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Die Welt · 1907-10-18 · 42 (18.10.1907) · page 14

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
42 (18.10.1907)
Date
1907-10-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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16 DIE^ELT No. 42 Liverpool: In der verflossenen Woche veranstaltete der zionistische Frauenverein in der Daulby Hall eine öffentliche Versammlung, in der Madame Pewsner aus New York über „Die Pflichten der jüdischen Frau" sprach. Die Rednerin agitierte insbesondere für eine Unterstützung des Bezalel, für den an diesem Abend ca. Mk. 100 gesammelt wurden. Sehr viele neue Mitglieder wurden gewonnen. Die Eröffnung des Herzl=Qedächtnisheims Ein bedeutungsvoller Tag war für die jüdische Gemeinde und die zionistischen Gesinnungsgenossen in Leeds der 6. Oktober. An diesem Tage wurde die zionistische Synagoge und das damit verbundene Herzl- Gedächtnisheim eröffnet. Das Gebäude, das die beiden Anstalten enthält, befindet sich in der Brumswick Street, dem Mittelpunkt des jüdischen Distriktes, und hat die Summe von Mark 22 000 gekostet, von denen über die Hälfte durch eine Stiftung von Jacob Moser aus Bradford gedeckt worden ist. Das Gebäude enthält einen großen Versammlungsraum, eine Synagoge, eine Bibliothek und einen Lesesaal. Für die Entwicklung der zionistischen Vereine in Leeds dürfte die Anstalt bald von größter Bedeutung werden. Die Eröffnung und Einweihung fand unter großen Feierlichkeiten statt. Dr. Gaster hielt im Minchahgottesdienst die Predigt. Nachher wurde die Eröffnung der Halle durch eine glänzende Versammlung gefeiert, bei der man besonders warm des hochherzigen Stifters gedachte. Ate ein Andenken an die bedeutungsvolle Feier überreichte man Herrn Moser einen goldenen Schlüssel. Am Abend fand in der Albert Hall eine überaus stark besuchte Massenversammlung statt. Zahlreiche Glückwunschschreiben wurden verlesen. Herr Moser, der mit lebhaftem Beifall empfangen wurde, sprach in ausgezeichnetem Vortrage über die Ergebnisse des achten Kongresses. Amerika Das Aufsehen, das die Öffentliche Behauptung Jakob H. Schiffs hervorgerufen hatte: „Zionismus sei unvereinbar mit wahrem Amerikanertutrr, und die energische und leidenschaftliche Abwehr, zu der die amerikanischen Zionisten demgegenüber gegriffen haben, hat Herrn Schiff veranlaßt, in einem zweiten offenen Briefe an Prof. Schlechter seine ebenso unvorsichtige wie ungerechte Behauptung zu modifizieren. Zwar beharrt er auch jetzt noch auf seinem Standpunkte der absoluten Ablehnung des Zionismus, aber er findet sich doch genötigt, zu erklären, daß es ihm durchaus fern gelegen habe, zu behaupten, Zionismus sei unvereinbar mit Patriotismus.- Damit hat er den wesentlichen Inhalt seines ersten Briefes zurückgenommen, und es ist kein Grund mehr vorhanden, sich darüber aufzuregen; denn das, was er an Beweisen gegen den Zionismus vorbringt, ist ebenso alt wie der Zionismus selbst, und man kann unmöglich von den Zionisten verlangen, daß sie all das, was sie seit einem Jahrzehnt Tag für Tag wiederholen mußten, deshalb jetzt aufs neue vorbringen, weil Jakob H. Schiff erst jetzt auf dem Punkte absoluter Verständnislosigkeit für den Zionismus angelangt ist, den seine europäischen Gesinnungsgenossen zum größten Teil schon überschritten haben. Der „Jewish Comment", der an der ganzen Angelegenheit am meisten den Mangel an Takt und Aufrichtigkeit zu tadeln hat, mit dem Herr Schiff zuerst seinen Brief in die Presse gebracht hat, um sich dann bitter darüber zu beklagen, daß sich die Öffentlichkeit mit so leidenschaftlichem Interesse der Sache angenommen hat, schreibt im Anschluß an seine Betrachtungen über den zweiten Brief des Herrn Schiff: „Unglücklicherweise ereignete sich diese Angelegenheit zu einer Zeit, wo die Stellung Mr. Schiffs nicht so unangreifbar ist, als sie es zu sein pflegt, und der Glaube, der viele beherrschte, daß hier ein wirklich großer, angesehener, sympathischer, mächtiger und weiser Jude sei, der infolge seiner Charakterstärke und seiner Stellung alle jüdischen Kräfte unter seiner Führung vereinigen könne, hat Schiffbruch gelitten: Mr. Schiff ist heute zweifelsohne der erste Jude Amerikas; aber er ist nicht groß genug, um das leitende Haupt der nahezu zwei Millionen intelligenter und unabhängiger Juden dieses Landes zu sein." Dritte Jahreskonferenz der Poale Zion (Schluß) Der größte Teil der Donnerstag-Verhandlungen war der Palästinafrage gewidmet. Nach einem am Nachmittage erstatteten Bericht des Palästinabureaus wurde beschlossen, einen für Palästinazwecke gesammelten Fonds von 1000 Dollars dem Palästinabureau zum Zwecke der Erleichterung der Einwanderung und des Kolonisationswerkes in Palästina zu übergeben. Die Freitagsitzung fand hinter verschlossenen Türen statt. Die Verhandlungen drehten sich hauptsächlich um die Frage des Parteiorgans „Der jüdische Kämpfer". Die Konferenz beschloß, die Summe von 5000 Dollars zum Zwecke der Erhaltung des Blattes aufzubringen, die im Laufe von 5 Monaten gesammelt sein müssen. Mr. J. Zaar, ehemals Redakteur verschiedener Zeitungen in Rußland, wurde als Redakteur des Parteiorgans bestellt. Am Samstagabend fand ein großes Bankett in den Räumen der Hebräischen Literarischen Gesellschaft statt, an dem außer den 57 Delegierten noch fast 300 Personen teilnahmen. Es wurde eine Sammlung für die Zwecke des „Jüdischen Kämpfers" veranstaltet, die 100 Dollars ergab. Am Sonntagnachmittag fand eine Massenversammlung in der Neuen Auditoriumhalle statt, bei der mehr als 1500 Personen anwesend waren und die in der enthusiastischen Weise verlief, die, wie die amerikanischen Zeitungen sagen, so charakteristisch ist für poale-zionistische Versammlungen. Es sprachen die Herren Zaar, Aaronin, Aberson und Kopelovich. Abends fanden die Wahlen statt. Zum Generalsekretär wurde J. Rosofsky gewählt; zu Mitgliedern des Generalkomitees wurden die Herren J. Zaar, J. Aberson, A. Erenreich, M. Apfelbaum, M. So od ma n und H. Finemann bestimmt. Tiefbetrübt geben wir hiermit allen unseren Bb. und Freunden Nachriebt vom Ableben unseres unvergeßlichen Bb., Gründers und gewesenen Coseniors unserer Verbindung, Ing. Adolf Monderer. Die jüdisch-akademische Verbindung Judea in Lemberg.

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