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Die Welt · 1907-08-02 · 31 (2.8.1907) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
31 (2.8.1907)
Date
1907-08-02
Page
– (sequence 20)
Language
German
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erforderlichen Kapital von 100 000 Dollars die Hälfte vorher gezeichnet würde. Infolge der Bemühungen des Komitees sind 30 000 Dollars schon subskribiert, indessen ergaben sich Schwierigkeiten juristischer Natur. Die Gesetze des Staates New-York gestatten nicht, daß eine Bank am Sabbat und an jüdischen Feiertagen geschlossen wird-. Infolgedessen reichte man eine Petition an die gesetzgebenden Körperschaften ein, die aber erst in der nächsten Session zur Verhandlung kommen kann. Die. Nachmittagssitzung war fast ganz ausgefüllt mit ziemlich heftigen Erörterungen, die sich an den von Herrn Fromenson erstatteten Bericht der Propagandakommission knüpften. Der Bericht verzeichnete zunächst noch einmal mit Befriedigung die großen Erfolge der Tournee Dr. Schmarjahu Lewins und verlangte für den kommenden Winter ähnliche Propagandatournees, deren großer Wert für die Organisation unbestritten wäre. Allerdings sei es notwendig, derartige Rundreisen in Zukunft besser vorzubereiten, als es diesesmal der Fall gewesen wäre. Der Bericht wandte sich hierauf der Frage der inneren Organisation zu, die er als vollkommen ungenügend bezeichnete. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Vereinen untereinander und der Federation seien lange nicht fest genug. "Deshalb empfehle die Propagandakommission die Bildung eines Ausschusses, der sich mit der Frage der Verbesserung der Organisation beschäftigen solle. Die Präsenzliste der Konferenz ergab die Anwesenheit von über 130 Delegierten, darunter viele Damen. Am Sonntagabend fand ein großes Massenmeeting statt. Mr. Elias Margolis führte den Vorsitz, Leon Zolotkoff und Rev. Maslansky sprachen für die Schaffung eines zionistischen Jargontageblattes. Im Anschlüsse daran wurden über 2000 Mark für den zu diesem Zweck gebildeten Fonds gesammelt. Die Sitzung am Montagmorgen wurde durch die Verlesung eines Briefes des Prof. Warburg eröffnet, in dem dieser seine — den Lesern der ,;Welt" bekannten — Ansichten in eindrucksvoller Weise entwickelte. Hierauf trat man in die Diskussion ein, die sich hauptsächlich um die in den Briefen üssischkins und Nordaus niedergelegten Ansichten drehte. Das Exekutivkomitee hatte 4 Resolutionen vorgelegt, die eine Art Kompromiß zwischen den Meinungen Üssischkins und Nordaus darstellen sollten und lauteten: 1. Zur Erleichterung des Erwerbs von Boden in Palästina soll der Nationalfonds verwandt und eine Agrarbank geschaffen werden. 2. Handel und Industrie sollen in Palästina und Syrien gefördert werden durch Heranziehung von jüdischem Privatkapital unter der Leitung der Jüdischen Kolonialbank nnd der Anglo-PalestineCompany. 3. Die produktiven kolonisatorischen Kräfte sollen organisiert werden. 4. Jüdische Kultur soll in Palästina gepflegt werden. Die Mehrzahl der Delegierten nahm an der Debatte teil. Mr. Jacob de Haas verteidigte die Stellungnahme der politischen Ziouisten. Er forderte, daß politische Tätigkeit nach wie vor der Grundstein aller zionistischen Arbeit sein müsse. Mr. A. H. Fromenson entwickelte eine entgegengesetzte Ansicht: Obgleich auch er das Baseler Programm aufrecht gehalten haben wollte, war er doch der Meinung, daß unsere momentanen Aufgaben in der Richtung der praktischen Arbeit liegen. Er verwies auf" die unaufhaltsamen Fortschritte der Kolonisation in Palästina durch andere Völker, die befürchten ließen, daß wir ins Hintertreffen gerieten. Wenn wir darauf warten, den Charter zu bekommen, kann es uns passieren, daß er nicht das Papier wert ist, auf dem er geschrieben ist. Wir müssen den Boden erwerben, damit wir, wenn unser Ziel verwirklicht ist, in der Lage sind, Vorteil aus unserer Stellung zu ziehen. Die Diskussion wurde unterbrochen durch Verlesung eines Briefes von D. Levontin, Direktor der Anglo-Palestine Company. Er sprach sich gegen die Schaffung einer Agrarbank aus, der eine gesunde Grundlage nicht gegeben werden könne, weil sie keine Kundschaft und kein Kapital haben werde, die sie betriebsfähig machen würden. Insbesondere aber wäre nicht anzunehmen, daß sie die Genehmigung des Sultans finden würde. Ebenso wandte er sich gegen den Ankauf von Land aus -den Mitteln des Nationalfonds, weil die Administration der Güter äußerst kostspielig sei und es auch nicht genügend Reflektanten dafür gebe. Dieser Bericht änderte die übereinstimmende Meinung der großen Mehrzahl der Delegierten nicht, die fast ausschließlich dringend praktische Arbeit in Palästina verlangten. Schließlich wurden die Resolutionen des Exekutiv-Koiniti - angenommen mit Ausnahme der Resolution 3. Die Mehrheit beti < mehr als zwei Drittel der Anwesenden. Montag nachmittag wurde über einige vom Exekutivkomi i vorgelegte Resolutionen abgestimmt. Folgende Resolutionen wurt; w angenommen: 1. Bis zum neunten Kongreß soll das Vermögen des Nation 1fonds nicht zum Landerwerb benutzt werden, vielmehr soll i <s Nationalfondsgeld bei der Anglo-Palestine-Company deponiert werd. i 2. Die Anglo-Palestine-Company soll, wenn möglich, eine Agr; - abteilung gründen, die eine genügende Garantie darstellen soll, d das Geld zum Nationalfonds zurückkehrt. Außerdem wurden Resolutionen angenommen, die die Ersetzung der Tischa b'Ab-Woche als Nationalfonctewoche und cc Propagierung des Vertriebs der Nationalfondsmarken bezweck i. sowie verlangen, daß die Federation die Einwanderung jum t Leute nach Palästina unterstützt und daß das Große A. C. ir moralische und materielle Förderung zuteil werden läßt. Des weiteren fand eine Resolution Annahme, die. die Zahl < r zur Wahl eines. Kongreßdelegierten erforderlichen Schekelzahler \ n 200 auf 400 erhöht haben will. Abends fand ein großes Bankett statt. Sprecher waren Herren Zolotkoff, Alexander aus Kapstadt, und Malter. Den Hö - punkt erreichte die Begeisterung, als Mr. Frohmann zur tatkräftig n finanziellen Unterstützung der Federation aufforderte. Die Szer n vom vorigen Jahr wiederholten sich. In einigen Minuten kam ic Summe von Mark 3000 zusammen. Die Dienstag-Vormittagsitzung wurde durch eine Gedenkfi für Theodor Her,J eröffnet, dessen Jahrzeit an diesem Tage gangen wurde. Dr. Israel Friedländer hielt die Gedenkrede. Hierauf wurden interne Angelegenheiten der Organisa!;i behandelt. Unter anderm wurde beschlossen, einen hesondc n Sekretär für Yiddish und eine organisatorische Kraft anzusteli die in den einzelnen Städten umherreisen und propagandisti!i wirken soll. Die Eröffnungsrede Dr. Friedenwalds soll in Dn::k gelegt und verbreitet werden. Zum Schlüsse wurde die Gründl einer Wochenschrift in Yiddish beschlossen. Eine Menge V -rschläge wurden entgegengenommen, unter anderm einer, der v - langte, daß die Berechtigung zur Wahl als Teilnehmer an ■. jr Jahreskonferenz der Federation vom Besitze einer, und zur W iil als Kongreßdelegierter vom Besitze, von 5 Aktien des J. C. T. anhängig sein soll. Dienstag abend fand ein großes Massenmeeting statt. Das Meet wurde mit einer Rede in jüdischer Sprache des Rabbi Lasher - öffnet. Ihm folgte eine Ansprache Professor Salomon Schechte der in begeisterten Worten für die Palästinarbeit eintrat, die er .■ < eine Pflicht nicht nur der Zionisten, sondern der gesamten Jud iheit bezeichnete. Hierauf wurde ein Brief Prof. Schatz' verlesen,; r um Unterstützung der Bezalelschule bat und gleichfalls in warn:;i Worten die Palästinaarbeit pries. Mr. Henry Jackson aus Pittsbi; .:. der erst vor kurzem von einer Reise durch das heilige Land zurü gekommen war, gab einen interessanten Bericht über seine Rei eindrücke. Rev. Masliansky entfesselte mit seinen, in jüdisc t Sprache vorgetragenen sarkastischen Ausführungen über den Goi;. Stürme des Beifalls. Mr. Fromenson erinnerte die anwesemi■ n Nichtzionisten an ihre Pflicht, den Zionismus wenigstens mater jl zu unterstützen und hatte das Vergnügen, seine Worte du h Spenden im Gesamtbeträge von 2000 Mark belohnt zu sehen. ' Schlußrede, ein Gedenkwort für Theodor Herzl, hielt Rabbi Cof i von Pittsburg. Mittwoch morgen wurden die Wahlen vorgenomm i. die folgendes Ergebnis hatten: Dr. Harry Friedenwald, V sitzender; Lewin-Epstein, Vizepräsident; Dr.Magnes, Sekret . Henry Jackson, Schatzmeister. Zur Wahl ins Aktionskonii wurden vorgeschlagen die Herren: Dr. Friedenwald, Dr. Magn- '•• Lewin-Epstein, Dr. R. Gottheil und Louis Lipsky. * Auch in diesem Jahre hat die Jahreskonferenz der Amerk n Federation einen ganz ungewöhnlich guten Verlauf genommen.; wehte durch alle Verhandlungen ein solches Maß opferfreudig r Begeisterung, es war ein so hochgehendes Interesse für Palästir . gepaartmit tatkräftiger Energie und praktischem Sinn, daß derZionism > von Amerika eine stets gesteigerte Förderung seiner Ziele erwarten da &h

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