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Die Welt · 1907-11-29 · 48 (29.11.1907) · page 2

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
48 (29.11.1907)
Date
1907-11-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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4 DIE2^ELT No. 48 anderen Länder, und wir sind Menschen wie alle anderen Menschen. Und die Schwerter der Makkabäer sollen Pflüge werden und das Land erblühen lassen in Reinheit und Ehre. Einen Volksrest aus dem Diaspora-Chaos herausreißen, aus den Klauen grimmiger Pogromteufel und den verlockenden Umarmungen der Assimilations-Lilith, die liebevoll würgt — ist das nicht makkabäerähnlich? Wenn ihr die*Chanukahlichter anzündet und einen Spruch rezitieret," so ist das die Verherrlichung eines Ereignisses, einer^Großtat, eines Wunders, das die Befreiung des Judenvolkes in Zion bildete. Ob ihr wollt oder nicht, ihr seid Zionisten. Oder ihr tut etwas ganz mechanisch, wie manche Hellenisten noch den Pessach feierten, aber keine Wiederholung der Tat dulden wollten. Und deswegen tobte der Makkabäerkampf! Zündet dieChanukahlichteran! Bewahret dasSymbol, um die Tat vor die Augen zu führen und führet die Tat vor Augen, um zu einem neuen, edlen Tun anzuregen. Singet Euere „Maos-Zur"-Melodien — aber geht einmal hin nach den Kolonistenhütten in Palästina, und dort werdet ihr Qesänge hören, die hier nicht klingen können. Dort werdet ihr die Stimme jüdischer Sänger hören, denn dort sind sie allein mit ihren Palmen und den Bergen und dem Meer, das die Laute, wie eine strenge, aber eigene Mutter frei ausklingen läßt! N. S. Über einige ältere Chanukahlampen Von Heinrich ^rauberger Direktor des Kunstgewerbemuseums in Düsseldorf und geschäftsführender Vorsitzender der Gesellschaft zur Erforschung jüdisdher Kunstdenkmäler Ein gewisser Reiz und gewisse Eigentümlichkeiten liegen in den Gegenständen, die bei den verschiedenen Zeremonien des Kultus wie bei den Festen im jüdischen Hause zur Anwendung gekommen sind, aber leider in der letzten Zeit |immer mehr verschwinden. Für das Weihefest sind* nunmehr zwei solcher Gegenstände bekannt, der winzige, kleine, aus Blei gegossene, vierseitige, nach unten abgerundete^Kreisel, der auf jeder die zuerst angezündet wird und deren Licht zum Anzünden der übrigen Lampen dient. Von dieser einfachen Grundform ausgehend, sind im Laufe der Jahrhunderte Viele Formen in Verwendung gekommen, die sich im Stile an das übliche Aussehen der derselben Zeitperiode angehörenden Gegenstände Janlehnen. Das Material, jaus dem sie hergestellt sind^wechselt sehr oft: Gelbkupfer, Rotkupfer, Zinn, Ton *in armen Familien Eisender vier Seiten die Anfangsbuchstaben eines Wortes [hat, welche vier Wörter sich auf das Fest beziehen. In Galizien und Rußland finden sie sich noch, während früher auch in unseren Gegenden solche aus Elfenbein und aus gestochenen, gravierten, mit Perlmutter eingelegten, auch selbst silbervergoldeten WOTOTU blech (daherderAusdruckChanukah Eisen) sind die am häufigsten Figur 2 —m—m-^—^j—W~^WwT) -^lsen) sin0 aie am nauTisSTe \JL__Z__w w \7 w VF vf/ verwendeten Rohstoffe. Es komme aber zuweilen auch silberne und silbervergoldete Stücke vor, die dann aber eine ganz besonders reiche künsterische Ausschmückung zeigen. Leider haben sich aus alter Zeit nur wenige Exemplare er und emaillierten Buchstaben, zur Freude der Kinder halten, wir geben aber davon aus der Sammlung der reicher Juden hergestellt worden sind; sie wurden zu denJSpielen beim Chanukahfeste verwendet. Dagegen findet man noch sehr häufig in Italien, Spanien, Deutschland und in allen östlich davon gelegenen Gegenden des polnischen Ritus den kleinen, im Hause verbreiteten Chanukahleuchter, teils mit einer Vorrichtung, um ihn an der Wand aufzuhängen, teils auch so gebaut, daß er frei stehen kann. Gemeinsam ist für beide Formen die Lichteinrichtung, und zwar werden gewöhnlich acht aneinandergereihte Behälter zur Aufnahme von Öl und Docht von einer neunten Lampe [(dern^Schamosch-Diener) überragt, Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler in Frankfurt-Main einige interessante Proben. Figur 1 aus Gelbkupfer, mit reich durchbrochene! Rückwand, mag in Spanien zurzeit des Maimonides ent standen sein. Durch die Bogenstellung über den schön geformten Lampen und das schöne Muster der Durchbrechungen gibt sich diese Lampe als das Werl: eines tüchtigen Künstlers kund. Ähnliche Formen finden sich noch in Italien und Südfrankreich erhalten, zum Teil mit der Abwechslung, das an Stelle der Durchbrechungen in ^Flachrelief, Tiere, (Greif, Seepferde und dergleichen) aufgelegt oder aber, daß anstatt

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