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Die Welt · 1907-08-02 · 31 (2.8.1907) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
31 (2.8.1907)
Date
1907-08-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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14 ■DIE^ELT No. 31 Im Jahre 1902 wurde von der ägyptischen Regierung eine Gelegenheit zur Kolonisation in El Arisch in Ober-Ägypten, welches innerhalb des vorgeschriebenen Gebietes (auf der Halbinsel Sinai) gelegen ist, geboten. Die Company trug die Kosten einer Expedition, welche ausgesandt wurde, das Projekt zu untersuchen. Zufolge der Schwierigkeiten der Wasserversorgung fand man jedoch, daß es unmöglich sei, dort eine Kolonie zu gründen. 8. Ich habe auch die eidesstattliche Erklärung des Herrn Michel Samuelsohn Uriaschsohn gelesen, die in dieser Sache abgegeben worden ist. Es ist eine Tatsache, daß im Jahre 1899 der besagte Michel Samuelsohn Uriaschsohn ein Mitglied eines lokalen Komitees von fünf Zionisten war, das zu Grodno gebildet, und durch welches Subskriptionen für Aktien von Personen in dieser Gegend empfangen wurden; etwa im September 1899 scheint jedoch zwischen ihm und seinen Kollegen im Komitee ein Zwist entstanden zu sein, und es fehlte sein Name nach dieser Zeit unter den Unterschriften der Schriftstücke, welche von dem Komitee an die Company gesandt wurden. Der besagte Michel Samuelsohn Uriaschsohn war niemals ein eingetragener Besitzer von Aktien der Company, obgleich ihm im Jahre 1900 30 Aktien in Inhaberzertifikaten ausgefertigt worden sind. Ich weiß nicht, ob er zur Zeit, als er seine Erklärung beschwor, Besitzer von Aktien der Company in Inhaberzertifikaten war, oder jetzt solche besitzt. Der Distrikt Grodno wird beim Aktionskomitee des Zionistenkongresses durch Herrn Bezalel Jaffe vertreten, welcher auf der Versammlung der Company am'29. August 1906 anwesend war und für die Resolution, welche jfefzT dem Gerichte vorliegt, stimmte. 9. Die hebräische Zeitung „Hasman", welche in der Erklärung des besagten Michel Samuelsohn Uriaschsohn erwähnt wird, enthielt ein Inserat bezüglich der Versammlung am 29. August 1906. Bevor jedoch das Inserat bezüglich der Versammlung; vom 18. September 1006 darin veröffentlicht werden konnte, hatte der „Hasnianu temporär zu erscheinen aufgehört. Die Inserate bezüglich beider Versammlungen wurden im „Jewreskaja Schisn" veröffentlicht. Diese Zeitung wurde in russischer Sprache gedruckt und von Zionisten und Aktionären der Company in Rußland gelesen. Ein voller Abdruck der Bekanntmachungen mit Bezug auf die Einberufung der besagten Versammlungen wurde in dem offiziellen Organe der zionistischen Bewegung „Die Welt" veröffentlicht, weLches Organ von Zionisten und Aktionären der Company in der ganzen Welt einschließlich Rußland gelesen wird. Ich weiß nichts von Ankündigungen dahingehend, daß das Memorandum geändert worden ist, Ankündigungen, welche laut der Behauptung des besagten Michel Samuelsohn Uriaschsohn in der „Vollcsstimme" und im „Hasman" erschienen sein sollen. Es steht fest, daß eine solche Ankündigung seitens der Company niemals autorisiert worden ist. 10. Nicht nur haben die russischen Aktionäre von den Versammlungen, welche in unserm Gesuche erwähnt werden, Kenntnis gehabt, sondern es ist eine Tatsache (wie ich mich derselben vergewisserte durch vorsichtige Durchsicht der Vollmachten und Stimmzettel, die auf der Versammlung am 29. August 1906 abgegeben wurden), daß von den 4483 Stimmen bezüglich der gewöhnlichen Aktien, die für die Resolution abgegeben wurden, nicht weniger als 1720 Stimmen von in Rußiand wohnhaften Personen herrühren. 11. Ich bin imstande, die hierin enthaltenen Aussagen auf Grund der Prüfling der Bücher und Dokumente der Company oder auf Grund persönlichen Wissens zu machen. Brief L. J. Greenbergs: Erlauben Sie mir, die Hoffnung auszudrücken, daß die Versammlung beschließen wird, keine Änderung der Statuten des Trust vorzunehmen. Wenn ich dächte, daß ohne Änderung irgendeine vernünftige Möglichkeit wäre, daß die Fonds des Trust für Zwecke der Kolonisation außerhalb Palästinas verwendet .würden, würdeich für die Änderung sein, weil, wie Sie wissen, ich immer dafür eingetreten bin, daß die Fonds der Bank nicht für Kolonisationspläne irgendwo verwendet werden dürfen. Aber ich fiijrchte, daß die wahren Zwecke derjenigen, die so eifrig für die Änderung sind, durch die Änderung erst recht nicht erreicht werden. Die Tatsache der Änderung wird die Möglichkeit weiterer Änderungen in sich tragen, so daß in dem Falle, als eine Richtung mit territorialistischen Absichten irgendwann einmal die Majorität erlangen würde, sie durch diese Abänderung sicherer die Verwendung der Bankfonds für ihre Zwecke vornehmen könnte. Daraus folgt, daß die vorgeschlagenen Abänderungen nur eine außerordentlich große Geldausgabe ohne praktisches Resultat bereiten. Die einzige Möglichkeit, die Gelder der Bank ein für allemal für bestimmte Zwecke zu reservieren, ist nur dann gegeben, wenn man sie zu treuen Händen (Trustees) deponiert, natürlich wird dann das Kapital der Bank als zinstragendes Geld um so viel vermindert, als diese Deponierung beträgt. Erklärung des Mr. Zangwill als Entgegnung Israel Zangwill, Schriftsteller, 3 Hart Court Temple, beeidet und sagt aus: 1. Ich habe eine Abschrift der eidesstattlichen Erklärung des Herrn Hermann Neu mann vom 4. Juli 1907, worauf ich als Antwort folgendes erkläre: 2. Weder Herr Salaman noch ich handeln in offizieller Eigenschaft, sondern bloß als private Aktionäre. Die .Jewish Territorial Organisation ist zu Unrecht als Rival-Organisation gekennzeichnet worden. Sie ist eine ergänzende Organisation, ursprünglich gegründet zu dem Zwecke, das jüdische Volk vor dem Verlust der Gelegenheit zu bewahren, in Ostafrika zu kolonisieren gemäß dem Angebot der britischen Regierung. Nur als die zionistische Bewegung das Angebot der britischen Regierung zurückgewiesen hatte, wurde die Jewish Territorial Organisation notwendig, und sie wurde dann gegründet. Beim Beschlüsse, die Statuten der Bank zu ändern, war es beabsichtigt, es für meine Partei praktisch unmöglich zu machen, noch jemals in der Majorität zu sein. Und daß unsere neilbegründete Organisation weit davon entfernt ist, eine Rival Organisation zu sein, beweist der Umstand, dal) ihre Führer offent lieh ihre Bereitwilligkeit erklärt haben, an der Kolonisation Palästinas mitzuarbeiten, falls die Bank die notwendige Zustimmung der Re gierung erhält, entsprechend dem Punkt 7 der Erklärung des genannten Hermann Neumann. Es ist wahr, daß ich den Versammlungen in Köln nicht beiwohnte, aber ich nahm an der Versammlung in Basel teil, die nachher ergebnislos wurde, wie dies ausgeführt ist in Punkt 3 (der Erklärung des Hermann Neumann), und ich wai auch bei der ersten Versammlung in Köln vertreten durch Voll macht, die ich an Herrn Joseph Co wen erteilte. Ich hielt es nich; der Mühe wert, persönlich einen Kampf zu führen, der infolge de¬ Behelfes der Gründer-Shares unmöglich gewonnen werden konnte und zog es vor, meine Opposition bis zu dem Zeitpunkt aufzusparen wo die Sache vor diesen hochverehrlichen Gerichtshof kam. 3. In Entgegnung auf Punkt 3 erkläre ich, daß die Frage de Änderung der ßankstatuten erst mit dem ostafrikanischen Angebo wirklich wesentlich wurde. Bs ist absolut wahr, daß der Beschlu\ der Änderung, die durch den letzten Kongreß durchgesetzt wurde der Beschluß einer bloß temporären Majorität ist, was aus de Tatsache zu ersehen ist, daß zahlreiche Personen, die über 50O: Aktien der Bank besitzen, gegen das Gesuch sind, und ich bii überzeugt, daß, wenn noch mehr Zeit gewesen 'wäre, eine vir größere Zahl opponiert hätte. Unter der Annahme, daß 266 Aktionäre am 1. August 190' anwesend waren, müssen gegen 340 Delegierte auf dem Kougre1 anwesend gewesen sein, die keine Aktien besitzen. 4. In Entgegnung auf Punkt 4 erkläre ich, daß zuerst kein Kolonisation angestrebt war außer der Palästinas aus dem einfache Grunde, weil man sich vorstellte, daß der Charter für diese Kolon: sation erreicht werden würde, und sogar damals war eine Minorit;' gegen die beantragte Einschränkung, allein erst seit dem letzte oder vorletzten Jahre ist mit dem Aufkommen des Üstafrikaproiekr und dem Aufgeben der Hoffnung auf einen Charter seitens viele Zionisten die volle Bedeutung der Frage wahrgenommen wordei Die Minorität kann nicht so hoffnungslos sein, sonst wäre di- Majorität nicht so ängstlich bedacht auf die jetzt vorgeschlagene1 Änderungen. Mr. Greenbergs Brief läßt die Möglichkeit zu, cto: eine Majorität aufkommen könne. 5. In bezug auf Punkt 5 erkläre ich, daß es wahr ist, daß de Kongreß von 1905 beschlossen hat, daß kein Teil der Ausgabe, der Ostafrikakommission den Geldern der Bank entnommen wenk dürfe, aber das w7ar eine Konzession an die damalige Minorität, di jetzt tatsächlich die Majorität bildet. Wäre der Bericht der Expedition günstig gewesen, so wäre die Bank durch ihre Unterhane hingen mit der britischen Regierung moralisch verpflichtet gewesei Geld für die Kolonisation c Ostafrikas aufzuwenden. Änderseiiaber hat es niemals eine Kolonisationsmöglichkeit in dem „vo: geschriebenen Gebiet" gegeben, auf das man jetzt das Operation gebiet der Bank zu beschränken beabsichtigt. 6. In Hinsicht auf Punkt 6 erkläre ich, daß Mr. Greenberg aj Vermittler der Unterhandlungen mit der britischen Regierung iengerem Zusammenhange mit Operationen außerhalb Palästinas stae als irgendwer sonst. 7. In Hinsicht auf Punkt 9 sind die Dokumente, die mir bei d Abgabe der eidesstattlichen Erklärung vorgelegt wurden, gezeichm mit A und B, diese beiden Zeitungen hier. Beide enthalten einstelle, welche in der Übersetzung folgendermaßen lautet: „Dü englische Gericht hat soeben die Änderung der Statuten des Jevvis! Colonial Trust bewilligt, welche auf dem letzten Kongreß und tk Jahreskonferenz in Köln beschlossen worden sind, wonach die Barn ihr Tätigkeitsfeld auf Palästina und die Nachbarländer beschränkt.

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