Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 31 (2.8.1907)
- Date
- 1907-08-02
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Abgesehen von der Kostenfrage sehe er kein Hindernis für eine Erledigung in mäßigerem Tempo. Die Sache sei nicht eilig. Sie leite sich schon her aus den Anfängen der Gesellschaft, und sei jetzt noch nicht entschieden. Er glaube nicht, daß einer Verlegung ein Bedenken im Wege stehe. Hingegen sehe er hinreichende Gründe dafür, noch eine Gelegenheit für fernere Überlegung der Angelegenheit zu schaffen. Er wolle sich eines weiteren Urteils enthalten über die Bedeutung der Angelegenheit, aber er möchte versuchen, auch die Anschauungen der Gegner des Gesuches mit der Sache in Einklang zu bringen. Die Sache scheine ihm eine ernste Angelegenheit der jüdischen Gemeinschaft zu sein, und da wäre es in ihrem Interesse wichtig, daß sie jede Gelegenheit hätte, sie wohl zu erwägen, und daß die Änderung nicht erfolge ohne eine möglichst große Zustimmung der Interessierten. Die Tatsache, daß Palästina das letzte Ziel jeder Kolonisation sein soll, würdige er vollkommen in ihrer Bedeutung. Nun sei auch von „Mitteln zum Ziel" die Rede, und es sei zu erwägen, ob Kolonisation anderswo ein Mittel sein könne zum erstrebten Ziel Ausschließung solcher Mittel sei mit großem Ernste zu behandeln. Er sei tatsächlich nicht überzeugt, daß alle Aktionäre in der ganzen Welt vollkommen Gelegenheit gehabt hätten, die Fragen nicht nur als Aktionäre, sondern auch als Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft zu erörtern. Er müsse es dem Ermessen der Leiter der Bank und der Opponenten des Gesuches überlassen, eine Ankündigung vorzubereiten, die in häufigen Intervallen in den verschiedenen Ländern, wo Aktionäre wohnen, veröffentlicht werden soll, worin ihnen die Frage vorgelegt wird, worauf sie an einem bestimmten Tage ihre Zustimmung oder ihre Gegnerschaft zu äußern haben. Das erscheint durchaus möglich, und er glaube nicht, daß die Kosten höher seien,, als der Wert der Sache angemessen sei. Hierauf fand eine Beratung zwischen dem Richter und den Rechtsanwälten statt, und man kam überein, daß die Petition bis zum 7. April 1908 vertagt werden solle und die beiderseitigen Anwälte dem Richter einen Entwurf der Ankündigung und eine Liste der Zeitungen, worin sie veröffentlicht werden solle, zur Genehmigung vorzulegen hätten. Zur geü. Beachtung! Wir richten an alle Organisationen und Gesinnungsgenossen das dringende Ersuchen, die bisher gesammelten Abonnements für unsere Separatausgabe umgehendst einzusenden, damit in der regelmäßigen Zustellung der Kongreßnummern keine Störungen eintreten. Es können nur jene Bestellungen für die Separatausgabe berücksichtigt werden, die wir bis spätestens 10. August a. c. erhalten. Bis zu diesem Zeitpunkte möge aber jede Organisation und jeder Gesinnungsgenosse alle Kräfte anspannen, um uns eine stattliche Anzahl von Abonnements zuzuführen. Es ist Pflicht eines jeden Zionisten, sich durch die Kongreßausgabe genauest über die Kongreßverhandlungen zu orientieren. Gesinnungsgenossen! Benutzet die wenigen Tage für eine rege Propaganda! Organisationen, die mindestens 20 Abonnements einsenden, erhalten einen Nachlaß von 25ü/u vom Bezugspreise. Die Bezugspreise sind für Deutschland ........Mk. 1.70 Österreich-Ungarn .... Kr. 2.— Rußland ...........Ro. 0.80 Großbritannien.......sh. 1/9 Holland............Hfl. 1.— Vereinigte Staaten .... Doli. 0.45 Alle übrigen Staaten . . . Frs. 2.10 Briefmarken aller Länder werden in Zahlung genommen. Expedition „Die Welt4* DR. GASTER UBER SEINE PALASTINAREISE Auf Veranlassung der English Zionist Federation sprach Herr Dr. Gast er am Sonntag den 14. Juli in Wharncliffe Rooms in London über seine Palästinareise. Wir entnehmen seinen Ausführungen folgendes: Obwohl ich nun einige Zeit von Palästina zurück bin, weilt mein Herz noch immer im Sonnenglanz, ist es noch erfüllt von der Freude des Heiligen Landes. Das gibt mir das Recht, Ihnen einiges über die Eindrücke zu sagen, die ich auf meiner Reise empfangen habe. Ich werde Ihnen nicht all das Schöne erzählen können, das ich erlebt habe; es ist soviel, daß Ihre Geduld nicht ausreichen würde, es zu hören. Darum werde ich mich in meinen Ausführungen auf bestimmte Einzelheiten beschränken und. weder von dem religiösen Eindruck sprechen, den ich erhalten habe, noch will ich die Fragen des kommunalen Lebens, der Erziehung und manche andere von hohem Interesse berühren. Ich werde lediglich von den Eindrücken in ökonomischer Hinsicht sprechen, die ich mitgebracht habe. Wie stellte sich das Land meinen Augen dar? Was sind die Schlüsse, die ich von einer sorgfältigen Beurteilung aller in Betracht kommenden Momente auf die Produktionsfähigkeit und Fruchtbarkeit des Landes ziehen kann? Ich will auch versuchen, zu Ihnen über die größere oder geringere Schwierigkeit zu sprechen, mit der der Landerwerb in Palästina verknüpft ist. Ich habe meine Informationen aus allen erreichbaren Quellen bezogen, jüdischen und nichtjüdischen, offiziellen und inoffiziellen, von privater Seite und von Leuten, die im öffentlichen Leben stehen, den Vertretern fremder Mächte und den lokalen Scheiks. Ich werde versuchen, Ihnen etwas über die Lage der jüdischen Kolonien zu sagen, über ihren Erfolg und ihre Aussichten; ich werde mich bemühen, so unbefangen wie möglich zu urteilen, ich werde vom Lande und von der Bevölkerung sprechen, .von ihren Lebensbedingungen und -gewohnheiten, ihren sanitären Verhältnissen, einer Sache von größter Bedeutung, und ich werde schließlich ver-