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Die Welt · 1907-11-29 · 48 (29.11.1907) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
48 (29.11.1907)
Date
1907-11-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
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\To. 48 DIEEaKELT: 1 im Kampfe, ohne alle Exzesse der Laune, aber entschlossen überallhin, wohin sie der Enthusiasmus führt. Warum beeilt man sich nicht in Qalizien, diese Turnvereine zu verallgemeinern, einzubürgern, dem Volke verständlich zu machen? Gerade dort sind sie am nötigsten. Dort, wo ja auch nicht alle Lastenträger sein können und wo es eine erblühende jüdische Kultur i^ibt, die von starken Menschen besser geschirmt wird. Dort, wo so viele jüdische Kraft steckt, die nur 'auf Organisation wartet. Allerdings, man muß es verstehen, dem Volke zu Herzen zu reden, wie es Makkabi verstand. Man darf die kleinen Hindernisse in der Volksseele nicht so von oben herab und so seitwärts nehmen wollen. Man muß kräftig in sie untertauchen, wie ein herzlicher Freund sich in sie einnisten. Doch das kam mir erst am Abende des reichen Tages in den Sinn, als ich zu den Juden von Tarnopol zu sprechen hatte. Und da sagte ich es, führte aus, wras ich hier nur andeute. Und war damit über das Makkabäische heraus zur Frage des ganzen Judentums gelangt. So sollten wir es aber immer halten, nicht zum mindesten in den Makkabäertagen selbst. Das ist die „Moral" von der Tarnopoler Geschichte. MORITZ GOTTLIEB Judith ÖLGEMÄLDE CHANUKAH, DAS FEST DER FRAUEN Von M. Gaster Es mutet einen wunderbar an, wenn er sieht, wie jede Zeit ihre eigenen Ideale in den Ereignissen der Vergangenheit verwirklicht oder versinnbildet findet. Die "Kommentare der Bibel und die Erklärungen der Eeste sind stets ein treuer Spiegel der geistigen Strömungen der jeweiligen Periode gewesen. Was ist doch bisher in diesen nicht gefunden worden? J}ie tiefsten philosophischen Probleme, die geheimnisvollsten Mysterien, der weittragendste Kationalismus und die engherzigste Obskuranz. Sie haben allen Zielen gedient und allen Bestrebungen die nötige Stütze verliehen, und dadurch den entscheidensten Beweis für all und jedes erbracht, was man darin gesucht und daher auch gefunden hat. Zu diesen Gedanken wird man angeregt, wenn man sieht, wie und zu welchen Zwecken unser Chanukahfest Dienste leisten muß. Die Makkabäer werden zu Rittern geschlagen und dem Kriegsgotte wird ein besonderer

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