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Die Welt · 1907-11-29 · 48 (29.11.1907) · page 21

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
48 (29.11.1907)
Date
1907-11-29
Page
– (sequence 21)
Language
German
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No. 48 DAQ od DIE^ELT 23 BB □od □ÖD ==0«= □OD Zerbrochen auf dem Boden liegt mein IThit — So will ich fpeifen Euch mit Bitterniflen Und tranken will ich Euch mit Blut. , . . Und Gott fprach zu mir allo; „Geh! Zum lefjtenmal Fchrei aus ein ,Wehl' Und einen Schmerzensfchrei zum lefetenmal Und Iafj V9m Schrei erbeben Berg und Ual. Und fülle Didi mit Zorn und lag: ßört, Uaube, hört! 6s naftf ein üag, Ich laffe Friedensfaaten treiben, Und Recht und Freiheit Iafj ich fpriefjen, Ich will die Welt mit üichf begießen — nur Ihr allein tollt Knechte bleiben, Kein Ftinkchen Licht follf Ihr geniefjen! Und irren follt Ihr wie die Blinden, Das Gift im lieib, uon Ort zu Ort, Und werdet keine Ruhe finden, Rieht Ihr, noch Weib und Söhn* und Uochter! Ihr fleht um üichf? So hier wie dort Crifft Euch nur Bohnen und Gelächter. . . . Und Ströme frifchen liebens lalf ich fliegen Und in ein nieer pon Freude fich ergiefjen — nur Eure Quelle wird verfiegen.. fln fremde Uüren follf Ihr klopfen, So Ihr wie Weib und Söltn* und Cöchfer Perrchmachtend auf dem Boden liegen, Derdurftend Eure ßälfe biegen Und winfelnd Hehn um einen Uropfen — Doch Bonn nur trifft Euch und Gelächter. . . . Und, frifch wie Cau, den milden Geih Schick ich hernieder, der da weift Den neuen Weg zu neuen Bimmeln - nur Ihr lollt dürr und trocken fein, Euch netjf kein Tau und glänzt kein Schein, Ihr werdet faulen, modern, fchimmeln.,. . . Und iff vielleicht in Euch geblieben Ein Stückchen Geift, ein Stöckchen Glauben, noch eine Creme, noch ein Schmerz — Ich will Euch Jedes Stückchen rauben. Und leer wird werden Euer Berz, Ohn* Fried1 und Ruh, ohn' hieb* und lieben. . Und'wüff wird werden Euer Zelt, Und fchleichen werdet Ihr wie Schatten, Wildfremd auf einer fremden Welt, Und bettelnd ftehn am üifch der Saften Und werdet vor den fremden Pforten Enfblörjen Eures Leibes Wunden, Den Fremden Eure Schmach aufdecken Und wimmernd Eure Bände ffrecken Und Bilfe flehn mit Bettlerworten. Doch keine Gnade gibt's für Euch, Und jedes ITlitleid ift erlofchen, Und Ihr erbetfeit, ßllfe Euch Und lieben nur für Eure Grofchen. Und fchwer wird Euer Leben fein Und Fchwarz, wie fchwarze nächfe find, In die kein Stern lenkt feinen Schein. . . . Und Euer Ruf bleibt echolos, Und. Euer Stöhnen trägt der Wind Ins Dunkel, bis es fcheu verrinnt . . . Und furchtbar (ein wird Eure llof, Und fo wie Eure Sünde grofe Ihr werdet fchmachteri nach dem Cod Und werdet lechzen nach dem Leben — Doch Gott wird beides Euch nicht geben. . . . Und bifterweh wird fein der Schmerz, So weh — felbft Euer eigen Berz Wird Eurem ITUmd nicht Glauben fchenken . . . Und mühfam werdet Ihr Euch recken Und winden und die Glieder recken Und fltem holen, Euch zu heben — Umfonff, Ihr bleibt am Boden kleben. . . . Lebendig feid Ihr fo begraben, Von einer Bolle Glut umloht, Kein Ende wird das Leben haben, Es ift die Bölle ohne Uod,"..... Und Gott fprach alfo: „Geh hinaus! Und geh bis an des üöpfers Baus, Und kauf beim Cöpfer einen Copf Und fchwing hoch überm ßaupt den Copf Und fchrei; — und wirf ihn hin zur Erden ,So werdet Ihr zerbrochen werden!' Und fprich nichts mehr und fchrei nicht mehr, Und keine Cräne follff du zeigen, neig Deinen Kopf und hülle Dich in Schweigen, Wie es dem Diener Gottes frommt: Es naht der üag, er kommt, er kommt. , . ." SB ab □S oDus did m- □!□= -BBQB =□!□□!□= :HB OD Der lilakkabäersleg Das irar ein 3ug, roie man ihn längst nicht sab: Doran fjerolbe auf geschmückten Kossen, Unb Ijinterbrein, in Keil}' unt» ölieb geschlossen, Die Krieger, jeber roie aus Erz gegossen, 3uletzt Die JITenge mit Ijosiannah! Der Krieger erster, ülattathias Sohn, luba JTIakkabi ließ bie Blicke gleiten Weit übers Canb mit oben Felbgebreiten Unb fjeiligtümern, ben Pom Feinb entweihten, Unb sanbte Seufzer auf zu öottes Thron. Da hob sich aus ber Dämmerung empor ein Bilb, ein Traum, ber Hauprstabt hohe ITIauer mit roeitem Tor, — oon einem heiligen Schauer ergriffen, zogen Krieger, rjclb unb Bauer Durch Tor unb Straße bis zum Tempel oor. Unb plötzlich blinkten Dchtlein ba unb bort, IDie Sterne aus bem flbenbhimmel blinken, Unb war ein örüfien unb ein Freubetoinken, Unb fjelben sah man auf bie Knie sinken Unb preisen öottes Sieg mit Dankesroort. J1F. Sdjerlag

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