Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- Sep. 2 (15.8.1907)
- Date
- 1907-08-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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5ep. 2 DIE^ELT verden, sobald er nutzbares Kapital darstellt. Ihn in Grunderwerb nlegen, heißt nicht ihn verbrauchen. Grund und Boden ist so gut icheres Geld wie umlaufendes. — Das Informationsbureau in Paästina muß eine offizielle Institution werden, die vom A. C. zu beolden ist. — Zur Geldbeschaffung kann der Schekel in Deutschind ruhig verdoppelt werden. — Wir müssen die Bildung eines 'alästinarates aller in Palästina arbeitenden Organisationen anstreben, daneben muß die kulturelle Arbeit in Palästina stärker betont und ür sie eine besondere Kulturkommission eingesetzt werden. Dr. E. Auerbach (Berlin): Der ursprüngliche Sinn des N.-F. st der Landerwerb in Palästina für Rechnung der Gesamtheit, um -hier Privatspekulation vorzubeugen. Daher ist die Stillegung einer Gelder ein Mißbrauch. Dr. Halpern (Hamburg): Ein Zusammenarbeiten mit andern )rganisationen ist nur möglich, wenn wir die Arbeiten beginnen iiid die andern zur Mitarbeit auffordern. — Weil die Bank nicht eschäftsmäßig arbeitet, so müssen eben andere Leute hinein. Die Anträge Kaimus auf Einrichtungeines besoldeten Palästinaamtes und Loewe auf Einsetzung einer Kulturkommission werden angenommen, der Antrag Kalmus auf vorläufige Festlegung des N.-F. abgelehnt. Welche Anträge dem Kongreß weiter zu geben sind, wird die Landsmannschaft später beschließen. Schluß der Sitzung 12*/4 Uhr. Sitzung der österreichischen Landsmannschaft Montag fand die erste Sitzung der österreichischen Landsmannschaft statt. In das Bureau wurden gewählt die Herren Dr. Schallt als Vorsitzender, Dr. Braude und Dr. Kornhäuser als Stellvertreter und Böhm als Schriftführer. In den Permanenzausschuß wurden die Herren Dr. Braude, Dr. Gabel, Dr. Salz, Dr. Schalit und Adolf Stand entsendet. KONFERENZ DES HEBRÄISCHEN SPRACHVEREINES „IBRIAH" Erster Sitzungsta^ Sonntag um 9 Uhr vormittags begann die erste Sitzung der ■ebräischen Sprachvereinigung „Ibriah" im Saale Mille Colonnes. ,s hatten sich dazu gegen 60 Teilnehmer (darunter 52 Delegierte) ingefunden. Die Sitzung Wurde von Herrn Dr. Joseph, Klausner (Odessa) iöffnet, der die allgemeine Arbeit der „Ibriah" kurz skizzierte und uf die Schwierigkeiten hinwies, welche insbesondere in Rußland er Verbreitung der Organisation sich entgegenstellen. In der 'arauffolgenden Wahl wurden die Herren Lew insky (Odessa), Dr. j. Braude (Stanislau), Jak. Kohan (Bern), Dr. Bogratschoff!affa) für die Leitung, Dr. Rabin zum Schriftführer bestimmt. Herr Hermoni schlägt vor, Ordner zu wählen, und die Rechte or Delegierten und Gäste festzusetzen. Delegierte erhalten be- ' liließende, andere Ibriahmitglieder beratende Stimme. Hierauf hält Schriftsteller Ruben Brainin einen Vortrag über te Bedeutung der hebräischen Sprache. Davon ausgehend, was ie Sprache überhaupt für die Kultur eines Volkes bedeute, wendet i das Problem auf die hebräische Sprache und das jüdische Volk m. Dem Jargon mißt der Referent keine dauernde Bedeutung •ei — er erwähnt unter anderem, daß die Kinder der Emigranten n England und Amerika faktisch bereits durch fremdnationale iziehung die Kenntnis des Jüdischen verlieren. Zur Verbreitung <4r Sprache sei es notwendig, das Beispiel der Maskilim sich vor .ugen zu halten, welche die Kenntnis der fremden Sprache und .i terato zu einer Art Mode gemacht hatten. Der Referent verlieht, das Wort Mommsens: „Wo das deutsche Schwert nicht mehr inreicht, soll uns das deutsche Wort helfen" auf das jüdische Volk anzuwenden. Uns Juden, die wir kein Schwert haben, muß das hebräische Wort alles werden. Nach dem Referate wurde die Vormittagssitzung geschlossen. In der Nachmittagssitzimg (von 3 Uhr an) sprach zunächst Herr Dr. Nacht (Focsani) über die Aufgaben der „Ibriah". Obwohl es sich in erster Linie um die Wiedererweckung des hebräischen Wortes handle, sollen doch diese Sitzungen sich nicht selbst in Worlen verlieren, sondern zu Werken werden. Das Hauptwerk der „Ibriah" aber sei es, die Liebe zur hebräischen Sprache ins Volk zu tragen. Der Redner bemerkt es mit Bedauern, daß zahlreiche Mitglieder der Sitzung ferne sind, da sie an der gleichzeitig tagenden Konferenz der russischen Landsmannschaft teilnehmen. Es sei notwendig, in den wenigen Tagen alle Energie auf die „Ibriah" zu vereinigen. Herr Jak. Kohan erstattet hierauf ein Referat über die bisherigen Leistungen der „Ibriah". Dieselbe hat. in kurzer Zeit (außer Aufrufen und Ankündigungen) drei Ideine Bücher herausgegeben, und zwar von Jos. Klausner, von Berdiczewsky und ein Sammelbuch mit Beiträgen von Achad Ikam. Katzenellensohn (Buki ben Jogli) und Dubnow. Dr. Rabin erstattet einen Finanzbericht, der allerdings noch wenig aufweisen kann. Immerhin konnte die Herausgabe der Bücher gedeckt werden und ergab sich noch ein kleiner Plusbestand. Die Anzahl der Mitglieder beträgt ungefähr 2000. Es beginnen die Berichte der Vertrauensmänner aus den einzelnen Ländern. Lewinski spricht über die Verhältnisse in Rußland, H. Chapira über Paris, wo es der „Ibriah" gelungen ist, einigen Einfluß auf die Schule in nationalem Sinne zu gewinnen. Sodann wird die Sitzung vertagt. Die allgemeine Konferenz der jüdisch-sozialistischen Arbeiterpartei „Poalei-Zion" Poalei-Zion ist der Stichname einer jüdisch-sozialistischen .rbeiterpartei, welche die Existenz einer Judenfrage für das jüdische olk anerkennt und die zionistische Lösung dieser Frage für die inzig mögliche erachtet. Sie huldigt der ökonomistischen Aufissung des jüdischen Problems und erblickt in der abnormalen ozialen Gliederung des jüdischen Volkes, in dem Überwiegen des deinbürgertums, das vom Kapitalismus verdrängt wird, in der Konentrierung der jüdischen Arbeiterschaft in rückständigen Kleinetrieben, in den Schwierigkeiten und Hindernissen für das jüdische Proletariat, Platz zu finden in der modernen Großindustrie seiner Vohnländer, das Grundproblem der Judenfrage. In der überwallenden jüdischen Massenemigration aus Rußland und Österreich ierü der Poalei-Zionismus die Tendenz zu einer Umgestaltung es jüdischen Volkslebens, zur Konzentration der jüdischen Massen •uf einem Territorium, das wirtschaftlich zu erobern ist. ^ie Poalei-Zion halten Palästina als das einzige Territorium, las für die Schaffung einer jüdischen Wirtschaftseinheit geeignet ist. Die poalezionistische Bewegung, die von Rußland ihren Ausgang genommen hat, begann sich im Jahre 1901 mächtig zu entwickeln, konnte es aber infolge fortwährender Zersplitterung erst im Vorjahre zu einer geschlossenen Organisation bringen. Die Tagung des diesjährigen Zionistenkongresses, auf dem die genannte Partei durch eine 22gliedrige Fraktion vertreten ist, benutzte sie zur Abhaltung ihrer ersten allgemeinen Konferenz, die Montag, den 12. d. M., begann. Es sind Delegierte aus Palästina, Rußland, Österreich und Amerika anwesend. Als Gäste sind Vertreter von Organisationen in Rumänien und Paris erschienen, unter den zahlreichen Begrüßungsschreiben ist das der argentinischen Organisation hervorzuheben. Die holländische Gruppe der Poalei-Zion ließ aus Anlaß der Konferenz eine Broschüre über den Poaiei-Zionismus, die in holländischer Sprache geschrieben ist, zirkulieren und gedenkt die Anwesenheit der poaleizionistischen Delegierten zu einem Meeting in Amsterdam zu benutzen, um die zahlreichen dort ansässigen jüdischen Diamantenarbeiter dem Poaiei-Zionismus zu gewinnen. Der erste Punkt der Tagesordnung betraf die Stellung zum Rechenschaftsberichte des Aktionskomitees. Zunächst wurde bemängelt, daß der Rechenschaftsbericht nicht, wie das Statut vor-