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Die Welt · 1907-09-13 · 37 (13.9.1907) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
37 (13.9.1907)
Date
1907-09-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 37 DIEMKE LT 6. Das Aktionskomitee soll sich bemühen, ein hebräisches Gymnasium in Palästina zu errichten. 7. Unsere Exekutivorgane ' sollen sich bemühen, ein großangelegtes System für die Verbesserung der Bedingungen der jüdischen Lohnarbeit in Palästina zu schaffen, wobei man den Bemühungen der jüdischen Arbeiter selbst besonders entgegenkommen soll. 8. Die Mittel der Jüdischen Kolonialbank sollen allmählich der Anglo-Palestine Company zugeführt werden zur Erweiterung ihrer Tätigkeit und zur Eröffnung neuer Filialen. * * * Die Debatte über die Presse, die einen Abend in Anspruch nahm, führte zu folgenden Resolutionen: Resolutionen, betreffend die Presse 1. Der „Rasswjet" wird als offizielles Organ der russischen Landsmannschaft in russischer Sprache anerkannt. 2. Der verantwortliche Redakteur wird von der Konferenz gewählt. 3. Die Abteihing für Palästina im „Rasswjet" wird geleitet von der Palästinakommission oder einer ähnlichen Institution. 4. Es wird eine Abteilung „für freie Diskussion" im „Rasswjet" eröffnet. 5. Das Erscheinen eines weiteren Organs in russischer Sprache wird von der Konferenz als unerwünscht betrachtet. 6. Anstatt der Monatsbeilage des „Rasswjet" (der Jewrejskaja Schisn") sind wenigstens zweimal jährlich Sammelwerke herauszugeben. 7. Die Konferenz schlägt dem Zentralkomitee vor, ein billiges Tageblatt in jüdischer Sprache zu schaffen. 8. Bis zur Schaffung eines solchen Tageblattes soll „Das jüdische Volk" weitergeführt werden, jedoch höchstens bis zum 1. November. 9. Die Konferenz regt beim Z.-K. an, ein hebräisches Wochenblatt herauszugeben. 10. Die Konferenz empfiehlt dem Z.-K., die Verlagsanstalt „Kadimah" nach Wilna zu überführen und für ihre weitere Entwicklung zu sorgen. 11. Die Konferenz erachtet die Einstellung eines polnischen Blattes als unerwünscht. 12. Die Konferenz sieht es als Pflicht jedes Zionisten, der die Möglichkeit dazu hat, an, ein Parteiorgan zu abonnieren. * * Wir verzeichnen schließlich folgende Resolutionen, betreffend die finanziellen Fragen Jeder Schekelzahler, der Mitglied der russischen Organisation ist, muß eine Parteisteuer entrichten, die mindestens 40 Kopeken zu betragen hat. Für das nächste Jahr wird einstimmig ein Betrag von 30 000 Rubeln als Budget festgesetzt. Das Zentralkomitee behält seinen Sitz in Wilna und besteht aus 7 Mitgliedern. Das Zentralkomitee ist verpflichtet, mit den russischen Mitgliedern des Aktionskomitees von Zeit zu Zeit Beratungen abzuhalten, deren Beschlüsse für das Z.-K. obligatorisch sind. Südafrika Die Halbmonatsversammlung der südafrikanischen zionistischen Federation wurde Donnerstag abend, den 13. ps., unter dem Vorsitz von Herrn Hyman Morris abgehalten. Vom Exekutivkomitee waren anwesend die Herren S. Lennox Loewe, Manfred Nathan, B. Danziger, B. J. Chaimowitz und der Sekretär L. M. Hart. Das Finanzkomitee legte seinen Bericht vor. Es wurde beschlossen, alle Vereine, die mit ihren Federationsabgaben im Rückstände sind, davon in Kenntnis zu setzen, daß sie gemäß den Statuten nicht berechtigt sind, sich auf der nächsten Jahreskonferenz vertreten zu lassen, und daß eine Liste dieser rückständigen Vereine an das Zentralkomitee noch Köln geschickt würde. Es wurde berichtet, daß die „Pretoria Zionist Association" eine Versammlung zur Feier der Eröffnung des 8. Zionisten - Kongresses abgehalten habe und daß Herr Hyman Morris und J. Kaplan als Vertreter der Federation dabei anwesend waren. Das Exekutivkomitee berichtet ferner, daß es einen Brief vom Anglo- Palestine Jews Club in Jaffa erhalten habe, in welchem dieser mitteilt, daß er praktische Arbeit in Palästina unternehmen wolle, sich mit dem britischen Konsulatsagenten in Gaza in Verbindung gesetzt und angefragt hätte über die Möglichkeit, im Gazaer Distrikt, wo die Eingeborenen geneigt sind, Boden abzugeben, Land anzukaufen. Man erhielt vom Konsul eine sehr günstige Antwort und eine; Einladung, einige Strecken Landes, welche verkauft werden sollten, zu besichtigen. Eine Expedition, die nach Gaza geschickt wurde, brachte einen sehr günstigen Bericht zurück. Ein Strich Landes von gegen 20000 Dunam, zwischen der Stadt und dem Meer gelegen, könnte zum mäßigem Preise beschafft werden, wenn das ganze Land auf einmal gekauft wird. Der Boden ist geeignet für Plantagen und ein großer Teil davon zum Bau von Häusern und Getreidespeichern. Eine Anzahl der Mitglieder beabsichtige, daselbst 1 eine Kolonie von britischen naturalisierten Juden anzulegen und wünsche, daß ihnen einige englische Zionisten empfohlen werden, die praktische Arbeit in Palästina treiben und einen Teil des Landes übernehmen würden, damit sie so instand gesetzt werden, ihren Anteil zu einem billigeren Preise zu erhalten, als sie es auf eine andere Weise könnten. Es wurde beschlossen, eine Kopie dieses Briefes an die Vereine auszugeben. Herr S. Lennox Loewe berichtet, daß er letzten Sonntag einer erfolgreich verlaufenen Versammlung in Krugersdorp beigewohnt habe. Herr B. Danziger berichtet, daß er bei seinem letzten Besuch in Kapstadt mehreren zionistischen Versammlungen habe beiwohnen können, und daß man dort sehr gute Arbeit leiste. Herr B. J. Chaimowitz berichtet, daß die Johannisburger „Zionist Association" allwöchentlich in der Zionist Hall sehr anregende Debatten und Vorlesungen halte. Die Versammlung schloß zu später Stunde. Amerika Die dritte jährliche Konferenz der amerikanischen Poale-Zion wird vom 25. bis 29. September d. J. abgehalten werden. Eine Reihe wichtiger Fragen stehen auf der Tagesordnung: so die Bildung eines Palästinabureaus und eines Palästinaarbeiterfonds. Viele Poale-Zion und andere jüdische Arbeiter gehen nächstes Jahr von Amerika nach Palästina, und das Palästinabureau und der „Fonds" werden für die Regulierung dieser Bewegung geschaffen werden. Die Tagesordnung "der Konferenz enthält: Eröffnungsrede. 1. Bericht des Z. K.-Diskussion. 2. Die nächste Arbeit für Palästina. Palästinabureau und -Fonds. Genossenschaftliche Kolonien. 3. Palästinainstitutionen, a) Bezalel; b) Andere kulturelle Institutionen. 4. Verband der Poale-Zion aller Länder. Die Gründung eines nationalen Arbeiterrings in Amerika. 5. Die sozialistische Tätigkeit in Amerika. Die trade-unionistische Tätigkeit. Die Tätigkeit innerhalb der „Federation of American Zionists". 6. Zionistische Institutionen, a) Bank; b) Schekel und Nationalfonds; c) Presse; d) Anglo-Palestine-Company und anderes. Die Adresse für die Konferenz betreffende Zuschriften ist vorläufig: Poale-Zion, 249 Pine st. Philadelphia Pa. America. New-York. Dem österreichischen Reichsratsabgeordneten Professor Masaryk, der in Bridgeport gelandet ist und in nächster Zeit hierhin kommt, wird von der „Federation der galizischen und Bukowinaer Juden" ein Empfangsabend veranstaltet. Die jüdische Presse Amerikas beschäftigt sich mit der judenfreundlichen politischen Tätigkeit Masaryks und hebt besonders die Beteiligung dieses „österreichischen Zola" im Hilsner-Prozeß hervor. „Jewish Daily News" haben bereits Professor Masaryk interviewt. Prof. Masaryk äußerte sich hierbei über den Zionismus u. a. wie folgt: „Der Zionismus hat den Mut und das Selbstbewußtsein wachgerufen, die den wesentlichen Inhalt des jüdischen Volkes bilden. Diese Bewegung hebt den Juden aus seiner Sklaverei heraus. Der Jude soll stolz auf seine Rasse und seine Nationalität sein! Er müßte dem Christen sagen: „Wir sind nicht besser, aber auch nicht ärger als ihr!" Der Jude sollte alle Angriffe und Verleumdungen zurückweisen. Der Zionismus lehrt ihn, seine Rechte zu fordern." Die Organisation der Poalei Zion In der letzten Nummer des Organs der „Poalei Zion" schreibt Herr Kaplanski-Kaplan u. a.: Als eines der schönsten Ergebnisse des Haager Kongresses haben wir Poalai Zion die Gründung eines Verbandes der Poalei Zion aller Länder zu begrüßen. Dieser Verband umfaßt jetzt jüdische Arbeiter aus Rußland, Österreich, Amerika und Palästina,

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