Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 47 (22.11.1907)
- Date
- 1907-11-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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12 DIEl^ ELT No. 47 Richard Weißenstein, eröffnete die Versammlung. In warmer, ehrender Weise gedachte Herr Dr. Sigmund Werner sodann namens des Vereines „Theodor Herzl" der großen Verdienste und der edlen Persönlichkeit des so jäh dahingerafften Bürgermeister- Stellvertreters, Kais. Rats Richard Ki Iii an. Die würdige Trauerkundgebung wurde auf Antrag des Vereinsmitgliedes Lehrers Herrn S. Spielmann protokolliert und die Leitung beauftragt, dem Gemeinderate der Stadt Iglau und der Familie des Verewigten von dieser Kundgebung Mitteilung zu machen. Hierauf referierte der Kongreßdelegierte des Vereins, Herr Dr. Emil Margulies, (Trautenau) über das Thema: „Was bedeutet der Zionismus für Juden und Nichtjuden?" Der fünf viertelstündige, geistvolle und doch überaus populäre Vortrag und die glänzenden Interpellationsbeantwortungen des Redners wurden von der Versammlung mit brausendem Beifalle aufgenommen. Der Erfolg des Redners und unserer Sache war unbestritten. Herr Dr. Margulies wird nächstens hier einen zweiten Vortrag halten. Szatinar: Am 10. ds. veranstaltete der hiesige Zionistenverein einen großen Agitationsabend. Dr. Her man eröffnete die Versammlung mit einer zündenden Ansprache. In bunter Reihe folgten jetzt Vorträge musikalischer und deklamatorischer Art, Reden und Ansprachen. Besonderen Beifall erweckte die Rede des Fräuleins H a rtm a n n, derVorsitzenden des zionistischenFrauenvereins. Agitation für die Statutenänderung der Jüdischen Kolonialbank Lemberg: Der bürgerliche „Tikwath Zion"-Verein hat beschlossen, eine rührige Agitation zu führen, um Unterschriften der galizischen Aktionäre der Kolonialbank zu sammeln, welche für die Änderung der Bankstatuten im Sinne des Kongreßbeschlusses eintreten. Es wurde schon ein Aufruf veröffentlicht, in welchem auf den Kampf der Territorialisten gegen unsere wichtigste Finanzinstitution hingewiesen und die Notwendigkeit betont wird, mit aller Kraft sich diesem Streben zu widersetzen. Neben dem Aufruf, der im „Tagblatt" erschienen ist und in einem besonderen Abdrucke in einer großen Zahl von Exemplaren im Lande bald verbreitet werden wird, hat der Verein entsprechende Formulare vorbereitet, auf welchen die Unterschriften gesammelt werden. Ostböhmischer Zionistentag Sonntag den 1. Dezember 1907, nachmittags 123 Uhr, findet in Kolin a. E. in den Sälen des Cafe Polacek der erste ostböhmische Zionistentag mit folgender Tagesordnung statt: I. Begrüßung. II. Referate: 1. Das zionistische Programm; 2. Palästinaarbeit; 3. Zionistische Arbeit in den zcech. Gegenden. III. Debatte. Es ergeht hiermit an alle Gg. Ostböhmens die Einladung zum Besuche dieses Zionistentages, welcher Verständigung durch persönliche Fühlungnahme und Aussprache, Information über den Stand der Bewegung und Anbahnung einer festen Organisation bezweckt. An der Tagung kann jeder oder jede Gg. teilnehmen. Auch Gäste haben Zutritt. Die Namen der Referenten werden noch bekannt gegeben werden. Am Abend öffentliche Versammlung des Jüd. Volksvereins „Zion", Kolin, ebendort, in der die Herren Dr. Ludwig Singer, Kolin, und Dr. Emil Margulies, Trautenau, sprechen werden. Trautenau, im November 1907. Mit Zionsgruß „Zionistisches Rayonkomitee für Ostböhmen" Die Leitung I.A.: Emil Margulies. (deutsch-zcechisch) Schweiz Genf. In Genf existiert ein zionistischer Verein „Theodore Herzl", dessen Tätigkeit in den letzten zwei Jahren ziemlich schwach war und der sogar territorialistische Tendenzen zeigte. Sonntag den 17. November 1907 fand eine Generalversammlung der Mitglieder statt, auch eine ziemlich große Anzahl Gäste war zugegen. Nach einem von Herrn S. Grünberg vorgetragenem Resümee über die Arbeit und Beschlüsse des 8. Kongresses wurden die Mitglieder des Vereins vom Komitee aufgefordert, sich über folgende Frage auszusprechen: Soll der Verein „Th. H." zionistisch, d. h. auf das Basler Programm basierend und mit den Beschlüssen des 8. Kongresses einig bleiben? Nach einer sehr lebhaften Diskussion, an welcher sich hauptsächlich die Herren Rabbinovitch und Grünberg zionistisch, Anin, Tatar, MoisseTe territorialistisch beteiligten, erklärte sich der Verein mit großer Majorität für zionistisch. Mit großer Freude begrüßte Herr Grünberg den Beschluß, der für die Rekonstitution der zionistischen Gruppe in Genf ermutigend ist. Da das Komitee mit Herrn Tatar an der Spitze territorialistisch gesinnt ist, gab es seine Demission. Wahrscheinlich wird die Minorität in Genf eine territorialistische Gruppe bilden, während die Majorität mit einem provisorischen Komitee sich nächstens mit allen Genfer Gesinnungsgenossen vereinigen wird, um intensiv die zionistische Arbeit wieder zu beginnen. England Leeds: In einer großen Versammlung der Agudas Hazionim sprach Herr Beikind über ökonomischen, politischen und kulturellen Zionismus. Zu Beginn der Versammlung führte Herr Moser, der Vorsitzende, aus, daß der Verein zwar auf dem Boden der praktischen Zionisten stände, deswegen aber doch nicht wolle, daß die politische Arbeit vernachlässigt werde. Für die Schuke Kiriath Sefer wurde eine beträchtliche Summe gesammelt. Portsmouth: Mr. S. A. Levy sprach vor einer großen zionistischen Versammlung über „Die Romantik der jüdischen Geschichte". Dem Vortrag folgte eine eingehende Diskussion. Tredegar: In einer sehr stark besuchten Versammlung wurde beschlossen, den seinerzeit eingegangenen hiesigen Zionisten verein wieder ins Leben zu rufen. Sämtliche Teilnehmer an der Versammlung trugen sich in die Mitgliederliste ein. Amerika New-York: Die Nordau Zionist Society feierte ihr Stiftungsfest in besonders festlicher Weise durch einen Festabend mit Mahl und Tanz. Ansprachen wurden gehalten von Dr. Blau, Dr. Magnes, Dr. Morris, Dr. Fleischmann und Dr. Epstein. Das erste Massenmeeting in diesem Winter wurde von dem Palästina-Komitee der American Federation abgehalten. Die Reden waren ausschließlich der praktischen Arbeit in Palästina gewidmet. Die Versammlung hatte einen großen Erfolg. Am 11. November begann Dr. Magnes eine Serie von vier Vorlesungen über Palästina. Diese Vorlesungsreihe findet unter den Auspizien des Zionist Council of Greater New-York statt. Der erste Abend war außerordentlich gut besucht. Louisville: Nach dem der Generalversammlung der Louisville Zionist Society erstatteten Bericht beträgt die Mitgliederzahl des Vereins 400. Es ist alle Aussicht vorhanden, daß der Verein sich auch späterhin gut entwickeln wird. An den Bericht schloß sich eine interessante Debatte über den achten Kongreß. Devenport: Im Sozialisten-Verein hielt Rabbi W. S. Fineshriber einen beifällig aufgenommenen Vortrag über Zionismus. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Debatte. Savannah: Die Schoschanoh Zion Society veranstalteten ein glänzend verlaufenes Fest, bei dem Mr. Georg Trunkle einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über Zionismus hielt.