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Die Welt · 1907-08-23 · 34 (23.8.1907) · page 10

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
34 (23.8.1907)
Date
1907-08-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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DIEI^ELT No. 34 12 Auf Antrag des Herrn Dr. Heymann unterstützt von Jean Fischer wurden die Bücherrevisoren, die Herren Jackson, Pixley & Co., mit einer Remuneration von 100 Pfund per annum wieder gewählt. Auf Antrag des Herrn Jean Fischer, unterstützt durch Herrn Dr. Heymann, wurde dem Aufsichtsrat, dem Direktorium, dem Manager, dem Sekretär und den übrigen Beamten des Trust ein Dankesvotum ausgesprochen und die Versammlung um 1 Uhr geschlossen. Nachmittagssitzung Eröffnung um 21/« Uhr Die belgische Landsmannschaft trägt Moser-Bradford ins Goldene Buch ein. Dr. Heinr. Loewe beantragt: Der Kongreß möge beschließen, wiederum eine Kommission für die Nationalbibliothek in Jerusalem von fünf Personen einzusetzen und das Palästinaressort des engeren A.-C. zu verpflichten, die Kommission nach Maßgabe seines Könnens zu finanzieren. Präsident Wolffsöhn: Es ist notwendig, die Bewegung reell zu finanzieren. Der Anfang läßt sich nicht anders machen, als daß wir eine außerordentliche einmalige Steuer auferlegen, die pro Kopf etwa 5 Francs betragen muß. Wenn auch viele Arme das nicht liefern können, werden hoffentlich von den Wohlhabenden größere Summen einfließen. Herr Wolfssohn stellt schließlich einen dahingehenden formellen Antrag. Dr. Nossig beantragt Akklamation. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Dr. Spitzer (Kroatien) stellt den Antrag, daß die kleinen Landsmannschaften sich auf dem Kongreß vereinigen und gemeinsam zu den Kommissionen herangezogen werden. Der Antrag wird angenommen. Dr. Lunz (Galizien) beantragt für die künftigen Kongresse ein würdiges Herzlbild zu schaffen. Wird angenommen. Frl. Schach (Paris) macht in längerem Mitteilung von der Gründung des zionistischen Frauenbundes. Es soll in Jerusalem eine Haushaltungsschule gegründet werden. (Lebhafter Beifall.) Jacobs (Birmingham) wünscht, daß die Protokolle auch englisch erscheinen sollen. Dr. Nossig (Berlin) legt folgende Thesen für den Prapagandaausschuß vor. Präs. Wolffsohn schlägt vor, die Anträge, die sehr weittragend sind, dem A..-C. zur Berücksichtigung zu überweisen. Barth (Dresden) wendet sich gegen Dr. Nossig und schließt sich dem Wunsche des Präsidenten an. Dr. Nossig stimmt diesem Wunsch zu. Der Präsident vertagt hierauf die Sitzung, damit der Permanenzausschuß seine Beratungen fortsetzen könne. :•: * * Der Permanenzausschuß hatte fast den ganzen Tag über die Frage der Leitung beraten. Diese Beratungen gestalteten sich stellenweise sehr erregt. Ungefähr die Hälfte der Mitglieder des Ausschusses glaubte unbedingt dem fast einstimmigen Wunsche der russischen Landsmannschaft, durch zwei Mitglieder im engeren Aktionskomitee vertreten zu sein, Rechnung tragen zu sollen. Man war der Ansicht, daß die Ausschaltung des ostjüdischen Elementes aus der Leitung eine schwere Schädigung des Zionismus bedeuten könne. Der andere Teil des Ausschusses unterstützte * die Anschauung Herrn Wolffsohns, der nur bei einem kleinerem Aktionskomitee, das räumlich nicht allzusehr geschieden wäre, Arbeitsmöglichkeiten sah. Der Zwiespalt drohte zu einem scharfen Aufeinanderprallen der Gegensätze auf dem Kongresse selbst zu führen. In letzter Stunde entschlossen sich jedoch die Herren Ussischkin und Tschlenow um der Aufrechterhaitung des Friedens in der Partei willen, ihre Kandidaturen selbst zurückzuziehen, ein Entschluß, der nachträglich in einer ad hoc einberufenen Versammlung der russischen Landsmannschaft sanktioniert wurde. * Wiederaufnahme der Sitzung um 3 46 Uhr. Der Präsident teilt mit, daß dem neubegründeten Frauenverein von einer Dame 300 Mark zur Verfügung gestellt worden sind. Es beginnen hierauf die Wahlen. Dr. Gast er als Vorsitzender des Permanenzausschusses teilt mit: Es waren fünf Mitglieder des Engeren A. C. vorgeschlagen, die Herren Ussischkin und Tschlenow haben jedoch auf eine eventuelle Wahl verzichtet. Es bleiben nunmehr: Wolffsohn, Warburg, Kann. (Lebh. Beifall und Widerspruch.) Nassau: Man hat auf diesem Kongreß Kulissenpolitik getrieben. Nordau meinte, man solle die Grenze Europas bis zum Euphrat vorschieben. Hier aber wolle man den Zionismus an der preußischen Grenze aufhören lassen. Er protestiert dagegen und beantragt Zettelwahl. Der Antrag wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Bei der Abstimmung wird über jeden Namen einzeln abgestimmt. Als Präsident David Wolffsohn mit 132 gegen 59 Stimmen gewählt. (Großer Beifall.) Herr Wolffsohn erklärt, er werde sich bemühen, beim nächsten Kongreß auch die 59 Stimmen zu erhalten. Prof. War bürg wird einstimmig gewählt. Herr Kann wurde mit 140 gegen 5 Stimmen gewählt. Es wurden sodann gewählt: Ins Große Aktionskomitee: Für Holland: Dr. Franzie-Berenstein. Für Belgien: Jean Fischer. Für Bulgarien: Carl Herbst. Für Rumänien: Pineles, Schein, Dr. Moskowitz, Hein rieh Rosen bäum. Für Palästina: Scheinkin, Leo Kohan, Kohan-Bern stein, Trietsch. Gegen Trietsch wird von Abneroff aus Palästina Protest eingelegt. Trietsch verwahrt sich dagegen. Trietsch mit 90 gegen 69 Stimmen gewählt. Für England: Dr. Gaster, Dr. Weizmann, Greenberg Moser, Bentwich, Francis Montefiore. (Greenberg mit 112 gegen 58 Stimmen.) Für Skandinavien: Dr. Fränkel. Für Österreich: Dr. Schalit, Stand, Böhm, Dr. Braude Dr. Mahler, Dr. Gabel, Dr. Salz. Die Vorgeschlagenen werden gewählt. Für Deutschland: Dr. Bodenheimer, Dr. Friedemann- Gronemann, Hantke. Für Ungarn: Bettelheim. Für Italien: Feiice Ravenna. Für die Schweiz: Camille Levy. Für Frankreich: Dr. Marmorek. Für Kroatien, Slavonien: Dr. Spitzer. Für Rußland: Dr. Tschlenow, Ussischki n, B. Goldberg. J. L.Goldberg,Dr. Brutzkus, Temkin,Dr. Sapir,Abr. Idelsohn. Bezalel Jaffe, Rosow, Rosenbaum, Sokolow, L. Jäffe, Dr. Schemarjahu, Lewin, Prof. Belkowsky, Podlischewsky. Für Südafrika: Rechtsanw. M.Alexander, S. Goldreich, Ing. Kessler. Für Argentinien bittet der Permanenzausschuß um die Erlaubnis des Kongresses, die endgiltige Bestimmung des Aktionskomiteemitgliedes dem E. A. C. zu übertragen. (Angenommen). Für Australien: Vecht. Für Canada: de Sola. Für die Verein. Staaten von Amerika: Prof. Friedenwald Prof. Gottheil,. L. Magnes, Lewin-Epstein, Lipski, Dr. Wolf, Kameiki. Außerdem werden gewählt: Berthold Feiwel und Joh Kremenezki. Endlich wird Dr. Nossig mit 69 gegen 39 Stimmen gewählt Es werden dann gewählt in die Bibliothekskommission Dr. Heinrich Loewe, Dr. Gotthold Weil, Prof. Warburg, Dr. Mahier, Dr. Gaster, Litmann Rosenthal, Prof. Margolis und als Ehrenmitglied Dr. Josef Chasan0witsch. In den Legitimationsausschuß: Dr. Epstein, Dr. Salz Julius Simon, Goldreich (Köln), Baker, Franzie-Berenstein Bezalel Jaffe, Dr. Herz, S. Ornstein und Grünau-Grünzweig Ins Kongreßgericht: Dr. Alexander Marmorek, Steinher/ und M. Hahn. Zum Kongreßanwalt wird bestellt: Dr. Bodenheimer. Zu Revisoren werden gewählt: Rechtsanwalt Weißenberg Feldstein, Dr. Kornhäuser und Dr. Heymann. Hierauf erfolgt, entsprechend dem bei Abschluß der Bankdebatt« gefaßten Beschluß, die Wahl von 3 Juristen zur Prüfung de/ Fragc der Abänderung der Bankstatuten, und zwar: Dr. Bodenheimer Dr. Friedemann (Rosenbaum verzichtet) und Prof. Bielkowski Daiches beantragt die Wahleines englischen Juristen, und zwa; Bentwichs. (Abgelehnt.) Hierauf erbittet das Wort Herr Hermann Struck: Hochgeehrter Kongreß! Erlauben Sie mir, unserm verehrter Präsidium in Ihrer aller Namen den herzlichsten Dank auszusprechei für seine unparteiische und kraftvolle Leitung. Durch anstrengende und mitunter stürmische Sitzungen hat es unsere Versammlung zi einem schönen Endziel geführt. Wenn wir nun am Schlüsse unserer Verhandlungen nach aller Aufregungen und Stürmen das Fazit ziehen, so dürfen wir befriedig, sagen, daß dieser VIII. Kongreß wieder einmal uns selbst und dei Welt klar gezeigt hat, daß wir Zionisten in unseren großen Zielen einig sind.

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