Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 38 (20.9.1907)
- Date
- 1907-09-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 38 DIE^EELT 11 bedürfen, von den Kolonisten während der arbeitsfreien Monate versehen werden. Zur Pflege größerer Anlagen könnten indes neu einwandernde Familien ansässig gemacht werden. Die Überschüsse sollen den kulturellen Anstalten Palästinas zu gute kommen. Die Anlage- und Unterhaltungskosten für den jungen Baum während der ersten 5 Jahre betragen nach der Berechnung der Palästinakommission für jeden Baum 6 Mark. Da für die Zwecke jüdischer Kolonisation noch größere unbebaute Strecken zur Verfügung stehen, so stellt die Ölbaumpflanzung eine besonders leichte und rentable Ausnutzung dieses Besitzstandes dar. So bietet sich jedem einzelnen Gelegenheit, durch eine Spende von 6 Mark das Werk der Kolonisation Palästinas zu fördern. In den letzten 2 Jahren ist in Deutschland allein eine so große Anzahl von Ölbäumen gespendet worden, daß vor wenigen Monaten bereits ein großer Olivenhain in der Nähe der fruchtbaren jüdischen Kolonie Chederah angelegt werden konnte. Helfe ein jeder, dem das heilige Werk am Herzen liegt, die Basis begründen, auf der sich ein neues freies Leben unserer schwer bedrückten Brüder entwickeln soll. (Folgen Unterschriften.) Zur Einsendung der Spende für einen oder mehrere Ölbäume (zu Mk. 6.—) oder von Teilbeträgen bitten wir, sich der beiliegenden Postanweisung zu bedienen. Zahlstelle: Bankhaus Oppenheim & Schweitzer, Breslau I, Ring 27. Vorstehender, von Dr. Sandler-Breslau verfaßter Aufruf wurde kürzlich mit gutem Erfolge in Breslau versandt. Derselbe trug die Unterschriften der Mitglieder der Berliner Palästinakommission und einiger Breslauer Herren, die zum Teil noch nicht den Breslauern als Zionisten bekannt sind. Die Zahlstelle ist außerdem durchaus nicht zionistisch. Die Versendung erfolgte zunächst nur an Nichtzionisten, Akademiker und besser situierte Kaufleute in geschlossenem Kuvert mit dem Aufdruck „privat". Bukowina Czernowitz, 3. Tischri 5668 Das gefertigte Distriktskomitee beruft hiermit den diesjährigen Distriktstag auf die beiden ersten Halbfeiertage des Sukkothfestes d. i. Mittwoch den 17. u. Donnerstag den 18. Tischri (25. u. 26. September) a. c. nach Czernowitz ein. Die erste Sitzung ist für Mittwoch, den 17. Tischri um 10 Uhr vormittags anberaumt. Tagesordnung: 1. Begrüßung des Distriktstages durch den Obmann des D. K. 2. Wahl des Bureaus. 3. Rechenschaftsbericht: a) Allg. Teil, Referent: H. S. Weißglas; b) Kassabericht, „ „ H. Gottesmann; 4. Organisation und Agitation: a) Allg. Teil, Referent: H. Löbel Taubes; b) Presse „ „ S. Weißglas; c) Nationalfond „ „ Löbel Taubes; d) Realpolitik „ „ Dr. Chaim Kinsbrunner; e) Wirtschaftspolitik, Referent: H. Dr. Salomon Schojowicz; 5. Hebräische Schulen, Referent: H. N. J. Qnittner; 6. Wahl des Distriktskomitees; 7. Eventual-Anträge. Die Vereine werden somit höflichst ersucht für die ersten 50 Mitglieder ihres Vereines 2 Delegierte, für alle weiteren Mitglieder einen Delegierten zu wählen. Hierbei wird ausdrücklich bemerkt, das Delegierte nur diejenigen Mitglieder sein können, die in dem Vereine das aktive und passive Wahlrecht haben. Gleichzeitig wird bemerkt, das nur jene Mitglieder das aktive und passive Wahlrecht zum Distriktstag haben, welche den Schekelbeitrag für das abgelaufene Jahr (5667) entrichtet haben. Wir ersuchen ferner, die Delegierten überhaupt aus den im Orte wohnenden, mit den Vereinsverhältnissen vertrauten Mitgliedern zu entsenden. Die Namen der Delegierten sowie die bezüglichen Wahl- resp. Sitzungsprotokolle sind uns bis spätestens 12. Tischri (20. September) a. c. pr. Adresse unseres Vizeobmannes E. Löbel Taubes (für D. K.) Czernowitz, Franzensgasse 12 einzuschicken, Die Delegiertenkarten werden hierorts ausgefolgt. Vom Bukow. zion. Distriktskomitee: Dr. Fleischer, S. Weißglas, Löbel Taubes, Schriftführer. Obmann. Vizeobmann. Gründung einer Misrachi-Federation geplant Am 14. September fand in Berlin eine Mitgliederversammlung der Misrachi-Gruppe statt, in der der Vorsitzende, Herr Hermann Struck, über den Kongreß berichtete. Herr Struck konnte am Schlüsse seiner Ausführungen feststellen, daß der Misrachi mit seinen Erfolgen auf dem Kongreß durchaus zufrieden sein kann. Vor allen sei der Beschluß der misrachistischen Delegierten, in Palästina eine Mittelschule zu gründen, überall mit Beifall aufgenommen worden. Es schloß sich hieran eine lebhafte Aussprache über die vorbereitenden Schritte zur Gründung dieser Schule. Eingehende Behandlung fand auch die Frage der Neuorganisation des Misrachi, dem ja nach dem Kongreßbeschluß die Möglichkeit geboten wurde, eine eigene Federation zu bilden, wenn er über 3000 Schekelzahler in allen Ländern verfüge. Es wurde beschlossen, überall Vertrauensmänner zu ernennen und sich an die Öffentlichkeit mit einem Aufruf zu wenden sowie alle Schekelzahlungen nur an die Vertrauensmänner abzuführen, um so festzustellen, wie groß die Zahl der misrachistischen Zionisten ist. Zu diesem Zwecke werden alle misrachistischen Gesinnungsgenossen in Deutschland gebeten, ihre Adresse dem Schriftführer, Edmund Lewy, Berlin, Auguststraße 84, einzusenden. Schließlich wurde bestimmt, daß nach den Feiertagen eine öffentliche Versammlung stattfinden soll, zu der Herr Lazarus Barth das Referat übernahm. :===^f °° :=^^ NACHRICHTEN J^== Eine neue jüdische Organisation In Lemberg hat sich eine selbständige jüdischpolitische Organisation „Techiath Zion" mit dem Zwecke gegründet, die breitesten jüdischen Massen sozial politisch auszubilden und die jüdischen Interessen, besonders die politischen und ökonomischen, zu schützen. Diese Organisation wird auch diejenigen Rechte wahren, welche den Juden als Mitglieder jüdischer und politischer Gemeinden, als Staats- und Landesangshörigen gebühren und die Solidarität zwischen den galizischen Juden pflegen. Die Statuten dieser Organisation sind bereits bestätigt.