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Die Welt · 1907-10-25 · 43 (25.10.1907) · page 3

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
43 (25.10.1907)
Date
1907-10-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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No. 43 DIE] wn Gemütsbeziehungen zur Vergangenheit und zur Ziikunft; es liegt ein Ewigkeitszug darin. Sie stören, weil sie von Zion und von einem jüdischen Volke sprechen, — „humanite" sollen sie predigen, französisch, ov.t französisch sollen sie sein, wie Rostands Verse. Nur, ik;.) die Trochäen, die ein moderner Pegasus traben ni ig, nach 50 Jahren so klingen werden, als ob sie eher prähistorischen Zeit entstammen würden. Aber drs schadet nichts. Man wird dann wieder neue'bestellen, — wahrscheinjich nicht mehr unter der Firma cks „Judentums". Hat das Westjudentum jetzt keine Aufgaben, die des Schweißes seiner Edlen würdiger sind? Hat man iv ch nicht begriffen, daß das Judentum keine Gebetm schine ist, und daß diese sogenannten Reformen dort, wo kein Nationalgefühl und kein jüdisches Bewußtsein vorhanden, nur Pflästerchen auf einem hölzernem Fuß sii d? Wann wird man einmal das schon einsehen? N. S. Die Kolonien der Jewish I Konisation Association in Cypern Aus dem Rechenschaftsbericht der JCA für 1906.) Die Bevölkerung unserer kleinen Kolonie in Cypern zahlte Ende des Jahres 1906 115 Seelen. Davon wohnten in Margo-Tschiflik außer dem .Verwaltungspersonal 7 Permiers (Lohnpächter) mit 30 Seelen, 9 Locataires i! ichter) mit 54 Seelen und 1 unabhängiger Kolonist, in Cholmakchi eine unabhängige Kolonistenfamilie rt:; 7 Seelen, 1 Fermier und 4 Locataires (13 Seelen). \] s Gut Kouklia, das noch nicht kolonisiert ist, wird v<.! einem Locataire bearbeitet. Im abgelaufenen Jahre haben wir einen Versuch ni einer neuen Art der Ergänzung unseres Kolonistenn lerials gemacht, indem wir nur bemittelte Familien a nahmen, die die Kosten ihrer Installierung selbst tr .j;en. Unter diesen Bedingungen sind die obenc ahnten 9 Familien vonMargo und die 4 von Cholmakchi a:;esiedelt worden, die sämtlich aus Rußland kamen. II neuen Ankömmlinge,, denen wir nur das Land und Baulichkeiten zur Verfügung stellen, haben einen I htvertrag unterzeichnet, der die Zusicherung des \ kaufs der Ländereien an sie nach einer bestimmten I' >t enthält, vorausgesetzt, daß sie sich dessen durch il ~ Arbeit und die Innehaltung ihrer Verpflichtungen v\ rclig gezeigt haben. Die neuen Kolonisten von Chol- II -chi haben eine Summe von £ 120 als Pacht des 1 en Jahres im voraus gezahlt. Einer von ihnen hat a Ordern ein Wohnhaus für ungefähr £ 150 bauen en. Mehrere der Kolonisten von Margo haben l .nfalls erhebliche Beträge für ihre Ansiedelung aufendet. Außer den Gebäuden, die einige von ihnen 1 en errichten lassen, haben fast alle Zier- und Frucht- 1 ine um ihre Häuser angepflanzt, und einige von 1 haben schon mehr als 500 Bäume auf ihrem 1 ^tztum stehen. Aus ihren eigenen Mitteln haben s auch ihr Vieh und die notwendigen Ackergerät-; giften gekauft. Zwei der Kolonisten waren schon ,! Rußland Ackerbauer und sind vorzügliche Landwirte. I :scr Verwalter spricht sich im allgemeinen sehr l(H)-nd über den regen Arbeitseifer und die guten EigengtLT —- ■ ' - ■-■ ' 1 3 Schäften unserer neuen Kolonisten aus. Es scheint, daß einige der Kolonisten sich nicht dauernd in Cypern niederlassen werden, da sie sich Illusionen über die Erfolge, die ihre Arbeit gleich von Anfang an aufzuweisen haben würde, gemacht haben. Außer den neuen Familien gibt es in Margo 7 Fermiers und 1 Fermier in Cholmakchi. Diese sind junge Leute, die aus den Ackerbauschulen hervorgegangen sind, und von denen die Mehrzahl bereits seit einer Reihe von Jahren installiert ist und als fest angesiedelt in der Kolonie gelten kann. Sie zeigen sich fast alle sehr geschäftsgewandt, erledigen die auf ihren Anteil entfallenden notwendigen Arbeiten selbst und machen sich, nach Maßgabe ihrer Mittel, frei von ihren Verpflichtungen gegen die Gesellschaft. Unser Verwalter führt den Fall eines dieser jungen Leute an, der im Jahre 1906 als Fermier in Kouklia gearbeitet hat und der die Farm Ende des Jahres vorläufig verlassen hat, indem er ohne Mühe die Zinsen zahlte, die er uns schuldete und noch zirka 2000 Frcs. übrig hielt. Man weiß, daß" jeder Kolonist in Cypern über einen Besitz von 40 Hektar verfügt, auf denen er Wintergetreide (Weizen, Gerste, Hafer) und Sommerkulturen (Bohnen, Wicken, Baumwolle, Sesam) anpflanzt. Diese letzteren sind sehr ertragreich, dank einem ausgezeichneten Bewässerungssysteme, das die Insel besitzt. Allein in Margo haben wir fast 7,5 Kilometer Bewässerungskanäle. Die Kolonisten betreiben außerdem Schafzucht (die Herde der Kolonie beläuft sich auf 857 Stück) und werden in kurzer Zeit die Erträgnisse wichtiger Fruchtpflanzungen genießen: Ölbäume, Mandelbäume, Aprikosenbäume, Maulbeerbäume usw. Die Erträgnisse der Kulturen, — die in Margo 500 Hektar und in Cholmakchi 163,6 bedecken, — sind im letzten Jahre geringer gewesen als im Vorjahre. Der Weizen, mit dem in Margo 192 Hektar und in Cholmakchi 51 besät waren, erbrachte pro Hektar 7 Zentner weniger, daiür aber war die Qualität besser, so daß das Getreide zu einem sehr guten Preise verkauft werden konnte. Der Umfang unseres Besitzes ist der gleiche geblieben: 1226 Hektar in Margo Tschiflik, 330 Hektar in Cholmakchi und 337 in Kouklia. Das System der Ausbeutung mit Tagelöhnern in eigener Regie durch die Administration ist vollständig aufgegeben worden. Der Gesundheitszustand war im verflossenen Jahre normal, wir verzeichneten eine gewisse Anzahl Fieberfälle, die aber ohne Bedeutung waren. Die Kolonie befindet sich, alles zusammengefaßt, in einem guten Entwicklungszustande, sie setzt sich aus guten Elementen zusammen, und es ist überall zu hoffen, daß die Kolonisten mit Arbeit und Ausdauer bald in die Lage kommen werden, sich unabhängig zu machen. Unser Administration verzeichnet mit Genugtuung die Tatsache, daß sogar die jungen russischen Mädchen, die in ihrer Heimat Universitätsstudien oblegen hatten, sich nicht zu gering achteten, auf dem Felde mitzuarbeiten, und das scheint uns ein Beweis dafür zu sein, daß die neuen Familien sich vollständig als Ackerbauern fühlen. l*

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