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Die Welt · 1907-08-30 · 35 (30.8.1907) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
35 (30.8.1907)
Date
1907-08-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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4 — " t)\E% der die Annahme einer prinzipiellen Resolution durch den Kongreß verlangte, zur Tagesordnung über. Die zweite Frage, die der Kongreß einer gründlichen Behandlung unterzog, war die Organisationsfrage. Die meisten Änderungen, die an dem alten Statut vorgenommen wurden, waren nicht grundsätzlicher Natur. Es handelte sich fast immer um Reformen, die eine Anpassung der zionistischen Praxis der letzten Jahre an das Statut bedeuteten. Wesentlich ist nur die Neufassung des früheren § 25, der die Gründung einer Federation davon abhängig machte, daß wenigstens 50 Vereine mit einer Gesamtzahl von mindestens 5000 Schekelzahlern sich zusammenschließen. Durch den nunmehrigen § 24 ist die interterritoriale Bildung einer Federation bei mindestens 3000 Schekelzahlern gestattet. Die diesbezügliche Bestimmung lautet: „Zur Gründung einer neuen Federation ist es notwendig, daß sich mindestens 3000 Schekelzahler zusammenschließen. Sie kann sich nur mit Genehmigung des Engeren Aktionskomitees bilden." Von sonstigen Neubestimmungen ist die hervorzuheben, daß die Präsidenten der Landesorganisationen (Federationen) im Großen Aktionskomitee Sitz und Stimme haben, wodurch Kompetenz- und Verwaltungsschwierigkeiten zwischen Aktionskomitee und Landsmannschaft, wie sie sich früher des öfteren ergaben, ein für allemal beseitigt sind. Neu formuliert wurden auch auf Grund der bisherigen Erfahrungen die auf die Kongreßwahlen bezüglichen Bestimmungen. Sie lauten jetzt folgendermaßen: „Die Wahlen sind spätestens ein Monat vor Beginn des Kongresses möglichst gleichzeitig vorzunehmen. Die Wahlprotokolle sind innerhalb zwei Wochen nach Vornahme der Wahl dem Engeren A. C. und der Landesorganisation einzureichen. Aus dem Protokoll müssen die Zahl der Wähler, die auf die Kandidaten entfallenden Stimmen und die Art ersichtlich sein, in der die Wahl vorgenommen wurde." Wenn wir noch hervorheben, daß nach dem neuen Statut der Präsident des Aktionskomitees vom Kongresse zu wählen ist, so haben wir damit die bemerkenswertesten Reformen registriert. Indirekt hängt mit der Organisationsfrage ein auf die Regelung der Finanzen des Aktionskomitees hinzielender temporärer Beschluß des Kongresses zusammen, der für das nächste Jahr eine Part ei st euer von 5 Frcs. für alle Zionisten statuiert. Der Wortlaut dieses Beschlusses ist folgender: „In der Erwägung-, daß ein Parteifonds für die zionistische Organisation eine Notwendigkeit ist, beschließt der Kongreß zum Zwecke der Bildung eines solchen Fonds, daß jeder Zionist für das Jahr 5668 (1907/8) eine Parteisteuer von mindestens 5 Frcs. entrichten soll. Den Vereins-Landesorganisationen wird es zur Pflicht gemacht, mit der Einziehung dieser ParteiftE LT —- No. 35 Steuer sofort zu beginnen und sie an das Aktionskomitee abzuführen.ft Endlich wäre hier noch als eine wichtige Verfügung des Kongresses, die, obgleich praktisch-organisatorischer Natur, doch auch von prinzipieller Bedeutung ist, festzuhalten, daß ein Engeres Aktions-Komitee, bestehend aus nur 3 Mitgliedern (gegenüber der früher üblichen Zahl von 5, beziehungsweise 7) bestellt wurde. Eine Frage, die den Kongreß seit vielen Jahren beschäftigt, die der Abänderung der Bankstatuten, durch die Verhandlungen vor dem englischen Gericht aktuell geworden, nahm einen vollen Tag der Beratungen des Kongresses in Anspruch. Indem der Kongreß fast einhellig votierte, daß er nach wie vor für die Abänderung der Statuten sei, beschloß er für die praktische Behandlung der Frage folgendes: „Der Kongreß steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß das Memorandum nach dem Beschluß des dritten Kongresses geändert werden soll, insofern diese Änderung durchzuführen ist, ohne die Interessen des J. C. T. zu schädigen. Für alle Fälle soll das Engere Aktionskomitee durch Ergänzung der Statuten Vorsorge dafür treffen, daß der J. C. T. nirgends in der ganzen Welt, mit Ausnahme von Palästina, Syrien und den Nachbarländern, kolonisatorische Tätigkeit vornehmen darf. Die endgiltige Entscheidung Ober die Fortsetzung des Prozeßverfahrens überläßt der Kongreß dem Engeren Aktionskomitee und einer vom Kongreß gewählten Kommission von drei Fachleuten." Die Fragen der nationalen Erziehung in der Diaspora wurden zwar in einem Referate behandelt, führten aber, wie auf den bisherigen Kongressen, auch diesmal nicht zu wichtigen praktischen Beschlüssen. Nur ein Antrag Sokolow, allerdings von nicht zu unterschätzender prinzipieller Bedeutung, in Hinsicht auf die hebräische Sprache, gelangte zur Annahme. Er lautet: „ Der Kongreß beschließt, diehebräischeSprache als offizielle Sprache der zionistischen Bewegung, ihrer leitenden Stellen, ihrerKongresse und Konferenzen prinzipiell anzuerkennen und praktisch sukzessive einzuführen. Unsere nationale Sprache wird hiermit für den Zionismus obligatorisch. Nur aus Rücksicht auf die Notwendigkeit der Popularisierung der Idee bleibt es der Organisation anheimgestellt, sich neben der hebräischen Sprache auch anderer Sprachen zu bedienen." & * * Damit wäre die Obersicht über das Arbeitspensum, das der Kongreß geleistet, soweit es in Beschlüssen und organisatorischen Bestimmungen seinen Niederschlag gefunden, erschöpft. Nunmehr heißt es, die Beschlüsse in Leben umzusetzen. Der Kongreß ist bloß eine Legislative, er hat nur den Weg zu weisen, — die Gesamtorganisation ist die Exekutive, sie hat die Arbeit zu tun. — Und in der Arbeit gibt es keine Pause, keine Rast. DER NEUE PARTEIFONDS „In der Arbeit gibt es keine Pause, keine Rast" — mit der Sammlung der Parteisteuer, mit der so schlössen wir den vorhergehenden Artikel. Und Bildung des Parteifonds! wir kennen vom organisatorischen Standpunkte aus Der Kongreß hat einstimmig auf Vorschlag des keine dringendere Parole als die: Beginnet sofort Präsidenten des Aktionskomitees beschlossen:

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