Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 34 (23.8.1907)
- Date
- 1907-08-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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So wollen wir aus diesen Tagen neue Kraft schöpfen zu neuen .nmer größeren Erfolgen und wollen in .energischer Arbeit brüderich miteinander unserm hohen Ziele zustreben; trotz mancher Verchiedenheiten brüderlich geeint, eingedenk jenes alten Wortes: vlatauw umanoim schewes achim gam jochad. (Lebh. Beifall.) Darauf hält Präsident D. Wolffsohn das Schlußwort: Geehrter Kongreß! Die Verhandlungen sind nun zu Ende, und ch glaube mit Recht behaupten zu dürfen, daß dieser Kongreß ein ^utes Stück Arbeit geleistet hat. Der vorige Kongreß war ein Kongreß der Scheidung, dieser ein Kongieß der Einigung. Das Einigende und Bindende im Zionismus wurde durch diesen Kongreß n das helle Licht gerückt. Der Kongreß hat klargelegt, daß wir ille von einem Gefühle beseelt sind und trotz verschiedener Aeinungen nur nach einem Ziele streben. nicht Sache des Kongresses und der von ihm eingesetzten Leitung ist. Doch freuten wir uns, in unserer Mitte die Abgeordneten des österreichischen Parlaments und Mitglieder der ersten russischen Duma zu sehen. Es ist ein Beweis, daß unsere Gesinnungsgenossen neben der Liebe zu Zion sich auch staatsbürgerlich zur Ehre ihres Stammes uud zum Wohle unseres Volkes betätigen. Man wird mehr und mehr einsehen, daß der Zionismus nach allen Richtungen nur das Gute fördert. Dieses Bewußtsein wird sich auch in diesem Lande Bahn brechen. Manche, die noch nicht zu uns gehört, hatten eine gewisse Scheu, in einer neuen Umgebung mit unseren Gedanken, Empfindungen, Stärken und Schwächen aufzutreten. Diese Scheu hat sich als unbegründet erwiesen. Die Regierungsbehörden, die Stadt, die Presse, die die hiesige öffentliche Meinung widerspiegelt und unsere Das Buraeu des VIII. Zionistenkongresses. Unten: Ussischkin, Schallt, Gaster, Marmorek, Warburg, Wolffsohn, Nordau, Tschlenow, Moser. Oben: Magnes, Braude, Niemirower, Greenberg, Pineles, Temkin. Wir haben uns nicht gegenseitig mit Blumen überschüttet, Tit tiefem sittlichem Ernst vertrat jeder von uns seine Ansicht über as richtige Maß der Dinge. Aber alle Diskussionen waren on einer flammenden Begeisterung durchglüht und die Resultate ieser Diskussionen liegen jetzt vor uns. Der Kongreß hat wiederum klargelegt, daß wir alle auf dem ■ >oden des politischen Zionismus stehen und als Mittel praktische -rbeit fördern wollen. Wir haben zu diesem Zwecke eine Reihe ichtiger Beschlüsse bezüglich der Palästinaarbeit gefaßt. Unsere Organisation haben wir weiter ausgebaut. Ein Parteifonds soll eschaffen werden, der uns ermöglichen wird, unsere Tätigkeit uf eine sichere finanzielle Grundlage" zu stellen. Ein Arbeitsplan urde für die nationale Erziehung aufgestellt und die Propaganda nserer Idee soll vertieft und ausgedehnt werden. Wir schreiten orwärts mit unserer Arbeit. Wir haben die Fragen der innerpolitischen Tätigkeit aus der 'iskussion ausgeschlossen, weil wir der Ansicht sind, daß dies Volksgenossen, repräsentiert durch Würdenträger unseres Stammes, wie es selten in einem anderen Lande möglich ist, haben uns das wärmste Interesse entgegengebracht, und wir hoffen, daß dieses Wohlwollen mit der Zeit zu einer wirksamen Kraft heranreifen wird. Daß es möglich war, hier einen Kongreß abzuhalten und ihn so würdig zu gestalten, haben wir in erster Reihe unseren hiesigen Gesinnungsgenossen zu verdanken, die in hingebungsvoller Weise ihre Kräfte 'und ihre Zeit dieser Veranstaltung gewidmet haben* Dem Ehrenkomitee, der Haager jüdischen Gemeinde und insbesondere den Mitgliedern des Kongreßbureaus, die eine so wunderbare Arbeit geleistet haben, sprechen wir im Namen des Kongresses unsere größte Anerkennung und unseren innigsten Dank aus. Nun können wir mit der Überzeugung auseinander gehen, daß dieser Kongreß unsere Organisation und unser Selbstvertrauen gestärkt hat. Wir werden mit frischer Gemütsstärke an die Arbeit schreiten, um die Beschlüsse des 8. Kongresses in lebendige Kraft umzusetzen.