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Die Welt · 1907-08-09 · 32 (9.8.1907) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
32 (9.8.1907)
Date
1907-08-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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,\'o. 32 DIEt&ELT die imposante Höhe vieler Millionen erreicht haben wird. Indessen -yird die wirtschaftliche Struktur Palästinas eine ganz andere werden, und die Wirkungsmöglichkeiten für den Nationalfonds werden sich •edeutend verschlimmern. Der Nationalfonds müsse daher sofort Jas in Angriff nehmen, wofür er geschaffen wurde, d. i. „Geulah i iaarez" — die,,Auslösung des Landes". Alle andern Unternehmungen, i c vorgeschlagen werden — z. B. die Errichtung von Farmen und ■, ,mi Versuchsstationen, der Ankauf historischer Plätze, städtischen s'odens etc, . . . entsprechen nicht der Bestimmung des National-; :ids und könnten auch nicht unsern Einfluß im Lande in dem ' aße stärken wie Landerwerb. Anderseits habe die 25 jährige Kolonisationstätigkeit der Juden in Palästina bewiesen, daß das! ivateigentum dort genügend geschützt sei. Solange wir aber nicht wille Berechtigungen im Lande haben, könne der Nationalfonds als - Icher nicht funktionieren, und seine Gelder müßten daher für die -whaffung von Agrarkredit verwendet werden. Ohne diesen [ edit können wir keinen Schritt weiter machen. Es gibt viele ] .ciite in Rußland mit einer gewissen landwirtschaftlichen Vorbildung, : gerne in Palästina sich niederlassen würden, wenn man ihnen I;nd auf langjährige Abzahlung zur Verfügung stellen würde. Verfasser will nicht die Art und Form dieses Kredits erörtern. Der Kongreß werde eine Kommission wählen müssen, die diese Frage > bearbeiten haben würde, aber nicht um sie zu begraben. Der Kongreß möge beschließen, einen Teil der Gelder des Nationalfonds ' dor Anglo-Palästine Company mit der Bestimmung zu übergeben, diese Gelder für landwirtschaftlichen Kredit zu gebrauchen. Zweifellos v iirden dann die Geulah, das Odessaer Palästinakomitee und noch a: dere größere Organisationen an dieser Sache Anteil nehmen, wofür der Verfasser sichere Beweise habe. In einem in der vorletzten Nummer des „Wschöd" erschienenen Kongreßartikel wird u. a. folgendes ausgeführt: Auf jedem Kongresse gab es eine Kardinalfrage. Dieser Kongreß wird berufen sein, die Reorganisation der Partei durchzufahren. Diese Frage sei keine formelle, sondern eine Wesensfrage des Zionismus, ganz besonders in Hinsicht auf das Prinzip, das jetzt in den Mittelpunkt gerückt sei — das der realen Arbeit in!' lästina. Es komme darauf an, wie diese Arbeit in das Gefüge oserer Organisation eingegliedert, und wie anderseits unsere Or- '.■ nisatition auf diese Arbeit eingerichtet werden könne. Obwohl ich bis jetzt die Palästinaarbeit in guten Händen lag, konnte sie <:h keine genügenden Resultate zeitigen, weil einerseits die Leiter w ser Arbeit in keinem unmittelbaren Kontakt mit den zionistischen ussen standen, von denen sie Stütze erhalten sollten, anderseits i r Mangel an materiellen Mitteln hinderlich war. Der Kongreß ■;;iß nun ein für allemal feststellen: daß, da der Zweck des onismus die Herstellung der jüdischen Autonomie in Pai stina sei, die zionistische Organisation, alle ihre Institutionen, i Kre ganze Anhängerschaft für diese Palästinaarbeit enga- ^ert werden müssen. Das Programm für diese Arbeit muß rn derartiges sein, daß die zionistische Masse sich an der DurchtY.lirung beteiligen kann. Natürlich werde diese Reorganisation nicht i' ne große Schwierigkeiten zu verwirklichen sein. In weiten y. mistischen Kreisen sei man der Meinung, daß die Heranziehung iMassen zur Mitarbeit auf diesem Gebiete weniger Chancen K he und daß darum parallel dazu, jedoch in erster Linie, die itische und wirtschaftliche Konsolidierung der Judenheit erstrebt rden müsse. Mit diesem Vorurteil müsse man brechen. Die nistische Leitung müsse wissen, daß durch Verbreitung von ontnissen über Palästina, durch Propagierung palästinensischer eugnisse der Zionismus der jüdischen Masse näher gebracht, sorgen für sie konkretisiert werde. Die Palästinakommission muß . den Augen und unter der Kontrolle der zionistischen Anhängeroaft arbeiten. Zu diesem Zwecke muß auch Sinn und Verweniig des Schekels geändert werden. Für den diplomatischen nismus diente der Schekel als Beweismittel unserer Macht nach •üen. Jetzt muß er den Zielen der palästinensischen Kolonisation :! deren Vorbereitung dienen. Die Palästinakommission kann in ■ Aktionskomitee eingefügt werden, so daß Kongreß und Partei '.verantwortlich sind für ihre Arbeit. Zum gleichen Ziele müßten ch Bank und Nationalfonds in ihren Beziehungen zu Kongreß und Partei reorganisiert werden. Allerdings habe man sich noch an' diese konsequente Zentralisierung des Palästinaprinzips nicht gewphnt, aber wenn sie durchgeführt würde, würde sich der zionistische Geist von neuem erheben zur ersehnten Höhe .... Die Instruktion der südafrikanischen Federation an ihre Delegierten lautet: „Diese Instruktion kann nur in allgemeinen Strichen gezeichnet werden. Mit besonderer Absicht sind ja Delegierte aller Meinungsschattierungen zur Vertretung Südafrikas gewählt worden, damit, jeder von ihnen imstande sei, seiner Überzeugung zu folgen, ohne Furcht und Gunst, so daß die Stimme des Volkes sich geltend machen kann. Sie werden das Prinzip des Baseler Programms in Wort und Tat zu vertreten haben. Keine blendende Fürsprache für den stückweisen Aufbau des Gemeinwesens darf Sie abbringen von der Erkenntnis der absoluten Notwendigkeit, daß wir erst eine öffentlichrechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina haben müssen, ehe wir mit der Kolonisation Palästinas beginnen. Sie haben das politische Werk mit aller Kraft zu unterstützen. Sie können Privatpersonen, die sich in Palästina anzusiedeln wünschen, dazu ermutigen, aber nur als Juden, nicht aus einem zionistischnationalen Motiv heraus. Sie haben einzutreten für die Förderung der bereits gegründeten Kolonien in Palästina. Desgleichen für alle wissenschaftlichen, industriellen und kommerziellen Unternehmungen, die notwendig sein können, um den Weg für unser Volk zu bahnen, wenn wir unser Land bekommen. Sie haben bosonders einzutreten für den Erwerb alles käuflichen unbebauten Bodens zu niedrigen Preisen im Hügel- und Bergland und an der Küste zum Zwecke der Oliven-, Mandel-, Eucalypten- und Gumnübaumanpflanzung etc., was im Namen der Nation zu geschehen hat, der das Erworbene für ewige Zeiten gehören soll. Sie werden Herrn D. Wolffsohn unterstützen, ihn respektieren und ihm folgen als dem Nachfolger des unsterblichen Herzl. Daß Sie nicht zulassen, daß Palästina ein russisches Ghetto werde, soll ihre besondere Sorge sein. Palästina ist für die Juden in aller Welt bestimmt und nicht nur für die russischen Zionisten allein (vergleiche ihr Manifest in der „Welt")- Sie mögen darauf hinarbeiten, daß die Jüdische Kolonialbank Filialen in den Hauptstädten Amerikas, Canadas und Südafrikas erhält. Wenn irgendeine Frage auftaucht, die sich auf die Territorialisten oder eine andere Gesellschaft bezieht, so haben Sie jede Bewegung zu unterstützen, die sich das Wohl der Juden angelegen sein läßt, und haben unter keinen Umständen mitzuhelfen, daß deren Werk angegriffen wird. Sie haben sich zu widersetzen der Bildung von Cliquen auf dem Kongreß unter dem Titel von „Mannschaften" oder „Landschaften" (diese beiden Worte sind im englischen Original in deutscher Sprache angeführt. Anm. d. Red.), was die Existenz einer einheitlichen jüdischen Nation negieren würde. Die Juden nehmen an dem Kongreß im Namen des jüdischen Volkes, nicht als Russen, Rumänen, Engländer etc. teil. Alle Delegierten-Versammlungen müssen für alle Delegierten offen sein, und Sie haben auch für die Orthodoxesten die Freiheit zu wahren, ihre Meinung zu äußern und dafür zu sorgen, daß nichts geschehe, wodurch ihr religiöses Gefühl verletzt werden könnte. Sie müssen jede Verletzung des Sabbats verhüten, derart, daß die Tore des Kongreßhauses und alle offiziellen Räume von Sabbat- Anfang bis Sabbat-Ende geschlossen bleiben. Sie müssen Frieden schaffen, und zwar wirklichen Frieden, aber im Falle einer Prinzipien-Verletzung müssen Sie mit allen erlaubten Mitteln für das Recht kämpfen....." (Die Instruktion schließt mit der Aufforderung an die Delegierten, an die Federation über die Vorgänge auf dem Kongreß Bericht zu erstatten). PROBLEME DES KONGRESSES Von Dr. Ernst Müller, Wien i Wieder wird unser Volkskongreß nicht nur seine Delegierten Und wieder sollen diese Tage der Beratungen und Beschlüsse den -Her Länder und Richtungen vereinigen, sondern auch alles, was Ausgangspunkt bilden, von dem aus unser Werk in seinen vielen zwei Jahren geschaffen, unterlassen, geplant und gehofft wurde. Ausstrahlungen und Verzweigungen fortgesetzt werden soll. So 2*

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