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Die Welt · 1907-10-11 · 41 (11.10.1907) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
41 (11.10.1907)
Date
1907-10-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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frage wurde vom Vorsitzenden dahin beantwortet, daß in einer der ersten Sitzungen des D.-K. diese Angelegenheit zur Sprache gebracht und das Nötige veranlaßt werden wird. Nach einer Schlußrede des Herrn Taubes wurde die lagung geschlossen. Mittwoch, nach Schluß der Nachmittagsitzung, begaben sich sämtliche Delegierte zu einer Besichtigung in das israelitische Waisenhaus. Die musterhafte Ordnung in allen Lokalitäten, das prächtige und zufriedene Aussehen der Kinder, machte auf die Besucher den besten Eindruck, und alle drückten der Verwaltung ihre Zufriedenheit aus. Bei dieser Gelegenheit wurde das Waisenhaus mit Spenden bedacht. Nachher begaben sich die Delegierten ins Hotel „Grand", wo der jüdische akademische Verein „EmLinah" zu Ehren der Delegierten einen Kommers veranstaltete. Außer den hiesigen und auswärtigen Delegierten erschienen zum Kommerse sämtliche Verbindungen und mehrere Gäste. Nach der Begrüßung durch Herrn cand. iur. Schwitz erhielt das Wort das Mitglied der „Eniunah", phil. Rim, worauf in bunter Reihe Toaste ausgebracht und nationale Lieder zur Unterhaltung der Gäste vorgetragen wurden. Der Verlauf des Kommerses, der bis nach Mitternacht dauerte, war ein glänzender. Mitteilung des Palästinaressorts betreffs des hebräischen Gymnasiums Zwischen dem Palästinaressort und dem Odessaer Komitee ist betreffs des hebräischen Gymnasiums in Palästina folgende Vereinbarimg getroffen worden: 1. Bis ein Fonds zur Sicherstellung des hebräischen Gymnasiums in Jaffa seitens unserer nationalen Institutionen gesammelt sein wird, bleibt dasselbe Eigentum der Agudath Hagymnasiah Haibrith b'erez Israel. 2. Die finanzielle Verwaltung des Gymnasiums für das Jahr 5668 jüdischen Datums, gemäß dem von dem Vereine des hebräischen Gymnasiums aufgestellten Budget von 21 000 Francs wird dem Odessaer Palästinakomitee übertragen, das zu gleicher Zeit die Zentralstelle für alle in Rußland zugunsten des Gymnasiums eingehenden Sammlungen zu bilden hat. Das Palästinaressort, als Zentralstelle für die Sammlungen zugunsten des Gymnasiums für sämtliche Länder außerhalb Rußlands, bewilligt für das laufende Jahr dem Gymnasium eine Subvention von 4000 Francs, die es dem Odessaer Komitee zur Verfügung zu stellen hat. 4. Dem Odessaer Komitee steht das Recht der Kontrollle über alles, was im Gymnasium vor sich geht, zu. 5. Die Beiträge der Gründungsmitglieder werden dem Odessaer Komitee für die Zeit des Schuljahrs 5668 in Aufbewahrung gegeben. Gemäß den Statuten des hebräischen Gymnasiums dürfen die Beiträge der Gründungsmitglieder nur zur Ausstattung des Gymnasiums, d. h. zum Ankauf von Büchern, Möbeln, Lehrmitteln usw. verwendet werden und bleiben für sonstige laufende Ausgaben des Gymnasiums unantastbar. XB. Da infolge der Geringfügigkeit der regulären Hinnahmen des Palästinaressorts die Subventionen an die kulturellen Anstalten Palästinas „nur" mit Hilfe freiwilliger Sammlungen bestritten werden können, so ergeht an die Freunde des hebräischen Gymnasiums in Palästina die dringende Bitte, desselben bei jeder passenden Gelegenheit zu gedenken. Sämtliche in Rußland eingehende Beträge sind an das Odessacr Komitee zu überweisen, während Spenden für das hebräische Gymnasium in allen übrigen Ländern an den Jewish Colonial Trust oder Herrn Prof. Warburg zu senden sind. P. S. Sämtliche Parteiblätter werden um Abdruck vorliegender Mitteilung gebeten. Verein jüdischer Mädchen „Mirjam'* in Wien Jüdische Schwestern! Zehn Jahre sind es her daß unser Volk wieder unter nationaler Flagge vereint ist. In den zehn Jahren zionistischer Bewegung hat der Gedanke des jüdischen Volkstums alt und jung, arm und reich ergriffen, und heute würde sich lächerlich machen, wer uns unser Volkstum absprechen wollte. An der Entwicklung des Zionismus, an der Hebung des Nationalgefühls haben die jüdischen Mädchen nach ihren bescheidenen Kräften mitgearbeitet. In Wien haben die Vereine „Moriah" und „Hadassa" die Werbearbeit zu leisten versucht und in früheren Jahren auch Erfolge erzielt. Beide Vereine haben sich aber leider aufgelöst. Um die begonnene Arbeit energisch fortzusetzen, um die hehre zionistische Idee, die Idee des jüdischen Nationalismus unter den jüdischen Frauen und Mädchen Wiens zu festigen und in ihre Seeleu jene Überzeugungen zu pflanzen, die sie befähigen werden, ihre Posten in den jüdischen Kämpferreiheu voll ausfüllen zu können, haben wir einen neuen Verein gebildet, der im Zeichen des VIII. Kongresses seine Arbeit beginnen soll. Unser Leitsatz sei: Rückkehr zum Judentum! Wir wollen jüdisches Wissen und Empfinden pflegen, uns an jüdischer Geselligkeit erfreuen und auch sonst durch literarische Vorträge und populärwissenschaftliche Kurse den Mitgliedern Anregung zum Selbststudium und zu geistiger Arbeit geben. Die Errichtung eines Lesezimmers und einer jüdischen Bibliothek ist in Aussicht genommen. Wir richten unseren Ruf an die nationalgesinnten Mädchen und an jene, die uns vorurteilslos gegenüberstehen: tretet in unseru Verein „Mirjam" ein, wir wollen durch stille, ernste, von hohen Gesichtspunkten geleitete Arbeit, - - nicht durch Politisieren und leeres Debattieren, dem Ziel zustreben: gleichwertig dem Manne zu sein in treuer Arbeit für Volk und Heimat! Tischri 5668 iei1September 1907. Gisela Kohn Sophie Thau Schriftführerin Präsidentin. Anfragen und Beitrittserklärungen an die Adresse: Sophie Thau Wien IX, Wasagasse 20 T. 29. =L^= NACHRICHTEN =^^o7 -i^S^-l Delegiertentag des Jüdischen Frauenbundes Der Jüdische Frauenbund, dem 85 Vereine angeschlossen sind, hielt Montag und Dienstag in der „Frankfurt-Loge" seinerzweiten Delegiertentag. Der Besuch war am Montag sein stark. Frl. Bertha Pappen heim-Frankfurt, die Vorsitzende, er öffnete die Sitzung. Rechtsanwalt Dr. Blau hieß den Frauenbund im Namen des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde willkommen Rechtsanwalt Dr. Richard Merzbach im Auftrage der „Frankfurt Loge", Charles Hallgarten wünschte im Namen des Israelitischer. Hilfsvereins den besten Erfolg. Nach einer Reihe geschäftlichem Mitteilungen sprach Fräulein Bertha Pappenheim über die Sittlich keitsfrage und wandte sich energisch gegen die Behauptung, dal-

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