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Die Welt · 1907-11-29 · 48 (29.11.1907) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
48 (29.11.1907)
Date
1907-11-29
Page
– (sequence 15)
Language
German
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so. 48• D!E2aSELT Ii kommen % werde; .und daß in jedem neuen Leben der: Wiederkehrende in ungetrübterer und ungestörterer Unvergleichbarkeit stehe. Denn reine Einzigkeit und eine ^Völikompiejiheit sind einzig, , und wer so ganz-. . nd-gar einzig: geworden ist, daß keine Anderheit mehr «, Wacht über ihn und Ort in ihm hat, der hat die Reise-, vollbracht und ist erlöst und kehrt in Qott ein. 1 „Jedermann soll wissen und bedenken, daß er in, der Welt einzig ist in seiner Beschaffenheit, und keim ihm Gleicher war je im Lebeo, denn wäre je;in ihm Gleicher gewesen,, .dann brauchte or nicht zu sein. Aber ii Wahrheit ist jeglicher in neues, Ding in der. Welt, und .;er soll seine Eigenschaft vollkommennachen, (denn weil sie nicht vollkommen ist, ögert das Kommen des Messias.". - . ..; Nur aus, seiner i^enen Art, aus keiner fremden, kann sich der Strebende vollenden. .Wer die Stufe des Geährten erfaßt und seine ^tufe fahren läßt, diese ind jene wird durch ihn licht verwirklicht wer-; den. Viele taten wie KabbiSimeon ben Jochai, .ind es geriet nicht in ihrer Hand, weil sie nicht ü dieser Beschaffenheit varen, sondern nur wie r taten, daYvsie ihn in iieser Beschaffenheit •uihen." AberwiederMensch :n einsamer Inbrunst uott sucht und es doch oinen hohen Dienst gibt, ien nur die Gemeinde ollziehen kann, und •\'ie der Mensch mit iem Tun seines Alltags Ungeheures wirkt, aber nicht Hein, sondernder Wejf und der Dinge bedarf er zu solchem Tun, so bewährt sich die Einzigkeit des Renschen in seinem Leben mit den andern. Denn je einziger einer in Wahrheit ist, desto mehr kann er den •indem geben, und desto mehr will er ihnen geben. | nd dies eine ist seine Not, daß sein Geben eingeschränkt ist durch den Nehmenden. Denn „der Schenkende ist von Seiten der Gnade, und der Empfangende ist von Seiten des Gerichts. Und so ist es mit jedem Ding. Wie wenn man aus einem großen Gefäß in einen Becher fließt: das Gefäß schüttet sich in Fülle aus, aber der Lecher setzt seiner Gabe die Grenze." Der Einzige schaut Gott und umschlingt ihn. Der Einzige erlöst die gefallenen Welten. Und doch ist der Hinzige kein Ganzes, sondern ein Teil. Und je reiner ■wd vollkommener er ist, desto inniger weiß er es, daß J|* ein Teil ist, und desto wacher regt sich in ihm die KAUFMANN Trauer um den Toten Gemeinschaft der Wesen. Das ist das Mysterium der Demut. „Der Mensch hat ein Licht über sich, und wenn zwei Menschen einander mit den Seelen begegnen, gesellen sich ihre Lichter zueinander, und aus ihnen geht ein Licht hervor. Und dies wird Zeugung genannt.'* Allzetigung fühlen wie ein Meer und sich darin wie eine Welle, das ist das Mysterium der Demut, Nicht das ist Demut, wenn einer „sich übersehr erniedrigt und vergißt, daß der Mensch durch sein Wort und seine Geberde über alle Welten den überfließenden Segen herabzubringen vermag." Dies wird unreine. Demut genannt. „Das größte Böse ist, wenn du vergissest, daß du ein Königssohn bist." In Wahrheit . demütig aber ist, wer die andern wie sich fühlt und. sich in den andern. Hochmut heißt: sich gegenüberstellen. Nicht wer sich weiß, nur wer sich mit andern vergleicht, ist der Hochmütige. Kein Mensch kann sich überheben, wenn er auf sich ruht: sind ihm doch alle Himmel offen und alle Welten ergeben; der überhebt sich, der sich dem andern gegenüber fühlt, sich höher sieht als das allergeringste der Dinge, der mit Elle und Gewichten schaltet und Urteil spricht. Ein Zaddik sprach: „Wenn heute Messias kommt und sagt: ,Du bist besser als die andern,' dann sage ich ihm: ,Du bist nicht Messias!" < Ohne Werk und Wesen lebt die Seele des Hochmütigen, flattert und müht sich und wird nicht gesegnet. Die Gedanken, die nicht das Gedachte, sondern sich und ihren Glanz meinen, sind Schatten. Die Tat, die nicht auf das Ziel, sondern au? die Geltung sinnt, hat nicht Körper, nur Fläche, nicht Bestand, nur Erscheinung. Wer mißt und wägt, wird leer und unwirklich wie Maß und Gewicht. „Wer seiner voll ist, in dem hat Gott keinen Raum." Von einem Jüngling wird erzählt, der die Abgeschiedenheit auf sich nahm und sich von den Dingen der Welt löste, allein der Lehre und dem Dienste anzuhangen, und saß in der Einsamkeit, fastend von Sabbat zu Sabbat und lernend und betend. Aber in seinem Sinne hatte er über aller Absicht den Stolz seines Tuns, und es strahlte vor seinen Augen, und seine Finger brannten, es auf seine Stirn zti legen wie den 4* ÖLGEMÄLDE

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