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Die Welt · 1907-10-18 · 42 (18.10.1907) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
42 (18.10.1907)
Date
1907-10-18
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 42 "- -- DIE^gELT THE JEWISH COLONIAL TRUST (JÜDISCHE KOLONIALBANK) LTD., LONDON, E. C. Bilanz per 30. September 1907 PASSIVA: Autorisiertes Kapital: 100 Gründeraktien ä £ 1.— ................£ 100.— 1.999.900 Stammaktien ä £ 1.— . ..............„ 1.999.900 — £ 2.000.000.— Gezeichnetes Kapital: 100 Gründeraktien ä £ 1.— voll bezahlt...........£ 100 — 253.704 Stammaktien ä £ 1.— „ „.......... . „ 253.704.— £ 253.804.—.— Reservefonds............................„ 6.675.13. 8 Trattenkonto............................„ 3.159.12. 4 Rediskonte.............................., 11.591.10. 6 Akzeptkonto...............•.............„ 32.067. 7.10 Kreditoren............................. „ 93.478. 1. 5 Dividendenkonto (unbehobene Dividende)..................„ 14.673. 3. 6 Gewinn- und Verlustkonto: Vortrag aus 1906................„ 232.10. 1 Einnahmen . . . .......................... „ 10.678.18.11 £ 426.360.18. 3 AKTIVA: Kasse: Bar und bei-Banken............'...........£ 7.588. 8. 8 Wechsel- und Devisenkonto....................... 62.945. 9. 1 Debitoren gegen Akzepte, wie oben.......*.............„ 32.067. 7.10 The Anglo-Palestine Company Ltd., Jaffa.................. „ 71.266.—. 7 Debitoren: a) Nostri . ............... . . £ 39.755. 2. 5 b) Lori und Diverse................, 95.537. 3. 4 c) Gegen Unterpfand...............„ 15.973. 3. 6 „ 151.265. 9. 3 Effektenkonto.................. . .........., 95.335. 2. 6 Mobiliar..............................„ 728.12. 4 Filiale Whitechapel (40 °/o Gründungsspesen abgeschrieben) ............„ 178. 4. 9 Ausgaben............................ . „ 4.986. 3. 3 £ 426.360.18. 3 17 g ooooooooo <2^2T NACHRICHTEN SS OOOOOOOOO Die national-jüdische Bewegung in Österreich Wien: Donnerstag, den'3. Oktober 1. J. veranstaltete die Wiener jüd. akad. Ferialverbindung „Zephyra" im Caf6 Marienbrücke einen Vortragsabend für die jüdische Mittelschuljugend, bei welchem Dr. Nathan Birnbaum und Dr. Hermann Kadisch über „Jugend und Judentum" referierten und an dem sich gegen SOO Personen beteiligten. Nach den einleitenden Worten des Erstcharg. jur. Bondy, begann Dr. Birnbaum seinen Vortrag, der durch seinen geistvollen Ciehalt tiefen Eindruck auf die Anwesenden machte. Der Tenor meiner Ausführungen war kurz gesagt nachstehender: Das Judentum;ei trotz seines Alters eines der jugendkräftigsten Völker, weshalb Pflicht eines jeden sei, für diese als lebendes Volk einzutreten. *)ie Nationalität bedeute im Leben der Menschheit einen außerordentlich wichtigen Faktor, der einzelne Gruppen mit demselben nteressenkreise aneinanderfüge. Nationalitätsqualitäten besitze auch las Juden volk, insbesondere jener Teil desselben, der den Jargon spreche ind Dreiviertel des gesammten Volkes ausmache und der sich auch iie nationale Schöffungskraft ungeschmälert bewahrt habe. Rednner •erwies auf die hohe literarische Stufe, welche die hebräische Sprache unter den Ostjuden erreicht habe und auf die Ausgestaltung Jer jüdischen Sprache im sogenannten Jargon zu einer Kultur- und itteratursprache im vollsten Sinne des Wortes. Die Ostjuden haben auch eine Kunst geschaffen, deren Bedeutung uns immer mehr zur Erkenntnis komme und deren Eigenart im höchsten Maße Beachtung verdiene. Schließlich appelierte der Vortragende an die Anwesenden, nicht etwa mit dem Verstände zu prüfen, ob sie zum jüdischen Volke gehören, denn hier entscheidet nicht nüchterne Überlegung sondern lediglich Empfindungen und Gefühle. Nach dem Referate Dr. Birnbaum, das mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde, erteilte der Vorsitzende dem zweiten Referenten Dr. Hermann Kadisch das Wort. Lebhaft begrüßt führte derselbe aus, daß die Jugend das köstlichste Kleinod des jüdischen Volkes bilde, auf dem alle seine Hoffnungen beruhen. Ein Überblick über die Lage der Juden in den verschiedenen europäischen Staaten, auf die überall um sich greifende antisemitische Strömung beweise, daß eine allgemeine Judenfrage existiere. Die neue jüdische Bewegung, die sich die Lösung dieser Frage zum Ziele gesetzt habe, sei keineswegs, wie die Gegner behaupten, reaktionär, sie sei modern in nationaler, politischer und ökonomischer Richtung. Der jüdische Nationalismus schließt nicht aus sondern ein und stehe auch nicht im Gegensatze zu einer wahrhaft demokratischen und radikal sozialen Politik. Die jüdische Moderne, die die vollständige nationale Gleichberechtigung für das eigene Volk reklamiere, werde auch niemals die Hand zur Unterdrückung anderer Volksstämme bieten. Am Schlüsse seiner Ausführungen forderte

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