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Die Welt · 1907-12-27 · 52 (27.12.1907) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
52 (27.12.1907)
Date
1907-12-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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6 DIE^ELT No. 52 lieh verschwindenden Wagen nach. Ihr Blick war müde und verklärt. Der Wagen, neben dem die zwei Fuhrleute schritten, wurde immer kleiner und kleiner . . . Auf dem weiten Wege, der sich wie ein staubiger Streifen zwischen den Feldern hinschlang, war nur noch ein schwarzer, undeutlicher Punkt zu sehen . . . Bald konnten die traurig-spähenden Judenaugen nur ein winziges Fleckchen in der Weite gewahren. Das Fleckchen bewegte sich langsam nach vorwärts, und je weiter es kam, desto kleiner wurde es . . . Bis es verschwand — Sie standen und schauten atemlos, bis nach einer langen Weile einer tief aufseufzte.-- Stille war es umher . . . Nur die Heupferdchen zirpten und die Mücken summten . . . Aktuelle Aufgaben der jüdischen Palästina-Bestrebungen an denen die Beteiligung, Interessen ahme und Mitarbeit des Publikums schon heute möglich und wünschenswert ist (Flugblatt, herausgegeben von der Pal.-Kommission) A. Geschäftliche Unternehmungen Palästina-Industrie-Syndikat mit beschränkter Haftung. — Zweck des Unternehmens: Vorbereitung, Einführung und Finanzierung von industriellen und anderen wirtschaftlichen Unternehmungen in Palästina und seinen Nachbarländern. — Geschäftsplan: Beschaffung informativer Materialien, Erwerbung von Konzessionen, Ausarbeitung von Projekten, Finanzierungen. — Die Kosten für die Vorarbeiten usw. des Syndikats werden den von ihm zu begründenden Einzelunternehmungen mit einem Gewinnaufschlag berechnet, fließen also bei jeder Einzelfinanzierung mit einem Überschuß an das Syndikat zurück. — Stammkapital: 100000 Mk. in Anteilen ä 1000 Mk., wovon noch einige frei sind. — Das Syndikat soll am 1. Januar 1908 seine Tätigkeit in Palästina beginnen. — Adresse: Palästina-Industrie-Syndikat mit beschränkter Haftung, Berlin W., Uhlandstr. 175. — Zahlstelle: A. H. Heymann & Co., Berlin NW. 7, Unter den Linden 59. Geutah. — Diese Gesellschaft verfolgt den Zweck, in Palästina Land zu kaufen. Bis jetzt hat sie bereits ca. 10000 Dunam Boden in jüdischen Besitz gebracht. Ihr Geschäftssystem beruht auf Ausgabe von Aktien ä 100 Rubel, die bisher fast nur in Rußland Käufer fanden. Es wäre zu wünschen, daß auch westeuropäische Juden sich an dieser hochwichtigen Unternehmung beteiligen, durch die recht wichtige Transaktionen in Palästina erfolgreich durchgeführt wurden. — Zuschriften an die Gesellschaft sind zu adressieren: Herrn M. Ussischkin, Odessa, Awtschinikow pereulok 12, oder an: Herrn M. Dizengoff, Jaffa, Palästina. Agudath-Netaim (Pflanzergesellschaft). — Der Zweck dieses Unternehmens ist: Land zu kaufen, zu verbessern und zu bepflanzen und in Parzellen an solche Personen zu verkaufen, die fertige landwirtschaftliche Kaufobjekte suchen, um sich im Lande niederzulassen. Auch übernimmt die Gesellschaft die Verwaltung landwirtschaftlicher Betriebe für solche, die sich durch Ratenzahlungen Pflanzungen anlegen wollen oder die, ohne sich in Palästina niederzulassen, dort einen landwirtschaftlichen Besitz erwerben wollen. — Geschäftsplan der Gesellschaft: Ausgabe von 100 Aktienserien ä 10000 Fr., zahlbar in 20 Halbjahrsraten ä500 Fr. — Stand: Seit der Gründung (Ende 1905J bis Mitte 1907 ca. 30 Mitglieder, von denen 4/6 in Palästina ansässig sind. Landbesitz ca. 2200 Dunam, wovon ein größerer Teil bereits bepflanzt. — Adresse für Zuschriften: Anglo-Palestine Company Ltd., Jerusalem (für Agudath- Netaim). B. Wohlfahrtsinstitute Arbeiter-Heimstätten-Genossenschaft. Die Heimstättengenossenschaft will in den jüdischen Kolonien in Palästina Häuser errichten, in denen jeder Arbeiter zu mäßigem Mietspreis ein Zimmer (für Familien zwei oder mehr Zimmer) finden kann. Die Bedeutung des Unternehmens liegt darin, ' daß die Verwendung jüdischer Arbeitskräfte in den Kolonien bisher auf Schwierigkeiten stieß, da es an Wohngelegenheit fehlte. Nicht nur fehlt es an Arbeiterhäusern, sondern es ist den Arbeitern vielfach auch unmöglich, bei den Kolonisten Quartier zu finden. Aus dem Mietspreis der zu erbauenden Häuser soll eine bescheidene Verzinsung des Kapitals der Genossenschaft erzielt werden, und es steht zu hoffen, daß mittels einer solchen geschäftsmäßigen Methode mit der Zeit dem Wohnungsmangel in allen Kolonien gesteuert werden dürfte. — Gleichzeitig soll möglichst auch dafür Sorge getragen werden, daß (abgesehen von dem kleinen Garten, der zu jedem Hause gehört) die Arbeiter Gelegenheit haben, für Gemüsebau usw. kleine Landstücke in der Nähe der Häuser gegen billige Pacht zu erhalten. — Der Mindestbeitrag ist 20 Mk. Zahlstellen sind der Jewish Colonial Trust, London, und das Bankhaus A. H. Heymann, Berlin NW. 7, Unter den Linden 59. Pflanzungsverein „Palästina". — Der Verein, begründet zu Berlin im Jahre 1906, will jedem Juden Gelegenheit geben, nomineller Besitzer und lebenslänglicher Nutznießer eines kleinen Fruchtgartens in Palästina zu werden. Gegen eine Zahlung von 80 Mk. läßt der Verein einen Dunam Land (1 Dunam 920 qm) mit Fruchtbäumen (Mandeln, Rosinen, Oliven, Aprikosen, Feigen, Zitronen, Orangen, Ethrogim usw.) bepflanzen, von deren Ertrag jedem ordentlichen Mitgliede des Vereins alljährlich eine Sendung von Früchten oder daraus hergestellten Erzeugnissen übermittelt wird. Die Mitglieder werden außerdem als lebenslängliche Eigentümer der von ihren Beiträgen bepflanzten Parzellen in das Vereinsbuch eingetragen, die Verwaltung usw. der Landparzellen steht dem Verein zu. — Der Verein beschäftigt ausschließlich jüdische Arbeitskräfte und hofft im Laufe der Zeit vielen Juden einen Erwerb bieten zu können. — Um auch weniger bemittelten Palästinafreunden die Möglichkeit zu gewähren, Mitglieder des Vereins zu werden, ist beschlossen worden, daß der Mitgliedsbeitrag auch in Raten bezahlt werden kann. Durch Zahlung von 20 Mk. wird man außerordentliches, nach Vollzahlung der 80 Mk. ordentliches Mitglied. Als Minimalzahlungen sind je 10 Mk. in den beiden ersten Jahren und je 6 Mk. in den folgenden 10 Jahren zu entrichten. Zahlstellen: Jewish Colonial Trust, London, und Bankhaus A. H. Heymann & Co., Berlin NW. 7, Unter den Linden 59. Ölbaumspende. — Diese Einrichtung hat den Zweck, immer größere Strecken Landes in Palästina unter Kultur zu bringen und somit den jüdischen Arbeitskräften Erwerbsgelegenheit zu bieten. — Die Pflanzung von Ölbäumen ist eine der sichersten und rentabelsten Baumkulturen des Landes. Einmal in richtiger Weise gepflanzt, behält der Ölbaum seine Ertragsfähigkeit durch Hunderte von Jahren und ist eine Reichtumsquelle für jedes Land, in dem er gedeiht. Palästina ist die Urheimat des Ölbaumes und auch heute noch eines der geeignetsten Länder für diese Kultur. — Die Ölbaumspende wird durch Einzahlungen von 6 Mk. pro Baum gebildet, welche Summe zur Pflanzung und zum Unterhalt eines Ölbaumes bis zur Selbsterhaltung durch seine Erträge genügt. Die später erzielten Überschüsse der Pflanzungen sollen zur Ausdehnung des jüdischen Ansiedlungswerkes sowie zu kulturellen Zwecken in Palästina verwendet werden. Bisher ist mit Hülfe der Ölbaumspende ein Ölbaumhain auf einem dem Nationalfonds gehörigen Terrain in Chedera angelegt worden, demnächst soll eine 100 ha große Anpflanzung unter dem Namen Herzl-Wald eingerichtet werden. C. Gemeinnützige Vereine Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit inPalästina. Die Gründung eines solchen Verbandes wurde im Sommer 1907 beschlossen und dürfte während des Winters 1907 08 durchgeführt werden. Die allgemeinen Aufgaben der neuen Organisation gehen aus dem Namen hervor. Die speziellen Aufgaben der nächsten Zukunft liegen innerhalb des folgenden Programms: Gründung von Haushaltungsschulen in Palästina. — Einrichtung eines Krankenpflegedienstes. — Fürsorge für Wöchnerinnen und kleine Kinder. — Erweiterung des Schulwesens und der Kindergärten. — Waisenpflege. — Einwanderungsfürsorge. — Einführung von Hausindustrie. — Errichtung eines Frauenheinis für Krankenschwestern, Lehrerinnen und andere gebildete Damen usw. — Die Organisation wird sich nach Landsmannschaften und Ortsgruppen gliedern und hat einen internationalen Vorstand mit dem Sitz der Zentrale in Berlin. — Der Mitgliederbeitrag beträgt mindestens 3 Mk. per Jahr. Durch einmalige Spende von mindestens 100 Mk. erlangt man immerwährende Mitgliedschaft. — Beiträge und Spenden werden von der Kassiererin, Frau J. Kann, Den Haag, Holland, von dem Jewish Colonial Trust, London, und von den Sammelstellen des

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