr Dr. Jeremias über die Verhandlungen zwischen dem Genieindevorstand und dem Kuratorium der vonZionisten begründeten Lesehalle. Breslau: Der bei dem Chanukkafeste erzielte Überschuß wird in folgender Weise verteilt werden: Hebräisches Gymnasium in Jaffa 500,— Jl, Misrachi-Mittelschule 140, - 36 Ölbäume 216,--- J/, Brotteuerung in Palästina 1$0,—^ Diskinsches Waisenhaus, Jerusalem, 80,— Ji, Morris Rosenfeld, Tantieme für ein Gedicht 20,— JL, Summa 1106,— JL Österreich Zloczöw: Am 17. d. M. veranstaltete der hiesige Zion-Verein einen Makkabäerabend. Fast die ganze jüdische Bevölkerung nahm daran teil. Krakau: Wie alljährlich, hat auch in diesem Jahr auf Anregung der akademischen Verbindung „Hasmonäa" (Przedswit) im hiesigen städtischen Konzertsaale eine große Makkabäerfeier stattgefunden. Ein bei 1000 Personen zählendes Publikum hatte den Saal bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Reichsratsabgeordneter Gen. Stand Welt die Festrede. Brüx. Sonntag den 8. Dezember, veranstaltete der Jüdische Volksverein „Zion" in Brüx eine Makkabäerfeier, die sehr gut besucht war. England Die Provinzialvereine zeigen nach wie vor eine rege Tätigkeit. In Manchester sprach Professor Hogg von der Universität Manchester in der zionistischen Vereinigung über das Thema: „Hanimurabbi und Abraham". In Dublin fand ein allgemeines Meeting statt, in der eine Resolution f ü r die Abänderung der Statuten angenommen wurde. Im Jewish Board of Guartfians in Edinburg wurde in öffentlicher Diskussion das Thema „Zipnismus gegen Sozialismus" debattiert. Ein Besuch des Herrn Dr. Pasmanik in Paris, Der hiesige zionistische Studentenverein lud neuerdings Herrn Dr. Pasmanik aus Genf zum Zwecke zionistischer Propaganda zu sich ein. Herr Dr. Pasmanik hielt, durch das in den Zuhörern geweckte Interesse veranlaßt, anstatt der in Aussicht gestellten drei Referate, fünf Vorträge. In seinem ersten Referat, das er vor der studierenden Jugend des „Quartier Latin" las, sprach Dr. Pasmanik über die verschiedenen Arten des jüdischen Nationalismus. Der Mensch, sowie jede Menschengruppe, führte der Vortragende aus, ist nicht nur ein Produkt der umgebenden materiellen Bedingungen, sondern gleichzeitig ein Produkt seiner eigenen geistigen Entwicklung.

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