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Die Welt · 1907-11-15 · 46 (15.11.1907) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
46 (15.11.1907)
Date
1907-11-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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hilfe feststellen. Das Volk wendet sich dem Handel, der Industrie, der Arbeit zu und die Beträge, die die Anglo Palestine-Company umsetzt, beweisen, daß die finanzielle Lage des Heiligen Landes von Tag zu Tag besser wird. Trotz aller Gegnerschaft haben wir Wunder in Palästina getan. Haben wir nicht einen neuen Geist des Patriotismus für das heilige Land unter der Bevölkerung hervorgerufen, wie er bisher im Osten unbekannt war? Haben wir nicht das jüdische Bewußtsein wieder erweckt? Haben wir nicht das Band der Einheit gefestigt? Haben wir nicht eine nach der andern die Mauern des Ghetto zerbrochen? Wir werden unsere Pflicht tun, aber an der gedeckten Tafel, die wir mit dem Schweiße unseres Angesichtes bereiten, wird kein Platz für die sein, die kommen werden, wenn das Mahl bereitet ist Ein Freund in der Not ist ein Freund bis in den Tod und Israel braucht heute mehr Freunde als früher. Und aus diesem Grunde hat der Kongreß eine zweite Resolution angenommen, die ebenso wiedie erste von den englischen Delegierten vorgelegt worden und durch meine und anderer Hilfe durchgebracht worden ist, nämlich: Die Statuten der Kolonialbank in einer solchen Weise zu ändern, daß es in Zukunft jedermann unmöglich sein soll, das Geld der Bank für irgend einen anderen Zweck als Arbeit in Palästina zu verwenden. Wir müssen alle Eventualitäten vorsehen, und obgleich ich persönlich nicht glauben kann, daß, solange die Männer, die diesem Institute vorstehen, auf ihrem Posten sind und ihre Pflicht tun, unser Geld in Gefahr geraten könnte, für irgend einen anderen Zweck verwandt zu werden, und obgleich ich fest daran glaube, daß, wie auch ihre privaten Meinungen sein mögen, niemand von den derzeitigen Vorstehern der Bank anders als durchaus Irjjal und strikt nach den Beschlüssen des Kongresses handeln wird, ist es doch unsere Pflicht, nicht auf menschliche Eigenschaften zu bauen, sondern uns selbst gegen eine noch so entfernte Gefahr zu schützen. Darum wurde beschlossen, daß jeder Aktionär gemäß der Entscheidung des Richters aufgefordert werden solle, seine Zustimmung zu einer solchen Änderung der Statuten zu geben, daß das Kapital für Palästina und für Palästina allein verwandt werden soll. Wir müssen diesen Beschluß des Kongresses nach Möglichkeit in die Öffentlichkeit bringen und wir müssen jedem Aktionär die Verantwortlichkeit vorhalten, die auf ihm lastet, daß er in strikter Unterwerfung unter diesen Beschluß handelt und das Interesse des Jewish Colonial Trust wahrt, sodaß es in Wahrheit zu einem finanziellen Instrument der Bewegung wird. Wer weiß, wie bald wir es zur Förderung unserer Absichten nötig haben werden? Darm müssen wir unsere Hände frei haben und müssen uns gestützt fühlen durch die einmütige Meinung aller, die willigen Herzens an der Errichtung dieses Institutes mitgearbeitet haben. Herr Dr. Gaster behandelte hierauf die Frage der Organisation der Leitung und die Wahl des Engeren Aktions-Komitees und kam sodann auf die Notwendigkeit zu sprechen, der neuen Leitung die genügenden Mittel zur Verfügung zu stellen. Er führte aus: Es ist unsere Pflicht, darauf zu achten, daß die Arbeit erfolgreich und nicht ein Fehlschlag werde. Wenn die Verwaltungs- ■naschinerie erfolgreicharbeiten soll, muß sie geölt werden. Aus diesem Grunde ist der „Parteifonds" geschaffen worden, um dem A.C. größere Fonds zur Verfügung zu stellen. Jedermann ist verpflichtet, den Mindestbeitrag von 4 Shillings für diesen Fonds zu reben und ich zweifle nicht daran, daß diesem Verlangen mit lachdruck gefolgt werden wird. So bedeutet der letzte Kongreß für uns in' jeder Hinsicht inen neuen Abschnitt. Wir haben eine bestimmte Arbeit vor uns, vir haben unser Programm der praktischen Arbeit offen vor aller \Velt niedergelegt. Wir haben jedermann herzlich zur Mitarbeiter- Schaft eingeladen, wir haben unsere finanziellen Institutionen iuf eine gesunde Basis gestellt und wir haben jedem von uns die Möglichkeit gegeben, das große Werk zu fördern, das uns am •lerzen liegt und das heute mehr Aussicht auf Erfolg hat als je, Jnd das bezweckt „die Schaffung einer öffentlich, rechtlich geicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina." Die Rede wurde von der Versammlung sehr beiallig aufgenommen. Liverpool: Die Bewegung für die Wiederaufnahme les Hebräischen als eine lebende Sprache macht hier;roße Fortschritte. Außer den drei von zionistischer seite bereits eröffneten Klassen, ist jetzt eine Verinigung zur Pflege hebräischer Sprache und Literatur (egründet worden. Die erste Versammlung fand am November statt. Herr Beikind, der Leiter des \iriath Sefer, der augenblicklich in England weilt, prüfte die Schüler auf ihre hebräischen Kenntnisse und äußerte sich sehr befriedigt über die Resultate. Cardiff: Am Sonntag den 3. November sprach im Verein „Dorsche Zion" Herr Dr. A. S. Rapaport aus London über das Thema: „Die Renaissance des Judentums." Dem Vortrag folgte eine lebhafte Debatte. Holland Haag: Am Samstag den 26. Oktober veranstaltete die hiesige Gruppe einen Propagandaabend, bei dem Herr J. Cohen jr. als Redner auftrat. Nach einer lebhaften Debatte meldeten sich mehrere neue Mitglieder an. Einen erfreulichen Beweis von der nachhaltigen Wirkung des Kongresses, insbesondere auf die jüdische Jugend Hollands, bildet die Gründung der „Machtgruppen, die jetzt hier mit vielem Erfolge vorgenommen werden. Es handelt sich um die Zusammenfassung der männlichen und weiblichen Jugend des Landes in Vereinigungen zur Pflege des jüdischen Wissens und zur Stärkung des jüdischen Selbstbewußtseins. Die Macbigruppe im Haag, von wo die Anregung ausgegangen ist, hielt ihren ersten sehr gelungenen Vortragsabend am Sonntag den 3. November ab. Herr L. Ornstein sprach über „Jüdische Statistik". Später trug Fräulein van Spiegel eine jüdische Novelle vor, und hierauf referierte Herr J. Levisson über die Bedeutung des Schemagebetes. Groningen: Auch hier ist eine Macbigruppe gegründet worden. Sie hat sich zunächst die Pflege der hebräischen Sprache und Literatur zur Aufgabe gestellt; der erste Unterrichtsabend fand mit gutem Erfolg am 12. Oktober statt. Delft: Die Haager Zionisten haben den Versuch gemacht, im Zentrum der Assimilation, in Delft, festen Fuß zu fassen. Der Versuch ist gelungen. In einer Versammlung der jüdischen Studenten der technischen Hochschule in Delft, in der einige der Haager Herren sprachen, wurde beschlossen, eine zionistisch-akademische Gruppe zu bilden. So ist also ein neuer intellektueller Mittelpunkt für die holländisch-zionistische Bewegung geschaffen. Amsterdam: Die Abteilung Amsterdam hielt am 2. November eine Versammlung in der „Nut" ab. Herr J. Cohen, Hzn., sprach über den achten Kongreß, und Herr A. B. Klerekooper referierte über das Thema „Freiheit oder Assimilation". Es entspann sich eine lebhafte Debatte. Die Sammlung für den Nationalfonds hatte guten Erfolg. Oldenzaal: Die Abteilung Twente hielt ihre zweite Versammlung im Monat Oktober hier ab. Die Versammlung war sehr gut besucht. Herr Sal. J. Zwartz behandelte in einem eingehenden Referate die finanziellen Institutionen der zionistischen Organisation. Seine Ausführungen, die in einem energischen Apell für den Nationalfonds gipfelten, fanden beifälligen Anklang. Hierauf hielt Herr Zilversmit einen Vortrag über das Thema „Zionismus und Orthodoxie". Auch die Ausführungen dieses Redners wurden mit Beifall aufgenommen. Rußland Kamenka: Nach einem vorzüglichen Vortrage des Herrn J. Rosenblatt ist es in unserem Dorfe zur

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