Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 40 (4.10.1907)
- Date
- 1907-10-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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* DIE WELT Internationale Genossenschaftsallianz Ruf: Medice, cura te ipse (Arzt, heile dich selbst) zu richten. Wenn der König durch seine staatsmännische Klugheit und seine langjährigen Erfahrungen die Justizreform in Macedonien fördern kann, so müßte er doch vor allem die Regierungsreform in seinem eigenen Lande den unglücklichen Juden gegenüber fördern. Hat nicht Rumänien ein „Macedonien" in seiner eigenen Mitte? Wozu nach Reformen in der Fremde schweifen — die Notwendigkeit einer Reform liegt ja so nahe! Der italienische Staatsminister Luzatti sagte in der Eröffnungsrede auf dem Kongreß der Internationalen Genossenschaftsallianz u. a.: „Die Größe unserer Institutionen liegt ganz besonders in dem Streben nach aligemeiner Verbrüderung, das dieselben in dieser internationalen Vereinigung der Schwachen und Starken, der Glücklichen und minder Beglückten verbindet. Das Genossenschaftsprinzip hat allen Kritiken und allen praktischen Angriffen siegreich widerstanden, und dieses Werkzeug sozialer Erlösung, das die Engländer, Deutschen, Franzosen, Österreicher, Ungarn, Italiener und andere Völker entdeckten und handhabten, ist nunmehr als die einzige und hauptsächliche Methode der Hebung des Volkswohles von den Sozialisten und Reaktionären und allen denen anerkannt, welche sie zuerst leugneten und verlachten. Aber auch die kleineren Länder, wie Dänemark, Holland, Belgien, Schweiz, Finnland und die Balkanstaaten sollen nicht vergessen sein, die, obwohl sie auf der physischen Landkarte nur wenig Platz einnehmen, auf der moralischen Karte der Selbsthilfe eine glanzvolle Stellung innehaben. Einige von ihnen, wie schon das Beispiel Dänemarks genügend zeigt, sind wahre Laboratorien glücklicher sozialer Experimente zu Nutz und Frommen der ganzen Menschheit." Diese Gedankenreihe, von einem Juden anläßlich einer internationalen Tagung, in seiner Eigenschaft als Staatsminister und als Pionier auf dem betreffenden Gebiete, autoritativ dargelegt, könnte noch nach einer andern Richtung ergänzt werden. Nicht nur die schon jetzt normal eingerichteten Völker, die der Redner aufzählte, sondern auch diejenigen, die sich zu einem neuen Leben aufraffen, dürften sich des Genossenschaftssystems bei ihrem kolonisatorischen Beginnen mit Erfolg bedienen und nicht in letzter Reihe das Volk, dem der Redner durch Abstammung und Religion angehört. Es ist das schwächste Volk und gerade auf dem Punkte der Genossenschaft ist es von einer quälenden, außergewöhnlichen Notdurft bedrängt, da die meisten seiner Söhne, in vollständiger Vernachlässigung dieses Prinzips für alle anderen Völker arbeiten, nur nicht für ihr eigenes. Goluth, „Dispersion", „Removal" — sind die Antithesen des Genossenschaftsprinzips in einem tieferen Sinne. Ganz jüdisch, weil prophetisch-apostolisch, klingen die Schlußsätze in Luzatti's Rede: „Welche Fülle neuer Bande der Wissenschaft, des Verkehrs und des Kredits! Jeder Genossenschaftler wird sich so, außer als Bürger der eigenen Heimat, zugleich als Mitbürger einer fortgeschritteneren, entwickeltereren, von jeder sie heute noch bedrückenden politischen, moralischen und ökonomischen Wucherwirtschaft*befreiten Menschheit fühlen . . ." Dieser poetische Traum, den Luigi Luzatti spann, erinnert fast an die phantastischen hebräischen Poeme der Luzattis. Ein „Lajscharim-Tehilla"1)-Ton klingt heraus. Als interessantes Pendant zu unserem in der letzten Nummer der „Welt" abgedruckten Bericht über die Lage der Juden in Schweden reproduzieren wir folgenden Artikel der „Staatsbürgerzeitung": Die jüdisch-russische Kolonie in Stockholm ist in den letzten 2 Jahren stark angeschwollen, so stark, daß sie bei dem Mangel fester Quartiere viele der ihrigen aufs Land losgelassen hat, wo sie durch Betreiben ungesetzlichen (?) Handels die besondere Aufmerksamkeit der Bevölkerung erregt haben. Während sie No. 40 Die Juden in Schweden ') Der Titel eines hebräischen Poems von M. Ch. Luzatto. einerseits Waren zu Preisen absetzen, die dem Wert der Waren nicht entsprechen, verstehen sie es, Antiquitäten aufzustöbern und zu niedrigen Preisen an sich zu bringen; erregen sie aber durch andere geschäftliche Manipulationen, Schiebungen, Strohmänner usw. Verdacht, so ist es äußerst schwer, ihnen auf die Schliche zu kommen, da sie sich von Ort zu Ort herumtreiben, ständig die Namen wechseln und durch falsche Angaben ihre Verhältnisse zu verschleiern verstehen, auch spricht es sich unter ihnen sofort herum, wenn einmal gegen einen Stammesgenossen etwas anhängig gemacht wird. Diesem der in Upsala erscheinenden „üpplandsposten" (Nr. 60) entnommenen niederen Bilde entspricht auch die Regsamkeit auf geistigem Gebiete, die nichts anderes erstrebt, als eine Beherrschung der Literatur und der öffentlichen Meinung in jüdischem Sinne. (!) Gegenwärtig wird in der schwedischen Presse um einen einzigen Sitz in der schwedischen Akademie ein wegen der aufeinanderplatzenden Gegensätze bedeutungsvoller Kampf ausgefochten. Dieser Areopag, die Gesellschaft der Achtzehn, hat es bisher verstanden, sich die Literaturjuden vom Leibe zu halten. Jetzt versuchen sie aber wiederum einzudringen, hauptsächlich aus dem Grunde, weil die Akademie bei dem hohen Range ihrer Mitglieder einen großen Einfluß auf die gesellschaftlichen Auffassungen ausübt und weil sie von Nobel mit dem Verteilen der Nobelpreise betraut ist. Es gilt nun, die Stelle des verstorbenen Professors Nyblorn zu besetzen, wofür man den bereits vor mehreren Jahren abgewiesenen Professor Schück vorgeschlagen hat. Schück hat aber abgelehnt, da er die damalige Nichtbestätigung auf die Gegnerschaft des ständigen Akaderniesekretärs, Schwedens jetzt lebenden größten Dichters Dr. C. D. af Wirsen, zurückführt, der die Reinheit der Akademie wie eine belagerte Festung mit altschwedischem Mut verteidigt. Die Akademie ist es aus diesem Grunde gewohnt, Gegenstand offener und geheimer Angriffe unter verschiedenerlei Masken zu sein. Es gibt nämlich noch eine Akademie, die Bonniersche, bestehend aus dem Wespenschwarm, der sich an dem Honigtopf des Verlagsjuden Alb. Bonnier in Stockholm vollsaugt, und dieser Klüngel sucht das schwedische Volk zu bemeistern. Mit dem Hochmutsteufel im Nacken schaut er auf die bereits umgarnten Schweden herab und verachtet und befeindet ihre Gesittung. Anläßlich der letzten Akademiewahl, bei der die gesamte Manchesterpresse Schwedens im Bunde mit der Entartungsbellestristik ihr möglichstes geleistet hatte, schrieb das in Malmö erscheinende Schonische Tageblatt bezeichnend: „Die Aktien der ehrenfesten schwedischen Akademie werden j? nun durch die jetzt stattgefundene Zuvyahl bei der „Bonniersehen Akademie" und der von ihr vertretenen Literaturclique nicht gerade steigen, aber das bedeutet entsetzlich wenig." Den noch ist es nicht ausgeschlossen, daß diesmal durch Betreibung des nötigen Brimboriums erreicht wird, daß wenigstens ein Zuverlässiger oder Nahestehender in die Akademie einzieh'. Man muß bedenken, daß dazu ein ergebener und ein - geschworener Pressapparat zur Verfügung steht, der sich übe das ganze Land erstreckt und auch in der Provinz durch Besitz- Wechsel nationaler Blätter Urteilskraft und politische Anschauung des nationalen Teiles des Volkes aufs schwerste schädigt. Taktisch ist auch schon dadurch solchen Strömungen vorgearbeitet worden, daß man sich der „Kritik" bemächtigte. Gefördert wird nur, was gegen das heroische und germanisci 1 Wesen des Schwedentums zu Felde zieht und wie Strindben< das geschichtliche Bewußtsein im Zusammenhang mit den großen Königen zerrüttet. Die Lehrstühle der Ästhetik un « Literaturgeschichte sind mit Juden besetzt: in Upsala mit obengenanntem Schück, in Stockholm mit Prof. Warburg, den sn ebenfalls in die Akademie hineinzwingen wollen, sowie den jungen jüdischen Fanatiker Levertin, dem man vom schwedischen Reichstag fast als persönliche Belohnung für seine Polemik gegen die schwedischen Klassiker eigens einen Lehrstuhl bewilligen ließ. Und den Kriegschor werden die Herren Valentin und Brandes vollmachen, der eine mit seinem Witzblatt, der andere mit seinem Moniteur „Politiken" in Kopenhagen, der ja in der letzten Zeit mit seinen nordischen Krisen viel zur Verhetzung zwischen Dänen und Schweden beigetragen hat, derartig, daß man sich geradezu über „ernsteste Schädigung von Landesinteressen" beklagt hat. Doch was kümmeris die Auserwählten! Wie bezeichnend für ihre volksfremde Haltung war das große Jubelfest, zu dem sie auch Georg Morris Cohen Brandes nach Stockholm einluden, wobei sie als Statisten und „Volk" hinter den Semiten die Feministen, die Spitze der Sozialdemokratie und eine Abordnung von den bekannten „dummen Schweden" mit ihrem Vorsitzenden, dem