Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- Sep. 4 (19.8.1907)
- Date
- 1907-08-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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?'p. 4 e;en kleinen Teil der Projekte, mit denen sich jetzt schon der jv F. zu beschäftigen hat, verwirklichen, würden wir vielleicht e en 3- oder 4-fach so großen Betrag nötig haben, als derjenige, ci n wir bereits besitzen (Ruf: Den 10-fachen Betrag!). Der Nationalfonds muß erst wesentlich wachsen und gestärkt v rden, ehe er ein gewichtiger Faktor für die Wiedergeburt des irdischen Volkes auf palästinensischem Boden werden kann. Nun möchte ich Sie bitten, fassen Sie keine Beschlüsse, welche C. m Direktorium heute schon die Hände binden. Wir sind, wie i.! bereits bemerkt habe, erst im Stadium der vorbereitenden Vere che, wir tasten umher und suchen festen Halt zu gewinnen. Wir e id uns der schweren Verantwortlichkeit bewußt, die die Verv mdung eines so bedeutsamen Zweckvermögens mit sich bringt, v ir wollen uns aber anderseits — und das verspreche ich Ihnen t erlich — von dieser Last der Verantwortung nicht niederdrücken i ssen (Bravo, Bravo!). Wir wollen mit energischem Willen ziel- I wüßt Schritt für Schritt den Boden Palästinas unserem Volke < winnen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir wollen mit i irkem Arm den Spaten in die Erde setzen, damit wir dort Wälder \ n Ölbäumen, von Palmen, Wälder zur Freude, Wälder zum itzen unserer palästinensischen Judenschaft pflanzen; und jeder ( :baurn, den wir auf Palästinas Boden pflanzen, soll für uns ein; mbol sein des unerschütterlichen Willens unseres jüdischen ' )lkes zum Leben, zum neuen Leben auf der alten Heimaterde. anganhaltender, sich immer wieder erneuernder Beifall und Hände-; atschen.) Die Sitzung wird auf Sonntag, 10 Uhr vormittags, vertagt. Sonntag, 18. August 1907 Vormittagssitzung Beginn: 10 Uhr Vorsitzender: D. Wolffsohn Die Sitzung wird eröffnet mit einem Referat über die Jüdische Kolonialbank. Referent Dr. Katzenelsohn, Präsident der Jüdischen Kolonialmk, herzlich begrüßt, erklärt zunächst: Verehrte Kongreßmitglieder! Bevor ich an mein Referat gehe, öchte ich zuerst die Frage des Herrn Dr. Qronemann in meinem amen und im Namen des ganzen Direktoriums dahin beantworten: rir sind auch mit keinem einzigen Groschen an irgend einem 'itungsiinternehmen der ganzen Welt beteiligt; ich glaube, diese fizielle Erklärung wird genügen. Dr. Gronemann: Vielleicht könnte diese Erklärung auch auf e Frage ausgedehnt werden: War die Kolonialbank an einem Mtungsunternehmen beteiligt? Dr. Katzenelsohn: Die Kolonialbank hat für eine gewisse ktion eine finanzielle Operation gemacht, die aber, mit einem Profit ^deckt, abgeschlossen wurde. Weiter sind wir absolut nicht betei- •^t. — Dr. Katzenelsohn geht sodann zum eigentlichen Referat über: Verehrter Kongreß! Es war vielleicht einer der günstigsten edanken von unserem verewigten Führer Dr. Merzl, daß er vergeht hat, nicht nur die Imponderabilien, sondern auch die ma^e- -llen Kräfte des jüdischen Volkes, die nach allen Richtungen zer- ■ reut waren und sich deswegen auch nach dem Gesetze der Mechanik ifgehoben haben, unter einem Winkel zu vereinigen. Also, wenn auch nicht geht, daß sie an einem Punkt angesetzt sind, so sollten e doch wenigstens in einer Fläche arbeiten, und nach dem Gesetze *T parallelen Kräfte sollte sich eine Resultante bilden, die nach Zion, -ich Palästina führt. Und von den materiellen Kräften sollte der J. C. T. — die jüdische Kolonialbank — die Hauptkraft bilden. Es sollte ein Finanz- ■nstitut sein, um, wenn es nötig, die Heizkraft, die Kohle dafür /u haben, um unser hohes Ziel durchzuführen. (Lebh. Beifall und ■iändeklatschen.) 5 Meine Damen und Herren! Nachdem wir nun jetzt ungefähr 8 Jahre dieses Institut haben, so dürften Sie mir wohl, wenn auch in ganz kurzen Worten einen Rückblick gestatten. Sie werden es mir nicht verdenken, meine Damen und Herren, wenn ich Sie hier weder mit Zahlen, noch mit Daten beschäftigen werde. Dafür haben wir unsere Generalversammlung, welche Mittwoch stattfindet, in der wir alle Einzelheiten genau durchsprechen und über alle geschäftlichen Angelegenheiten diskutieren werden. Hier handelt es sich nur um die Prinzipien der Bank und zugleich darum, mit einigen Worten die allgemeine Lage zu beleuchten. Diese ist wohl im allgemeinen ziemlich bekannt. Die Entwicklung der Bank nimmt einen sicheren, ruhigen Verlauf. Es ist eine aufsteigende Linie in ihrer Tätigkeit und Entwicklung zu konstatieren, und wenn diese Linie manchem auch etwas langsam erscheint und wir von Herzen gewünscht hätten, daß dieses Tempo ein schnelleres werde, so kann dies nur in der Weise geschehen, wenn unsere Freunde, die Zionisten in der ganzen Welt, für unser Institut nicht nur ein platonisches Interesse bekunden, sondern auch mit Taten eingreifen und mehr Depots in die Bank legen, um dieselbe zu dem Institut zu machen, das wir erwartet haben. (Lebhafte Zustimmung.) Ich glaube kaum, Ihnen erst sagen zu müssen, daß das Direktorium stets die bekannten Worte Herzls beherzigte: daß wir da wie ein ängstlicher, fürsorglicher Familienvater zu Werke gehen müssen. Und ich muß sagen, daß wir eher zu ängstlich als zu kühn in der Sache vorgehen. Unser Endziel ist nicht das einer Dividendenbank, die den Profit austeilt, sondern der Hauptzweck besteht darin, unsere Kapitalien sicher anzulegen, und sobald der richtige Moment kommt, diese zu verwenden, sie in Bereitschaft zu haben. Und in dieser Beziehung kann ich Sie versichern, daß alles geschehen ist, um die Kapitalien der Bank stets in Sicherheit und mobil zu haben, um im nötigen Moment sie verwenden zu können. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Nun möchte ich noch auf ein Tätigkeitsgebiet der Bank zurückkommen, und das betrifft unsere Tochteranstalt, die Anglo Palestine Company, die, wie ich hier mit Freuden konstatieren möchte, eine sehr schnelle und sehr schöne Entwickelung nimmt. Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich sage, daß die A. P. C. im Leben des Orientes jetzt einen nicht zu vernachlässigenden Faktor bildet. Und mit der Ausdehnung dieser Filiale auf Jerusalem, Beyrut und Hebron und — wie Sie in der Eröffnungsrede unseres verehrten Präsidenten gehört haben — bei der Hoffnung, daß wir bald eine Bankfiliale in der Hauptstadt des türkischen Reiches errichten werden, werden Sie zugeben, daß wir hier eine Entwickelung haben, mit der wir recht zufrieden sein können. Allerdings, wenn ich, wie ich hoffe, bei der Errichtung der Filiale in Konstantinopel zugegen sein werde, werde ich mich eines wehmütigen Gefühles nicht erwehren können, daß es unserem seligen Theodor Herzl, dessen höchster Wunsch die Errichtung einer Filiale in Konstantinopej war, nicht vergönnt ist, diese Eröffnung zu erleben. Aber wir werden vielleicht darin einen leichten Trost finden, daß wir alle Stein auf Stein legen, um diesen Grundplan weiter zu führen und zu verwirklichen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Nun, meine Damen und Herren, muß ich Sie leider mit einem wichtigen Kapitel aus der Tätigkeit des Direktoriums in der letzten Zeit beschäftigen und muß Sie um Verzeihung bitten, daß ich hier etwas ins Detail eingehe. Es handelt sich um den Beschluß des Kongresses, daß wir die Statuten unserer Bank ändern sollen, und hier werde ich mir erlauben, Ihnen, wenn auch nur in kurzen Strichen, ein Bild dieser ganzen Frage zu entwerfen. Wie Sie wissen, meine Damen und Herren, wurden auf dem 2. Kongresse im August 1899 in Basel die Zwecke des zu gründenden Jevvish Colonial Trust bestimmt und die kolonisatorische Tätigkeit unserer Bank auf den Orient, namentlich auf Syrien und Palästina, beschränkt. 1. Am 26. Oktober 1898 überreichte der Sekretär des vom