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Die Welt · 1907-08-19 · Sep. 4 (19.8.1907) · page 4

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
Sep. 4 (19.8.1907)
Date
1907-08-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Ölbaumspende in eine feste Form zu bringen, ihr eine juristisch brauchbare Unterlage zu schaffen, denn die Ölbaumspende ist heute lediglich ein Zweckvermögen, welches dem Jüdischen Nationalfonds anvertraut ist, ein Zweckvermögen, welches aber nicht unbedingt dem Zwecke des Nationalfonds entspricht. Bei der Frage der künftigen Administrierung des Nationalfonds wurden wir vor eine große Schwierigkeit gestellt. Es tauchte die Frage auf, ob wir das Land, das wir schon besitzen, verpachten oder in eigene Regie nehmen sollen. Für eine Verpachtung kamen verschiedene Bewerber in Betracht, aber keine palästinensischen Juden, keine jüdischen Arbeiter, wie angedeutet wurde, denn solche gibt es in Palästina noch nicht, die sich dazu drängen würden» Land des N. F. zu pachten. (Del. Schenkin: Es gibt schon solche.) Dann wäre ich dankbar, wenn an den N. F. diese Frage praktisch herantreten würde. Bisher hat sich noch kein Palästinenser beworben. Dagegen haben wir Gesuche von jüdischen Landbauern in Cherson erhalten, ebenso von kaukasischen Bergjuden und einem Vereine in Rumänien, der eine Siedelung projektiert hat. Wir haben infolge dieser Anträge einen in Odessa ansässigen Gesinnungsgenossen, den Agronomen Sußmann, beauftragt, mit den Chersoner Bauern sich in Verbindung zu setzen und festzustellen, ob sie geeignet und gewillt sind, auf Palästinabesitz sich anzusiedeln, wovon bloß Duleika und Um el Djuni in Betracht kamen. Die Gutachten, die über diese Frage eingeholt wurden, widersprachen sich durchaus. Unser Vertreter, Herr Assessor Ruppin, erklärte sich gegen die Verpachtung, indem er uns empfahl, eine eigene Administration der Nationalfondsländereien in Palästina einzurichten. Demgegenüber steht die Meinung der A. P. C, welche den Standpunkt vertritt, daß die Administration das schlimmere von beiden Übeln sei, indem die Administration in keiner anderen Weise gehandhabt werden könne, als wie sie von den bisherigen großen Organisationen in Palästina gehandhabt worden sei, und die Erfahrung hat gezeigt, daß diese Administration viel zu kostspielig ist, als daß wir vom Nationalfonds die Verantwortung dafür übernehmen könnten, eine solche für unsere immerhin noch sehr geringfügigen Ländereien einzurichten. Es ist auchder Gesichtspunkt geltend gemacht worden, daß weder die Verpachtung noch die eigene Regie angezeigt ist. Es wird der ganzen Schlauheit eines neuen Odysseus bedürfen, um so das Schiff des N. F. einerseits zwischen der Scylla' der Verpachtung und der Charybdis der eigenen Administration hindurchzuleiten« (Sehr gut!) Wenn ich nun zu einer kurzen Darlegung des Vermögensstandes des N. F. komme, will ich, um diesen Punkt abzukürzen, bemerken, daß wir eine Bilanz des N. F. in allernächster Zeit publizieren werden. Wir sind dazu heute noch nicht in der Lage, weil wir den Wert unseres Grundbesitzes erst neu feststellen müssen, um die nach englischen Grundsätzen notwendige sichere Unterlage für die Feststellung des Vermögenswertes des Nationalfonds zu gewinnen. Aber ich kann so viel ungefähr mitteilen, daß unser in Wertpapieren und in Barem vorhandener Besitz heute ungefähr 50 000 Pfd. beträgt und wir außerdem einen Grundbesitz in Palästina haben, den man mit 10—15 000 Pfd. bewerten darf, so daß wir sagen können, das Gesamtvermögen des Nationalfonds beträgt heute zwischen 60 und 65 000 Pfd., das ist eine Vermehrung von ungefähr 12 000 Pfd. gegenüber dem letzten Jahre. Es dürfte nun vielleicht von mir erwartet werden, daß ich in kurzen Umrissen die künftige Tätigkeit des Direktoriums des N. F. andeute. Ich muß in dieser Hinsicht um Ihre Nachsicht bitten. Es ist begreiflich, daß ich hier kein vollständiges Programm entwickeln kann. Wir sind ja immer noch im Stadium der vorbereitenden Versuche. Wir sind ja noch nicht in der Lage, einen festen Boden unter uns zu sehen, auf dem wir uns bewegen können. Das Direktorium hat auch bis jetzt noch keine programmatischen Beschlüsse gefaßt. Was ich also hier vortrage — das möchte ich ausdrücklich und klar betonen —, ist nur meine persönliche Meinung über die Entwicklung der Tätigkeit des N. F. und ist das Direktorium DIEEaEELT Sep. i in keiner Weise für die programmatischen Sätze, die ich hier n knapper Kürze vortragen will, verantwortlich. Ein Grundsatz schei t mir klar zu sein nach den juristischen Gutachten, die wir erhalt; i haben: Der Nationalfonds als solcher darf vorläufig, wo kei e zwingende Notwendigkeit vorliegt, kein Land in Palästina erwerbe i. Aber, meine Herren, wenn der Nationalfonds selbst nicht in c r Lage ist, Grund und Boden in Palästina zu erwerben, so liegt s doch im dringenden Interesse des Nationalfonds und entspricht s durchaus dem Zwecke, dem der Nationalfonds dienen soll, d Juden in großer Anzahl und mit großen Kapitalien so rasch < s möglich und so gut es geht, Boden in Palästina käuflich erwerbe \ und wenn der Nationalfonds einer geeigneten Kreditbank dur* i Gewährung von Hypothekarkredit oder sonstigen durch Grund m d Boden gesicherten Kredit seine Gelder zur Verfügung stellen kau so halte ich es nicht nur für das gute Recht, sondern auch für t e Pflicht des N. F., seine Gelder zur Verfügung zu stellen. (Lebhaft r Beifall und Händeklatschen.) Auch für andere Zwecke, die mit cl r Grunderwerbung in Verbindung stehen, kann der Nationalfon s langfristige Kredite gewähren. Es ist Ihnen bereits mitgeteilt wordc . — ich glaube wenigstens, es hier gehört zu haben, — daß sich i Jaffa "ein Verein gebildet hat, welcher den Bau von Häusern f r Juden in Jaffa bezweckt. Eine Genossenschaft, bestehend a s 60 Familien,. die insgesamt ein bar eingezahltes Kapital vi : 100 000 Frs. besitzt, ist an die A. P. C. herangetreten, ihr ein i Kredit von 3Ö0 000 Mark für die Zwecke des Häuserbaues zu g währen. Sie will diesen Betrag im Laufe von 18 Jahren zurüc bezahlen und denselben in angemessener Weise verzinsen. L . A. P. C. steht diesem Plan sehr günstig gegenüber. Die A. P. < , die aber nicht über Mittel verfügt, die sie für einen langfristig i Kredit verwenden kann, hat sich nun ihrerseits an den N. F. $ wendet und hat diesem den Vorschlag unterbreitet, einen Beti von 300 000 Mark gegen hypothekarische Sicherstellung seitens d : genannten Genossenschaft der A. P. C. zu gewähren. Meine Dann ) und Herren, ich glaube, daß der Nationalfonds auf dieser Ba^ wohl berechtigt ist, einen längeren Kredit zu gewähren. Wir habi .; doch die Garantie nicht bloß durch den Besitz der Genossensch; an Grund und Boden, sondern wir haben auch insbesondere eii sichere Garantie in der A. P. C, deren Kreditwürdigkeit für in außer jedem Zweifel ist. Wir sind der Meinung, daß das Lar Palästina nicht bloß aus landwirtschaftlichen Besitzungen besteh sondern daß ein wesentlicher, jedenfalls wertvoller Bestandteil d* Grund und Bodens von Palästina in städtischem Besitz besteht, uv wenn der N. F. auf diese Weise in der' Lage ist, den jüdische Gemeinschaften in Jaffa, Haiffa, Jerusalem, Hebron, in all den s genannten jüdischen Städten einen eigenen Boden zu verschaffe, so zweifle ich nicht daran, daß das Ansehen der jüdischen B. völkerung dadurch ganz erheblich in der Meinung der islamitische Welt wachsen wird. (Sehr richtig! Lebhafter Beifall und Händ klatschen.) Meine Damen und Herren, vergessen wir nicht, da in Palästina noch eine große Anzahl von Städten sich befindet,; denen die jüdische Bevölkerung zahlenmäßig sehr schwach n Wenn der Nationalfonds auf diesem Wege dazu beitragen kau daß alle diese Städte — ich nenne nur Sichern, Nazareth, Betlehen Saida, Akko, ohne die großen Städte Beirut und Damaskus hinzi zunehmen — sich auf diese Weise mit einer kapitalkräftigen, arbeitfähigen und arbeitswilligen jüdischen Bevölkerung füllen, dann sin wir einen großen Schritt der Erfüllung unseres Zieles näher gerück (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Meine Damen und Herren, ich glaube, daß ich nun zum Schlus^ kommen kann. Ich möchte aber nur eines Ihnen einschärfen un mit großer Klarheit und Deutlichkeit hervorheben. Man redet e viel von den großen Kapitalien, über welche unsere Bewegun verfügt. Man täusche sich darüber nicht, daß für die Aufgabei welche dem N. F. gestellt sind, ein Betrag von 1 bis 11 •? Millione eine ganz winzige Summe ist (Sehr richtig!) und wenn« wir nu

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