Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 44 (1.11.1907)
- Date
- 1907-11-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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DIE ELT No. 44 von einheimischen Pächtern und Bauern bebauten Landfläche. 2. Ackerbaiikolonien. Die Ernte in den Kolonien Sazilar und Karaya war besser ais im vorhergehenden Jahr. Inbesondere die Gerste erbrachte einen höheren Ertrag: 25 Hektoliter durchschnittlich pro Hektar, während der Ertrag des Weizens 9,5 bis 11,5 Hektoliter betrug. Unglücklicherweise hatten die Kolonisten viel mehr Weizen als Qerste gesät, so daß der Gesamtertrag nur ein mittlerer war. Die mit Getreide bepflanzte Fläche umfaßt in Karaya 766 Hektar und in Sazilar 355, das ergibt also insgesammt 11,21 Hektar für 71 Kolonisten. Dieser Durchschnitt von 15 Hektar für die Familie ist nicht viel, aber es fällt den Kolonisten schwer, bedeutendere Flächen zu bebauen; denn sie verfügen insgesamt über 30 bis 40 Hektar, von denen sie einen Teil in der Brache lassen und außerdem müssen sie einen gewissen Teil des Bodens als Weide reservieren. Die Viehzucht erreichte im letzten Jahre noch nicht ganz die gewünschte Ausdehnung, die sie aber bestimmt im Laufe der Zeit erlangen wird, da sie in der ganzen Gegend, wo unsere Kolonien gelegen sind, eine hauptsächliche Grundlage für den Ackerbaubetrieb bildet. Es scheint, als ob die Kolonisten bisher ihrem Vieh nicht die wünschenswerte Sorgfalt zugewandt haben. Die Kolonie Sazilar besitzt sehr schöne natürliche Wiesen, die die Zucht an Großvieh möglich machen, was alles in Karaya fehlt. Hier war man gezwungen zu der Kultur künstlichen Futters, insbesondere von Luzerne zu schreiten. Unsern Kolonisten in Anatolien, schrieb unser Inspektor M. Niego, nach einer Besichtigungsreise Ende des. Jahres, fehlt nichts, um gut leben und arbeiten zu können. Ihre Einrichtung ist vollständig genügend für Leute, die sich von dem Ackerbau er; nähren sollen. Was die Anlage betrifft, so fehlt nichts:' Häuser, Viehställe, Lagerräume, Geflügelställe, geräumige Höfe. Alles, was für den Gartenanbau notwendig ist, besitzen sie: Pflüge, Eggen, Wagen, Handgeräte, Maschinen usw. Was das Vieh betrifft, so sind sie mit all den Tieren versehen, die sie für die Arbeit brauchen (Ochsen und Pferde) und besitzen eine rentable Viehzucht (Kühe, Kälber, Schafe), die nicht gering zu schätzen ist. Woran in den Kolonien hauptsächlich Überfluß ist, das sind die Tiere des Geflügelhofes, und man sieht um alle Häuser der Kolonisten große Mengen von Gänsen, Truthähnen, Enten, Hühnern und Tauben. Die Mehrzahl der Kolonisten von Sazilar und Maamureh verkaufen im Sommer Butter, Eier, Gänseschmalz, Federn und geräuchertes Gänsefleisch." Sazilar zählte am 31. Dezember 1906 26 Familien mit 119 Seelen. In Karaya wohnten 47 Familien mit 229 Seelen. Der Gesundheitszustand war zufriedenstellender als im Jahre 1905; das Fieber, das früher große Verheerungen anrichtete, ist fast verschwunden; wir haben in den letzten Jahren Wasserleitungsarbeiten ausführen lassen, um der Kolonie Quellwasser zuzuführen, und diese Maßregel hat ersichtlich zur Hebung des Gesundheitszustandes beigetragen. Wir sind jetzt damit beschäftigt, die letzten Maßnahmen zu ergreifen, um die Kolonien absolut unabhängig zu machen und die Administration aufzuheben. Der Conseil hat beschlossen, die nötigen Kredite in Form eines festgarantierten Vorschusses zu gewähren, um jeden Kolonisten in den Besitz einer großen Schafherde zu setzen. Dank dieser neuen Bewilligung werden die Kolonisten genügend Mittel haben, um leben und sich aus eigenen Kräften, ohne jede fremde Einwirkung, erhalten zu können. Zu gleicher Zeit wurde beschlossen, einige schlechte Elemente aus der Kolonie zu entfernen, die Wasserleitung in Sazilar auszubauen, zum Zwecke intensiver Kulturen die Entwässerung des längs des Pursak gelegenen Teiles von Karaya durch Errichtung von Schöpfrädern am Flusse durchzuführen, in jeder der beiden Ortschaften ein Bad zu errichten und schließlich noch eine Zeitlang zu den Kosten der Schule und der sanitären Erfordernisse beizutragen. Wenn die Kolonisten, wie wir hoffen, es verstehen, Nutzen aus all den Hilfsquellen zu ziehen, die sie jetzt besitzen, insbesondere die Kulturen ausfindig zu machen die für ihre Ländereien am meisten geeignet sind, und die Viehzucht zu vergrößern, wenn sie mit Eifer und Ausdauer arbeiten, ist es nicht zweifelhaft, daß es ihnen in jeder Hinsicht gut gehen muß. o O O Vi; lf □□□ Q □ □ o o FEUILLETON SZEFER MACHASCHAWOTH cap. XXI 1. Und es geschah am ierten Tage des fünften Monats in jenem Jahre, da zogen hinauf die Auserwählten des Volkes von allen vier Enden der Erde in die Stadt des Friedens, um zu beraten, was sie tun sollten in ihrem Bunde, den sie gemacht hatten zur Befreiung ihres Volkes von dem schweren Joche, das auf ihm lastete noch immer. 2. Und vor sie hin trat der erwählte Fürst ihres Bundes und sprach zu ihnen und sagte, was geschehen sei in den zwei Jahren, da sie zuletzt sich versammelt. 3. Nachdem er zu reden aufgehört, sprachen die andern: Zu wenig ist es, was du getan. 4. So redeten sie alle, ein jeder in seiner Weise, zwei Tage hindurch. 5. Als die Sonne sich aber neigte gen Westen am zweiter Tage, trat wiederum vor sie der erwählte Fürst ihres Bundes um: sprach zu ihnen also: 6. Wohl habet ihr recht gesprochen, daß zu wenig ist, watgetan worden, doch anders war, was ich gewollt. 7. Ihr aber wisset wohl, daß der Wille allein es nicht ist, der lasset geschehen. 8. Was nötig ist, um auszuführen das, was ein höherer Geist uns gab in unsere Gedanken, — das von euch und dem Volk*, mir zu geben, daß ich damit vollbringe das Werk, das große, da.- unterließet ihr. 9. Ihr gäbet es mir nicht, nicht von euch und nicht vom Volke, das euch hergesendet.