Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 39 (27.9.1907)
- Date
- 1907-09-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Zahlé 4× ep/1047529
- Beirut 2× ep/1047833
- Baalbek 1× ep/1044063
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teilt, eine äußerst schwierige Aufgabe mit Hilfe einetf gänzlich veralteten Regierungsmaschinerie und det Gewißheit einer Einmischung von innen und von außen auszuführen. Es könnte der Meinung Ausdruck gegeben werden, daß dieses eine etwas anmaßende Kritik der Resultate des Experiments von 1860 darstelle, daß seit dieser Intervention Europas sich der Libanon des vollkommenen Mangels jener Unruhen erfreut, die in anderen Provinzen desottomanischen Reiches endemisch sind, und daß die Libanesen selbst am meisten für die wachsende Desorganisation der Verwaltung verantwortlich zu machen sind, oder daß, im Falle der Einsetzung eines strengen Gouverneurs von der Art Rüstern Paschas, es wieder um alles besser „in den Bergen" bestellt wäre. Bevor auf diese Einwendungen eingegangen wird, ist es notwendig, eine kurze Skizze der physischen und sozialen Bedingungen der Provinz, so weit sie für die lokale Politik von Bedeutung sind, wie auch der Verfassung nach dem modifizierten Grundgesetz von 1864 zu geben. „Die Berge" und ihre Bewohner. Die Libanonprovinz, wie sie durch die Protokolle von 1861 und 1864 definiert wird, ist nicht dasselbe wie der Gebirgszug gleichen Namens. Sie kann kurz als ein Streifen gebirgischen Landes bezeichnet werden, im Osten begrenzt von der Wasserscheide und im Westen ducrh das Mittelländische Meer. Sie ist ungefähr 25 Meilen breit und erstrekt sich ungefähr 40 Meilen nördlich und 30 Meilen südlich von Beirut, welche Stadt ebenso wie die Städte Tripoli und Sidon direkt der türkischen Verwaltung untersteht. Am östlichen Abhänge der Hauptkette des Libanongebirges gehört noch die Stadt und ein Teil des Bezirkes Zahleh zur Provinz, das gleiche gilt von der isolierten Ortschaft Hurmil. 30 Meilen nordwestlich von Baalbek. Mit Ausnahme der Nachbarschaft von Beirut und eines Teiles des Bezirks von Küra unmittelbar südlich von Tripoli, ist das Land lediglich eine Folge von steinigen Gebirgszügen, die sich westlich gleich Rippen vom Kamme der Hauptgebirgskette aus erstrecken und von einander durch tiefe und oft abschüssige Schluchten getrennt sind. Mit Ausnahme der oben erwähnten tieferliegenden Strecken ist das Land naturgemäß nur wrenig zum Ackerbau geeignet. Der gesamte Ertrag der Getreideernte, die der sehr steinige Boden ergibt, genügt nicht, die Bedürfnisse der Bevölkerung der Provinz für drei Monate zu decken. In mühseliger Arbeit haben die Bauern an den Abhängen der Hügel Terrassen angelegt, an denen Maulbeeren, Trauben und einige wenige andere Früchte gedeihen. Seidenzucht ist jetzt die hauptsächliche und in manchen Bezirken die einzige Unterhaltsquelle der Bevölkerung. Die Hauptmasse der Kokons, Galletseide und gesponnenen Seide, die von Beirut und Tripoli ausgeführt wird und die in den letzten drei Jahren fast 25000 Ballen betrug, kommt von den Dörfern des Libanon. Ungefähr 20 Spinnereien, von denen einige mehr als 60 Personen beschäftigen, arbeiten in den inneren Distrikten der Provinz. Wein wird allgemein angebaut, und besonders guter Wein wächst in der Nachbarschaft von Zahleh. Schafe und Ziegen sind ziemlich zahlreich, und zwar die letzteren sehr zum . Schaden der spärlichen Oberreste der Waldungen, die einst die Berge bedeckten. Minerale mögen in abbauwürdigen Mengen in gewissen Gegenden zu finden sein, indessen ist über diesen Punkt nichts Genaueres bekannt. Die ganze Gestaltung des Landes macht es geschaffen für politische Zwietracht. Ein Dorf ist oft vor seinem Nachbar auf dem nächsten Bergrücken eint Tagereise entfernt oder, wenn auch nur vier oder fünf Meilen, so doch durch steile, Hunderte von Fuß tiefer und vielleicht acht oder zehn Meilen langen Schluchtei von ihm getrennt. Und die Religion, hier wie Liberal im ottomanischen Reiche die Hauptursache der poli tischen Scheidung, hat die Natur im Hervorheben de* Differenzen zwischen den einzelnen Schichten der Be völkerung unterstützt, die, wie es scheint, ursprünglich durchaus einheitlich war. Die meisten der Religioner und Sekten Syriens sind in „den Bergen" vertreten Vereinzelte Gruppen von Moslems, beide Arten Sunniten und Melwali Schiahs und einige wenige Gebirgsbeduinen wohnen im südlichen Teile des Distrikts von Shüf, in der Nähe von Zahleh und in Kesrawan. während daabgelegene Hurmil hauptsächlich von Melwalis bewohnt wird. Shüf ist das Zentrum der Libanondrusen, die außerdem noch im Distrikt Metu und in Jezzin in; äußersten Süden wohnen. Was die Christen anlangt so ist der nördliche Distrikt mit der wichtigen Ausnahme von Küra, einem griechisch-orthodoxen Bollwerk größtenteils von Maroniten bewohnt. Zahleh ist überwiegend griechisch-katholisch, und in dem südlicher Teil der Provinz sind die Sekten gemischt; die Maroniten dürften dort etwas zahlreicher sein als die Griechisch Orthodoxen, während kleine Gruppen von Protestanten hier und da, hauptsächlich Jn der Nachbarschaft de- Missionen sitzen. Seit 1862 hat keine Volkszählung mehr stattgefunden; es ist darum unmöglich, mehr als eine ungefähre Schätzung der Stärke der gegenwärtiger. Bevölkerung der Provinz zu geben. Nach den best informierten Autoritäten sind die Maroniten ca. 220 00 * und die Drusen 60 000 Seelen stark, während die Griechisch; Orthodoxen ca. 45 000 Seelen zählen. Der Rest vo 60 000—70 000 verteilt sich hauptsächlich auf Griechisch - Katholische und Sunni und Metwali Moslems. Die Lage des Zionismus in den verschiedenen Ländern III. Bulgarien 1. Schekel: Im verflossenen Jahre wurden 125 Schekel gesammelt; das bedeutet gegenüber dem Resir täte des vorhergehenden Jahres einen gewissen Fortschritt. Im Verhältnis zu andern Ländern und vor alle1 im Verhältnis zur Zahl der Juden (33000 im ganze:' Fürstentum) dürfte der Zionismus in Bulgarien in erste Linie marschieren. 2. Nationalfonds: Nach der Bilanz, die der Vor sitzende der Nationalfondskommission, Herr Aftalion i Rustschuk, für die Zeit vom 1. Januar 1906 bis 30. Juni 19u7 aufgestellt hat, sind in dieser Zeit (1V* Jahre) 3185.89 Frcs. für den Nationalfonds eingekommen, indessen sind manche Beträge unter Umgehung der Nationalfondskomissitn direkt abgeführt worden. 3. Zeitschrift Haschofar: Diese Zeitschrift bilde: die Seele unserer Propaganda. Sie ist im ganzen Orien verbreitet und wird in Südamerika ebenso gelesen w: in Ägypten und der Türkei.