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Die Welt · 1907-08-09 · 32 (9.8.1907) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
32 (9.8.1907)
Date
1907-08-09
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Aufruf Theodor Herzl-Denkmal in Czernowitz Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Czernowitz hat unserm Wunsche Rechnung getragen und in seiner Sitzung vom 10. Juli vorigen Jahres beschlossen, den Alten Markt bei der Judengasse „Theodor Herzl-Platz" zu benennen. Es ist der Name unseres dahingegangenen Führers, dessen beispiellose Hingebung für die Regeneration des jüdischen Volkes die ganze Welt mit Bewunderung erfüllte, dem Fürsten und Staatsmänner ihre Verehrung bekundet haben; jenes Großen in Israel, der den zionistischen Gedanken zu hellster Begeisterung entflammt, den zerstreuten Volksgenossen eine Weltorganisation, ein Judenparlament geschaffen und für eine Heimat der seit Jahrtausenden bedrängten Brüder, seines jüdischen Volkes, aufopferungsvoll fortgewirkt, bis inmitten rastloser Arbeit sein Herz zu schlagen aufgehört hat. Auf dem nach ihm benannten Theodor Herzl-Platz, der enfsprechend reguliert werden wird, soll nun als ein bescheidenes Zeichen dankbarer Liebe und Anerkennung der östlichen Volksgenossen ein Theodor Herzl-Denkmal sich erheben, in jenem Stadtteile, wo die altjüdischen Familien von Czernowitz ihr Domizil hatten und noch heute aus den umliegenden Synagogen jüdische Gebete und Gesänge laut werden. Dieses „jüdische Viertel" mit seinen zum Teil recht armseligen Judenhäuschen wird bald modernen Bauten Platz machen, die ghettoartigen Quartiere werden schwinden, und ein neuer aufstrebender Stadtteil wird entstehen. Inmitten desselben soll das Theodor Herzl-Denkmal postiert werden, eine weithin sichtbare Zierde für die schöne Landeshauptstadt Czernowitz, und gleichzeitig ein Wahrzeichen der Eintracht ihrer Bewohner, die ihren nationalen Wünschen gegenseitig Sympathie entgegenbringen. Wahrlich ein schönes Werk, das von jedermann gefördert zu werden verdient! Es ergeht darum an alle Juden der Appell, die Errichtung des Theodor Herzl-Denkmals eifrigst zu propagieren und für den Denkmalfonds in Czernowitz Geldspenden zu sammeln. ICein Jude verabsäume es, zum Gelingen dieses schönen Werkes beizutragen. Heller an Heller wird zu einem ansehnlichen Kapitale werden! Jeder agitiere darum in seinem Kreise; bei festlichen und traurigen Anlässen sei des Denkmals für weiland Theodor Herzl gedacht! Die Geldspenden sind an das Bankhaus A. Badian & Sohn, Czernowitz, zu senden. Czernowitz, im Juli 1907. Die jüdisch-nat. akademische Verbindung „Hasmonaea": cand. jur. B. Werber cand. phil. S. Gabe dz. Senior. dz. Schriftführer. Dr. Josef Bierer, Arzt in Radautz; Dr. Josef Burstyn, k. k. Feldprediger in Ung.-Hradisch; Isak Blum, Ingenieur in Jassy; Dr. Marco Covler, Redakteur, hier; Dr. Mayer Ebner, Landes- und Gerichtsadvokat, hier; Dr. Berthold Frucht, Arzt, hier; Dr. Jancu Goldenstein, Arzt in Jassy; Heinrich Herschmann, Magister der Phannacie, hier; Salomon Kaßner, Advokaturskandidat, hier; Carl Klüger, Chefredakteur, hier; Dr. Jakob Kommer. Hof-und Gerichtsadvokat in Wien; Dr. Adolf Langhaus, Advokaturskandidat in Dorna- Watra; Dr. Sigmund Neuberger, Arzt in Zablotow, Dr. Paul Rieber, Landes- und Gerichtsadvokat, hier; Emil Schecht, Apotheker in Zastawna; Dr. Mayer Schifter, Landes- und Gerichtsadvokat, hier; Dr. Isak Schmierer, Landes- und Gerichtsadvokat, hier; Dr. Elias Stroh, Advokaturskandidat, hier; Dr. Josef Schauer, Advokaturskandidat, hier; Dr. Abraham Schützer, Advokaturskandidat, hier; Moses Stroh, Advokaturskandidat, hier. Anregungen betreffs des Theodor Herzl-Denkmals und sonstige Zuschriften sind an die Herzldenkmal-Kotnmission der akad. Verbindung „Hasmonaea" (Herrengasse 29, I. Stock) zu richten. Ausweis der Listen der für das geplante Denkmal eingelaufenen Spenden Durch die aktiven und inaktiven Mitglieder der akad. Verbindung „Hasmonea"........K. 450 Dr. Paul Rieber . . . •........„ 100 Dr. Berthold Frucht...........„ 100 Dr. Mayer Ebner ............„ 50 Dr. Mayer Schifter............„ 50 Dr. Siegm. Neuberger....... . . . . K. 50 Dr. El. Stroh.............„ 30 Dr. Jancu Goldenstem..........„ 30 Ingenieur Josef Blum...........„ 40 Redakteur Karl Klüger..........„ 50 Dr. Josef Schauer.......... . . „ 50 K. 1000 Verschiedenes Brody. Wahl in den Ausschuß des jüdischen Akademikervereins „Techijah": J. Balaban, Techniker, Vorsitzender; A. Stromwasser. Hörer d. Med., dessen Vertreter; K. Horn, Hörer d. Rechte' Schriftführer. Radautz. Samstag den 27. Juli 1907 hielt die jüdisch-akademische Ferialvereinigung „Chermonia" einen Wahlkonvent ab, welcher folgendes Resultat ergab: stud. jur. Jakob Lapajöwker als Präses, stud. med. Hersch Weinlös als Vizepräses, stud. jur. Meschulem Jahr als Schriftführer, cand. jur. Chaim Axelrad als Bibliothekar, stud. jur. Chaim Harth als Kassierer. Pozega. Hier erfolgte die Gründung einer Ortsgruppe des Osijeker zionistischen Vereines „Theodor Herzl". Es wurden gewählt die Herren: Milan Rechnitzer, Obmann; Richard Fränkl, Obmann - Stellvertreter, Adam Hoffmarin, Sekretär; Salamon Slomovic, Kassierer. Wien. Jüd.-Akad. Ferialbindung „Zephyra". Wahlen für das kommende Semester: J. U. C. Karl Bondy, Med. Alfred Grünspann, J. U. C. Otto Mährischl. Göding. Jüdisch-Akademische Ferialverbindung „Gamala". Wir veranstalten am 15. August 1. J. in Göding, Hotel Europa, anläßlich unseres zehnsemestrigen Bestandes einen Festkomrners, zu dem auch auf diesem Wege alle Gesinnungsgenossen höflichst eingeladen werden. Danksagung Die rumänisch-zionistische Federation dankt auf diesem Wege auf das herzlichste Herrn Moses Schochat aus Kischineff, der der Federation durch fast zwei Jahre als ausgezeichneter Redner große Dienste im Lande geleistet hat. Sehr geehrte Redaktion. Der in Ihrer letzten Nummer veröffentlichte Status des Jewish Colonial Trust per 30. Juni 1907 weist gegenüber dem Märzabschluß keine großen Veränderungen auf. Das Wechselkonto ist von £ 95 400 auf £ 137 586 gestiegen und entsprechend das Konto der rediskontierten Wechsel von £ 47 870 auf £ 76530. Die Lombardvorschüsse sind von £ 95 284 auf „ 64294 zurückgegangen. Debitoren und Akzeptenkonto weisen beträchtliche Zunahmen auf, darunter ist die Schuld der Anglo-Palestine Co. gegenüber dem Abschluß per ult 1906 noch um £ 10 000 angewachsen, was die Durchführung der beschlossenen Kapitalserhöhung der A. P. C. immer dringlicher erscheinen läßt. Daß jetzt auch im Quartalsausweis die Schuld der A. P. C. gesondert figuriert, ist erfreulich, doch ist noch immer eine Trennung der entliehenen Lombardgelder von den Kreditoren zu vermissen. Bei dem bedeutenden Wiederanwachsen der Portefeuilles ist es wünschenswert, das Engagement in russischen Wechseln von dem in Wechseln anderer Valuta im Ausweis zu trennen. Endlich möchte ich nur wenige Tage vor der Generalversammlung nochmals auf das Gewinn- und Verlustkonto hinweisen. Der Gewinn des 2. Quartals mit £ 2432 übertrifft zwar den des ersten mit £ 1943; aber der Gewinn des ersten Halbjahrs, auf das ganze Jahr berechnet, ergibt immer erst £ 8750, was eine 8d Dividende pro 1907, die £ 8426 erfordert, knapp deckt. Werden nun nach dem Verwaltungsvorschlag für 1906 auch 8d verteilt, so bleibt für Reservestellung fast nichts übrig, und die £ 5000 zweifelhaften Aktiva können nicht heruntergeschrieben werden. Beschränkt sich aber die Generalversammlung für 1906 und 1907 auf je 6d, so werden an Dividenden £ 4200 zur Vornahme der nötigen Abschreibungen erspart. Für 1908 ist dann die Bank hoffentlich in der Lage, ihren Satz auf 8d zu erhöhen, umsomehr, als bis dahin wohl schon eine Dividende auf ihren Besitz an Anglo-Palestine Shares in Aussicht stehen dürfte. Dr. H. G. Heymann.

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