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Die Welt · 1907-10-11 · 41 (11.10.1907) · page 13

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
41 (11.10.1907)
Date
1907-10-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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welche dem D.-K. unterstehen. Diese Kreiskomitees werden aus 3-^5 Mitgliedern gebildet, deren jeweiliger Obmann ordentliches .Mitglied des D.-K. wird. Der Referent begründete diese Anträge, besprach sodann die in der Bielitzer Landeskonferenz gemachten Anregungen auf Errichtung von Zentral-Komitees und schlug folgende Resolution vor: Der am 17. u. 18. Tischri in Czernowitz tagende D.-T. spricht sich für die Beibehaltung der bisherigen Organisation (D.-K., L.-K. und A.-K.) ohne Vermittlung eines Zentralkomitees aus. Sollten jedoch die Anregungen der Bielitzer Landeskonferenz auf Errichtung eines Z.-K. in Qalizien zur Durchführung gelangen, beschließt der D.-T.: In Erwägung des Umstandes, daß die Unterstellung der Bukowina unter ein galizisches Z.-K. für den Bestand und die gedeihliche Entwicklung des Zionismus in der Bukowina nur nachteilig sein kann, da die Agitations- und Organisationsformen in der Bukdwina sowohl sprachlich als auch dem ganzen Wesen nach ganz verschieden von der in Galizien sind, ist gleichzeitig ein Z.-K. in der Bukowina mit dem Sitze in Czernowitz zu-errichten. Bevor die Debatte über dieses Referat, das über eine Stunde dauerte, eröffnet wurde, erteilt der Vorsitzende Herrn med. SUberroth das Wort, der die Mitteilung machte, daß die Czernowitzer Jugend Herrn Löbel Taubes ins Goldene Buch des Nationalfonds eingetragen hat. Die Debatte über das Thema „Organisation" währte ungefähr drei Stunden. Nach dem Schlußwort des Referenten, der auf alle Einwendungen reagierte, wurden die von ihm gestellten Anträge sowie die vorgeschlagene Resolution einstimmig zum Beschluß erhoben. Dr. Ch. Kinsbrunner bringt zur Kenntnis, daß die Mittelschulprofessoren Dr. Engel und Lieben wegen ihrer zionistischen Gesinnung im Disziplinarwege gemaßregelt wurden, und stellt den Antrag : Der heutige D.-T. drückt den zwei wackeren Zionisten, den unerschrockenen Kündern des national-jüdischen Gedankens, den Herren Prof. Dr. Engel und Lieben, Dank aus für die intensive Betätigung ihrer nat.-jüd. und zionistischen Gesinnung. Der heutige D.-T. erwartet von den jüdischen Abgeordneten des österreichischen Parlamentes, daß sie die staatsgrundgesetzlich gewährleistete Freiheit der Meinungsäußerung des jüdischen Staatsbürgers, auch wenn er Staatsbeamter ist, gegenüber der österr. Regierung wahren werden. Dieser Antrag wurde per Akklamation angenommen. Auf Antrag des Delegierten Herzberg wurde beschlossen, aus der Mitte des neuzuwählenden Distriktskomitees eine Agitationskomission, bestehend aus 5 Mitgliedern, zu wählen, ferner, diejenigen Vereine, die Aufträge, Anregungen etc. des D.-K. trotz mehrmaliger Aufforderung nicht berücksichtigen resp. Anfragen unbeantwortet lassen, aus der Organisation auszuschließen. Nachdem noch der Antrag des Del. Dr. Schauer, einen Bezalelverein für die Bukowina in Czernowitz zu errichten, angenommen worden war wurde die Sitzung geschlossen. Die dritte Sitzung wurde Donnerstag, den 18. Tischri (26. September) a. c. um 10 Uhr vorm., eröffnet. Zum Referate: „Nationalfonds" erhielt Herr Redakteur Löbel Taubes das Wort. Er legte dem Distriktstag einen Nationalfondsausweis für die Zeit von November 1906 bis Anfang September 1907 vor, dem wir folgende Ziffern entnehmen: Aus 22 Ortschaften liefen im Laufe dieser Zeit Spenden in der Höhe von K. 2 802,28 ein. Hiervon entfielen auf Czernowitz K. 1 436,35. Allgemeine Spenden waren K. 1 167,26, Sammelbogen K. 623,68, Selbstbesteuerung K. 583,83, Büchsen K. 427,51. Der Referent besprach sodann die Wichtigkeit der Ölbaumspenden und teilte mit, daß eine rege Agitation diesbezüglich entfaltet worden ist, die bereits erfreuliche Resultate gezeitigt Jiat. Es wurden bisher im Verlauf einer sehr kurzen Zeit über 100 Ölbaumspenden, außerdem in Radautz anläßlich des Abschiedes der gemaßregelten Mittelschulprofessoren Dr. Engel und Lieben ca. 60 gesammelt. Nach einer längeren Debatte über dieses Referat wurden auf Vorschlag des Referenten folgende Beschlüsse gefaßt: I. Zwecks Ermöglichung einer statistischen Obersicht und Schaffung einer genauen Kontrolle über sämtliche gesammelten N.-F.-Gelder, sowie entsprechender Ausgestaltung dieser so sehr wichtigen Institution in der Bukowina überhaupt, wird es allen Gesinnungsgenossen, insbesondere allen zionistischen Vereinen, Vertrauensmännern und N.-F.-Sämmlern zur Pflicht gemacht, sämtliche N.-F.-Gelder ausschließlich vermittels des D.-K. abzuliefern. II. In allen Orten der Bukowina, ohne Rücksicht darauf, ob dort zionistische Vereine existieren oder nicht, sind N.-F.-Kommissionen, resp. Kommissäre und Vertrauensmänner zu bestellen, welchen die Pflicht obliegt, jede entsprechende Gelegenheit zur Sammlung und Propagierung des N.-F. auszunützen. III. Nach den gesammelten Erfahrungen soll das Hauptaugenmerk der N.-F.-Kornmissionen, Vertrauensmänner etc. auf die Sammelbüchsen des N.-F., welche in möglichst großer Zahl in allen Orten anzubringen sind, gerichtet sein. Ebenso sollen freudige Anlässe und dgl. zu Sammlungen für den N.-F. ausgiebig ausgenützt werden. IV. Alle von zionistischen Vereinen und Korporationen ausgehenden Schriftstücke, Einladungen, Karten usw. müssen mit Nationalfondsmarken versehen werden. Ebenso hat jeder zionistische Verein bei Veranstaltungen gegen Entree einen bestimmten Prozentsatz dem Nationalfonds zu widmen. Nach kurzer Debatte wurde zur Wahl geschritten, die folgendes Resultat ergab: Herr Sigmund Weißglas wurde als Obmann einstimmig wiedergewählt. In das Distriktskomitee wurden folgende Herren und Damen gewählt: Löbel Taubes, Dr. Mendel Kinsbrunner, Hermann Gottesmann, Frl. Auguste Wetzler, Hirsch Taubes, Max Wender, Dr. Osias Schorr, Salomon Kaßner, Dr. Filipp Fleischer, Dr. Chaim Kinsbrunner. In der Nachmittagssitzung erstattete Herr Dr. Schajowicz das Referat über „Wirtschaftspolitik" und stellte folgenden Antrag: Der am 17. und 18. Tischri 5668 in Czernowitz abgehaltene zionistische Distriktstag beschließt die Errichtung von Volksbanken und überträgt die Ausführung dieses Beschlusses einer besonderen Kommission, bestehend aus 7 vom D.-T. zu wählenden Mitgliedern. Die Kommission wird ermächtigt, alle zur Gründung von Volksbanken nötigen Vorarbeiten durchzuführen und dem D.-K. allmonatlich Bericht zu erstatten. Letzterem wird zur Pflicht gemacht, die Tätigkeit dieser Kommission zu überwachen und derselben die zur Gründung erforderlichen Mittel zur Verfügung zu steilen. Dieser Antrag wurde nach eingehender Debatte angenommen. Der Referent für Realpolitik, Herr Dr. Ch. Kinsbrunner; verlas mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit nur die Thesen seines Referates. Es wurde beschlossen: 1. Der Distriktstag drückt allen Bestrebungen, die auf Schaffung einer gesunden und demokratischen Realpolitik gerichtet sind, seine Sympathie aus, spricht aber die grundsätzliche Trennung der zionistischen und realpolitischen Tätigkeit aus, die schon durch die Statuten der zionistischen Organisationen geboten ist. 2. Der Distriktstag beschließt die Schaffung von realpolitischen Organisationen in dem ganzen Lande. Die Tätigkeit dieser Organisationen hat sich auf sämtliche Gebiete des jüdischen politischen und Volkslebens zu erstrecken. Herr Quittner referierte über die Gründung von hebräischen Schulen in der Bukowina. Die Förderung solcher Schulen wurde beschlossen und ein Komitee zu diesem Zwecke eingesetzt. Hierauf wurden mehrere Eventualanträge gestellt und die Anfrage an das neugewählte D.-K. gerichtet, welche Schritte es zwecks Hereinbringung jener 550 Kronen zu unternehmen gedenke, welche das Lemberger „Tagblatt" ■ aus den Sammlungen für die rumänischen Notleidenden bis zur Stunde noch nicht abgeliefert hat. Diese An-

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