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Die Welt · 1907-11-29 · 48 (29.11.1907) · page 22

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
48 (29.11.1907)
Date
1907-11-29
Page
– (sequence 22)
Language
German
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24 WEDELT No. 48 MATTATHIA, DER VA1 Von M. .; Entweiht ist unser Heiligtum, — Judäa aus einer Freien zur Sklavin geworden! — Wie Donner rollten diese Worte über die Häupter der jugendhaften, wehrhaften Zuhörer. Mit weißem wallendem Haar, rollenden flammenden Augen, stolz und hoch aufgerichtet, stand Mattathia auf dem besonnten Hügel: wie ein Prophet, ein Held und Führer. Wozu sollen wir noch leben? Die fünf Heldensöhne in der ersten Reihe beugten -sich tiefer wie ein Mann, erschauernd und harrend» 'fiR DER MAKKABÄER S^herlag ' T ' " ' ■■! V ' .. ' ': .: ' . n Und der Feind rückte näher, vorläufig — der rWolf — im Schafspelz.; . r. Der syrische Aufseher Apelles, mit glänzendem ^Gefolge, blieb unweit des Hügels vor Modin stehen. ,Er sandte Boten in die Stadt und zu Mattathia mit der? Aufforderung, vor ihm zu erscheinen; Nicht lange, —;tmd es standen vor ihm : Mattathia mit seinen Söhnen und Anhängern, der Stadtälteste mit einigen Frömm-;iingen und ein Häuflein ängstlicher Gesellen, darunter -einer wie ein Grieche gekleidet. Und Apelles verkündete ihnen.seines Königs Befehl, C&CgDC§D äHS SOLOMON J. SOLOMON ÖLGEMÄLDE Familientyldnis Mit Todesmut kämpfen müssen wir! Nicht untätig verharren und träumen! Unser Land, unseren Glauben verteidigen bis zum letzten Blutstropfen! Und einig sein! Einig und mutig! Hinaus aus den Schlupfwinkeln! Auf die Feinde los! Unzählig sind sie, fremde und eigene. Diese sind die ärgsten . . . Fault ein Glied deines eigenen Körpers, so entferne es mit Messer und Brand! Ein Murren ging durch die Reihen. Einig — Brüder — seid ihr stark und trotzt jedem Feind. Seht ihr am Horizont den Schatten? Wohl naht der Feind,— doch wir wollen hier warten. Noch ist es Zeit . . . Fünf dunkelhaarige Köpfe erhoben sich. Es war wie ein Blitzen aus ungeduldigen Augen. So waren Mattathias Söhne! ihm zu huldigen, und zögerte nicht und ließ einen Altar von seinen Söldlingen errichten, darauf seine Priesterlinge ein Standbild des Zeus hinstellten, das nach rötlichem Metall schimmerte. Und Apelles redete zu Mattathia, als dem Angesehensten, und wär überzeugt, daß dieserjmit leuchtendem Beispiel vorangehen lind, seinen alten^Gott verleugnend, dem allgewaltigen Zeus opfern werde. 3 Da konnte Mattathia nicht länger an sich halten irnd rief: Und sollten auch alle Völkerschaften deinem Herrscher gehorchen und von dem Glauben der Väter abfallen, so werde ich, meine Söhne und Brüder ins Bündnis unserer Väter verharren. '/ Apelles ließ seine Zornadern spielen und wandte sich in erstaunender Selbstbeherrschung an die andern Gruppen der Judäer. Ein leises Zittern ging da von

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