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Die Welt · 1907-08-30 · 35 (30.8.1907) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
35 (30.8.1907)
Date
1907-08-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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komitees mit den Herren Wolffsohn. un,d .Kann, q> zwei JDritt$U , des Komitees bilden. ..." SchlietocHjbniplienlt „JeWish.Chröoiclel U das, was er öfters als „Tunnel-Politik" bezeichnet hat: von der einen . Seite innere Palästinaarbeit, .von der andern Seite „Außenär&eifc". Und er > meint, daß dies die Politik des Herrn Wolffsohn und seiner Kollegen vom Engeren Aktionskomitee sein werde. NACHTRÄGE ZUM ÄCHTEN KONGRESS Jüdischer Frauenbund Während der Kongreßtage wurde bekanntlich ein „Jüdischer Tauenbund für Kulturarbeit in Palästina* ins Leben gerufen. Der vorläufige „Statutentwurf" enthalt folgende Bestimmungen: § 1. Der Verein führt den Namen „Jüdischer Frauenbund i'ir Kulturarbeit in Palästina". § 2. Der Verein hat den Zweck, alle jüdischen Frauen zur deiligung an der Kulturarbeit der zionistischen Bewegung in ilästina zu veranlassen. § 3. Der Verein wählt einen Vorstand von 11 Mitgliedern' eiche aus ihrer Mitte eine Präsidentin, 2 Vizepräsidentinnen, 2 . hriftführerinnen und 2 Kassiererinnen wählen. § 4. Der Verein wählt sodann einen Propagandaausschuß» elcher tunlichst aus den Mitgliedern der verschiedenen Länder isammengesetzt sein soll. Der Propagandaäussqhuß hat das Recht r Kooptation. § 5. Der Sitz des Vereins ist Berlin. § 6. Mindestens alle 2 Jahre findet ein Delegiertentag statt, elcher von den Delegierten der einzelnen Ortsgruppen beschickt ird. Zur Teilnahme an dem Delegiertentag ist der Vorstand, »wie der Propagandaausschuß ohne besonderes Mandat berechtigt. § 7. Die Einnahmen des Vereins setzen sich zusammen: 1) aus dem Mitgliedsbeitrag, welcher auf mindestens' 3 Mark per Jahr festgesetzt wird; 2) aus den freiwilligen Spenden; 3) aus den Beträgen für den Fonds in Höhe von mindestens Mk. 100.—, welche zur immerwährenden Mitgliedschaft berechtigen. § 8. Die weiteren Bestimmungen des Statuts sollen auf einem miinächst spätestens bis 1. Oktober 1909 einzuberufenden Delegierteng des jüdischen Frauenbundes festgesetzt werden. Agitationsversammlüng der Poalei Zion in Amsterdam Am 22. abends fand in Amsterdam eine von ca. 400 Personen esuchte Agitattonsversamrnlung der „Poalei Zion" statt, auf;ren Tagesordnung das Thema: „Das jüdische Proletariat und der III. Zionistenkongreß" stand. Als Vorsitzender fungierte ein ■Ii ristlicher) Redakteur des „Telegraaf". Es sprachen Herr aplansky-Kaplan in deutscher, Herr Chaschin in jüdischer orache. Beide Redner erzielten einen nachhaltigen Erfolg. ur Abstimmung in der Frage der Bankstatuten halten wir folgende Zuschrift: Gainfarn bei Wien, den 27. August 1907 Sehr geehrter Herr Redakteur! Vom Kongreß zurückgekehrt, bin ich erst jetzt dazu gekommen, en Spezialbericht über den Vill. Kongreß aufmerksam zu lesen. h sehe mich veranlaßt, eine ungenaue Wiedergabe der Erklärung '•eines Parteifreundes Sturmann in der Bankdebatte (Separatusgabe der „Welt" Nr. 4) richtigzustellen. Sturmann hatte weder en Auftrag noch die Absicht, zu erklären, daß die Poalei-Zion, die "ei dieser"Abstimmung den Ausschlag gegeben haben, mißvertändiicherweise für den Antrag Katzenelsohn-Rosenbaum gestimmt hätten. Unsere Haltung entsprach vollständig einem vorherigen ■Meinungsaustausch in der Fraktion der Poalei-Zion. Mein Freund; t u r m a n n hielt es jedoch für seine Pflicht, zu erklären, saß die meisten Poalei-Zion für die vorgelegte Resolution gestimmt haben, ohne die anderen Resolutionen zu kennen, verlangte dahe für den Fall der namentlichen Abstimmung die Verlesung aller Resolutionen auch in russischer Übersetzung. Die diesbezügliche Erklärung war möglicherweise nicht ganz klar, denn Sturmänn befand sich unter dem deprimierenden Eindrucke der heftigen Vorwürfe seitens vieler russischen Delegierten, welche uns in der größten Aufregung zugerufen haben, wir hätten durch unser Votum die Abändernng der Statuten verhindert. Die meisten Delegierten, die gegen die Resolution gestimmt haben, waren nämlich nichts weniger als Gegner der Statutenänderung. Die 102 Stimmen starke Minorität, wenigstens ihr allergrößter Teil, wollte eben eine bedingungslose Weiterführung des Prozesses, der Antrag Katzenelsohn-Rosenbaum schien ihr nicht entschieden genug zu sein. Es wäre daher nichts unsinniger, als diese 102 Stimmen Gegnern der Statutenänderung zuzuschreiben. Die Abstimmung über die prinzipielle Resolution Greenberg hat es übrigens in unzweideutiger Weise ergeben. Ihr ergebener Sah Kaplansky-Kaplan. Ein Gartenfest bei Herrn Jakobus Kann Für Dienstag abend hatten Herr und Frau Jakobus Kann die Delegierten zu sich geladen. Mehr als 200 Gäste waren der Einladung gefolgt und hatten die Freude, nach den Anstrengungen des schweren Verhandlungstages, dank der liebenswürdigen Gastfreundschaft des Herrn Kann, einige schöneStunden fröhlicherErholung widmen zu können. In dem prächtig illuminierten Garten entwickelte sich bald ein frohes Treiben, und Musik, Gesang und eine lebhafte Konversation trugen dazu bei, die Stimmung immer animierter zu gestalten. Es gab auch ein paar kleine „Festreden". Frau Wolffsohn sprach im Namen der Gäste und sagte u. a.: „Ich habe den ehrenvollen Auftrag übernommen, Ihnen, Herr und Frau Kann, im Namen aller Delegierten des Kongresses in Anerkennung Ihrer Verdienste um den Zionismus im allgemeinen und diesen Kongreß im besonderen, wie auch Ihrer liebenswürdigen Gastfreundschaft, zum Andenken der schönen und erhebenden Tage, die wir im Haag zugebracht haben, ein Kunstwerk Ihres Freundes, des Altmeisters Jozef Israels zu überrreichen. Wir hoffen, noch lange, lange Jahre Sie in unserer Mitte in frischer Tatkraft und Schaffensfreudigkeit zu sehen. Möge Ihnen die Versicherung unserer Gefühle ein neuer Ansporn sein für Ihre segensreiche Tätigkeit zum Wohle unseres Volkes." Herr Kann dankte in einer kurzen Ansprache, die von Herrn Wolffsohn in launiger Weise beantwortet wurde. Alle Gäste waren voll des Lobes über die liebenswürdige Aufnahme durch die Gastgeber, die ihnen den Genuß eines wirklich schönen, jüdischen Abends verschafft hatten. R. Ergänzungen und Berichtigungen Wir stellen nachträglich fest, daß die zunächst vom Legiti- 'mationsauschuß bemängelte Wahl des Delegierten von St. Gallen später nach Widerlegung des eingelaufenen Protestes sanktioniert würde, und daß demgemäß die in St. Gallen gewählte Madame Kritschewski (Paris) als Delegierte am Kongreß teilgenommen hat. Herr B. Goldberg (Wilna) ersucht uns, den in Nr. 1 der Separatausgabe der „Welt" (Konferenz der russischen Landsmannschaft) S. 9 gebrachten Auszug aus seiner Rede, wie folgt, richtig zu stellen: Herr Goldberg sagte: „Alle diejenigen, denen es zugefallen ist, die Beschlüsse von Helsingfors im praktischen Leben durchzuführen, und vor allem die Mitglieder des Zentralkomitees, die die größte Erfahrung darin haben, sind jetzt gegen eine „eigene Flagge". Der beste Beweis ist, daß von den 7 Mitgliedern des Z.-K. jetzt sechs dagegen auftreten, und das siebente tritt dafür mehr aus poetischen und ästhetischen Motiven ein als aus * politischen:"

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