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Die Welt · 1907-08-15 · Sep. 2 (15.8.1907) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
Sep. 2 (15.8.1907)
Date
1907-08-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Sep. 2 D1E Nachdem sich der Beifall gelegt, werden die Wahlen ins Bureau vorgenommen, deren Ergebnis wir bereits gestern mitgeteilt haben, und sodann die Sitzung geschlossen. NACHMITTAGSSITZUNG Mittwoch, den 14. August Beginn 3 Uhr Präsident Wolffsohn eröffnet die Versammlung mit der Miteilung, daß die Nominierung der Herren Dr. Magnes, Moser und Sal. Cohn zu Beisitzern übersehen worden sei. Die Nachwahl erolgt durch Akklamation. Endlich wird Herr Greenberg noch ns Vizepräsidium gewählt. Herr Dr. Max Nordau erklärt hierauf, ndem er für die ihm erwiesene Ehre dankt, aus rein persönlichen jründen das Präsidium nicht behalten zu können, wolle aber als Beisitzer im Bureau bleiben. Der Kongreß versucht, Herrn Dr. Nordau •ur weiteren Beibehaltung des Präsidiums zu bewegen, fügt sich iber dann dessen Wunsche. * # # •Der Präsident widmet dann den Gesinnungsgenossen, die wir n den letzten zwei Jahren verloren haben, einen warmen Nachruf. Die Namen, die zum steten Gedächtnis festgehalten worden, sind: Totenliste. VI. Zeitlin-Petersburg, verunglückt auf der Fahrt zum VIII. Kongreß. Tobias Ornstein, Korrespondent beim VII. Kongreß, wurde auf der Rückkehr vom Kongreß ermordet. Ir. Oser Kokesch,MVlitglied des A. C. L. Schalit-Riga, Governor des J. C. T. Dr. Isidor W. Marmorok-Wien. Hermann Horowitz-Sopron, Meister der hebräischen Sprache. 1 Chazan-Warschau. A. Ch. Nemser-Petersburg. S. Brandt-Petersburg, Gelehrter. Minz-Meseritz. lesekiel Breit-Lenkovan. B. Kahn-Grodno. Grünwald-Kubin. Stud. Karelik-Tomsk, gest. während des Pogroms in der Selbstwehr, lakob Janowski, Bialystok, gestorben als Soldat in der russischen Armee. Dr. Heinrich Meyer-Cohn-Berlin. Gustav G. Cohen-Hamburg. Rabbiner Dr. Salomon Cohn-Halberstadt. 3. L. Elsholz-Berlin. N. Israel, Bryanmawr und Albertillery Zionist Association. Dr. Jacob Spinner-Lemberg. Dr. J. Weil-Teplitz-Schönau. Dr. Philipp Sommer-Czernowitz. Heinrich Perlberger-Lemberg. Dr. Martin Weißmann-Wien, ehemaliger Redakteur der „Welt". Julius Bondy-Horowitz. Martha Wolfenstein, Schriftstellerin. Oberrabbiner M. A. Roth-Päpa. Virijam Grünzweig, Frau von Heinrich Grünau-Grünzweig-Antwerpen. David Weinberg-Antwerpen. Nissen Steinberg-Galatz, Vizepräsident des Zentralkomitees in Rumänien. Leopold Samuely-Galatz. Es folgt der Bericht des Legitimationsausschusses erstattet durch Herrn Percy Becker. Er führt aus: Im Namen des Legitimationsausschusses habe ich die Ehre, folgendes zu berichten: Nach Prüfung der Wahlakte und eingelaufenen Proteste können wir mit Genugtuung konstatieren, daß die vom Legitimationsaus- KELT — 5 schusse des letzten Kongresses empfohlene Einheitlichkeit der Protokolle viel dazu beigetragen hat, die Arbeit des Ausschusses wesentlich zu erleichtern. Wir können konstatieren, daß im allgemeinen die Wahlen viel präziser vorgenommen wurden als bisher. Es haben nur einige Wahlen stattgefunden, die nicht den Formalitäten entsprechen, die man füglich erheben sollte. Wir möchten dies zum Teil den großen Entfernungen dieser Wahlgruppen vom Zentrum der Bewegung zuschreiben. Fast alle Landsmannschaften haben mit besonderer Sorgfalt gewählt, so daß die Zahl der eingelaufenen Proteste überhaupt nur eine kleine gewesen ist. Von diesen Protesten mußten jene aus Belgien zurückgewiesen werden, da das Organisationsstatut der Belgischen Federation das Recht gibt, ihre Wahlen so durchzuführen, wie es geschehen ist. Über eine Anzahl Proteste konnte zur Tagesordnung übergegangen werden, da dieselben teils zurückgesetzt wurden, teils haben die Gewählten auf ihre Mandate verzichtet. Zu unserem Bedauern müssen wir dagegen die Wahl des von der Ortsgruppe St. Gallen gewählten Delegierten beanstanden. Die Gründe des Protestes waren zwar nicht in allen ihren Teilen nachzuprüfen, immerhin steht für uns fest, daß ungehörige Wahlbeeinflussungen und andere Unzulässigkeiten stattgefunden haben. Wir sind daher gezwungen, zu beantragen, diese Wahl für ungültig zu erklären. Wenn wir nun auch dazu kommen, dem Kongreß zu empfehlen, alle übrigen Wahlen gutzuheißen, so haben wir doch die Pflicht, zu betonen, daß dies in einigen Fällen nur deshalb geschehen mußte, weil das Organisationsstatut eine Reihe von Lücken aufweist, die dringende Abhilfe notwendig macht. Es muß unseres Erachtens im Organisationsstatut festgelegt werden, daß sämtliche Landsmannschaften die Originalprotokoile der Wahlen dem Kongreßbureau einsenden. Mit der bloßen Versicherung der Leiter der Landesorganisätionen, daß die Wahlen ordnungsgemäß stattfanden, sollte man sich auch dann nicht begnügen dürfen, wenn kein Zweifel bezgl. deren Erklärungen obwalten kann. Das A. C. hat wohl Formulare der Wahlprotokolle in diesem Jahre ausgegeben, aus denen, wenn sie richtig ausgefüllt sind, ersichtlich ist, wieviele Schekelzahler an der Wahl teilgenommen haben und in welcher Weise die Wahl stattfand. Notwendig wäre aber, daß außerdem aus den Protokollen ersichtlich ist, wieviele Stimmen auf die einzelnen Kandidaten entfielen, und daß alle diese Bestimmungen durch Aufnahme in das Organisationsstatut obligatorisch gemacht werden. Ebenso scheint es uns unhaltbar, die Festsetzung aller Wahlmodalitäten den einzelnen Landesorganisationen zu überlassen; es sollte jedem Verein, der über mindestens 200 Schekelzahler verfügt, ohne weiteres das Recht zustehen, seine Delegierten für den Kongreß zu wählen, ohne verpflichtet zu sein, daß sämtliche Schekelzahler einer Stadt oder gar eines Landes zu einer Wahlgruppe vereinigt werden. Landesorganisationen sollen nur berechtigt sein, über etwaige überschüssige Schekelzahler selbständig zu verfügen, sowie über solche Gruppen, die weniger als 200 Schekelzahler haben. Unsere Erfahrungen veranlassen uns ferner, die Forderung zu erheben, daß sämtliche Delegiertenkarten vor ihrer Ausgabe dem Legitimationsausschuß übergeben werden; erst dieser gtstattet die Ausgabe an die Delegierten, nachdem er jede einzelne Delegiertenkarte mit einem nur ihm zugänglichen Stempel versehen hat. Wir bitten den Kongreß sehr, diese Forderung zu einem Beschluß zu erheben. Es ist bedauerlich, daß die Forderung des Legitimationsausschusses des letzten Kongresses, die dahin ging, daß nur die an die Zentralkasse bereits abgelieferten Gelder die Basis für die Zahl der

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