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Die Welt · 1907-07-19 · 29 (19.7.1907) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
29 (19.7.1907)
Date
1907-07-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 29 DIES|K£LT 19 Mitteilungen des Hauptbureaus des Jüdisch. Nationalfonds*) Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds in Köln, Ubierri ig 23, hat folgendes zweite Zirkular versandt, was wir hierdurch v. i Kenntnis bringen: Köln, Datum des Poststempels. An die Sammelstellen des Jüdischen Nationalfonds. Sehr geehrter Herr Gesinnungsgenosse! Wir senden Ihnen in der Anlage ein Schema, welches Sie gefl. ii Zukunft für den Ausweis der bei Ihnen eingehenden Spenden I nutzen wollen. Wir bitten Sie demnach, regelmäßig wöchentlich (;er monatlich, je nachdem es die Verhältnisse Ihres Bezirkes tunli.h erscheinen lassen, einen nach dem mitfolgenden Schema auf- 0 stellten Ausweis der Spenden uns zu dergleichen Zeit einsenden z : wollen, da Sie denselben einer Zeitschrift Ihres Bezirkes zur \ röffentlichung übergeben. Gleichzeitig bitten wir Sie, uns gütigst ü itzuteilen, in welcher Zeitschrift Sie den Spendenausweis des Nitionalfonds regelmäßig veröffentlichen wollen. Auch wrollen Me Sorge dafür tragen, daß uns diese Zeitschriften regelmäßig zugehen. Bei der Übersendung des Geldbetrages an die KV>lonialbank, die gleichzeitig mit der Übersendung zwecks Veröffentlichung des Ausweises in der Zeitung und der 1 bermittlung an uns zu erfolgen hat, genügt es, wenn Sie ( e Gesamtbeträge der einzelnen Rubriken mitteilen. Bei dieser Gelegenheit ersuchen wir Sie höfl., uns gefl. umgehend i ii Inventar der von Ihnen für Rechnung des Nationalfonds anges hafften und noch vorrätigen, dem Nationalfonds gehörigen Gegens'tnde (Sammelmaterialien, Bureaugegenstände usw.) nebst Angabe c s Wertes einzusenden, da wir dies für die Eröffnungsbilanz brauchen. uch wrollen Sie uns Muster sämtlicher von Ihnen herausgegebenen ' immelmaterialien zukommen lassen. Irgendwelche Sammelmaterialien (Büchsen, Sammelblocks, Listen, I roschüren usw.) dürfen in Zukunft nur nach Einholung unserer ( enehmigung von den Sammelstellen herausgegeben werden. Mit Zionsgruß Dr. Bodenheini er, Vorsitzender. *) Vergl. hierzu die Bekanntmachungen im folgenden Ausweis. Eine kleine Bitte! Alltäglich, ja fast stündlich und von jedermann werden eine enge Dinge weggeworfen und verkommen, die dem einzelnen >llig wertlos sind, die jedoch gesammelt nutzbringend gemacht erden können. Zusammengetan — von vielen — bilden diese i inge Werte, die zu vergeuden sündhaft erscheinen muß. Und so i.-ssen die verschiedensten Institutionen von ihren Freunden solche ■ genstände sammeln und lassen dadurch ihren Zwecken ganz i bsche Summen zufließen. Für den Nationalfonds sind so auch hon seit Jahren abgestempelte Briefmarken gesammelt worden, id wir finden in neuerer Zeit in den Spendenausweisen der „Welt" ohl in jeder Nummer bald kleinere, bald größere Summen auswiesen, die die Nationalfonds-Verwaltung für ihr übersandte Brief- :trken eingenommen hat. Die deutsche Landsmannschaft ist schon seit mehr als zwe ihren weiter gegangen und hat die deutschen Zionisten und Ziostinnen auch zur Sammlung von anderen sonst wertlosen Dingen igehalten. Das sogenannte „Silberpapier", auch „Stanniolpapier" naniit, in das Schokolade eingehüllt ist, und das leine Zinnfolie tstellt, dann die Stanniolkapseln der Weinflaschen und die Stanniolben von Salben und Farben, und schließlich die Spitzen, die von n Zigarren abgeschnitten werden, das alles wurde gesammelt, an üe Zentralstelle gesandt und dort verkauft. In den ersten 11\% Jahren nd dafür über 400 Mk. erzielt worden. Im laufenden Jahre dürfte n viel höherer Betrag herausschauen, da die Preise für Zinn und anniol zurzeit recht hohe sind. Es liegt aber kein Grund vor, daß diese Sammlungen nur auf eutschland beschränkt bleiben. Die Gegenstände dieser Sammlungen erden überall gebraucht, und es dürfte den Landeszentralen ein ichtes sein, überall reelle Händler ausfindig zu machen, die gute reise dafür zahlen. Zinn und Stanniol sind zudem Artikel, die an en Metallbörsen gehandelt werden und über deren Preise man ch jederzeit aus den großen Tageszeitungen orientieren kann. Mühelos kann so dem Nationalfonds eine neue Einnahmequelle erschlossen werden. Auch Nichtzionisten werden sich gern an diesen Sammlungen beteiligen. Es bedarf nur der Anregung. Die zu geben wird insbesondere Sache unserer weiblichen Mitstreiter sein, unsere Zionistinnen finden dabei ein gutes Feld der Betätigung. Und für unsere Kinder wird es von nicht zu unterschätzendem erzieherischem Wert sein, wenn man auch sie anhält, von der Schokolade, die sie geschenkt erhalten, das „Silberpapier" nicht fortzuwerfen, sondern aufzuheben und zu sammeln für den Jüdischen Nationalfonds. Die Landeszentralen werden gebeten, diese Anregung den Ortsgruppen weiter zu geben, — die zionistischen Zeitungen, sie von Zeit zu Zeit in ihren Spalten zu wiederholen. Deutsches Bureau des Jüdischen Nationalfonds (Propaganda- Abteilung). Schachtel. Breslau, Schewnoth 5667. Bei der Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds in Wien sind folgende Briefmarkenspenden eingelaufen: Max Weinberger, Klosterneuburg; Verein „Theodor Herzl", Wien; Ludwig Röhr, Leoben; phil. E. Sacher, Wien; Simon Zehnwirth, Klimkowka; Unsere Hoffnung, Wien; Frau Lux, Wien; Rubinger, Luzan, Marie Paperin, Wien; Gustav Reiß, Wien; Paul Röhr, Leoben; Kimpolung: Berl Siegel, Martin Storfer, Aron Gärtner, Michel Gartenlaub, Isak Holdengräber, Burach Sigel; A. Brettholz, Diozeg; Emil Hafka, Wien. Allen Spendern herzlichsten Dank und Zionsgruß! Mitteilung der Sammelstelle Wien Die Besitzer von Nationalfondsbüchsen und Sammelbogen, deren Erträgnisse fällig sind, werden ersucht, die Geldbeträge an die Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds in Wien IX, Türkenstraße g mit möglichster Beschleunigung entsenden zu wollen. Meyers Großes KonversatioIlS-Iiexikoil. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148,000 Artikel und Verweisungen auf über 18,24.0 Seiten Text mit mehr als 11,000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Illustrationstafeln (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark oder in Prachtband zu je 12 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Durften wir bisher bei jeder Fortsetzung des „Großen Meyer" mit Anerkennung die außerordentlich gewissenhafte und erschöpfende Behandlung des vielgestaltigen Inhalts hervorheben, so bringt uns der neueste, im März erschienene 16. Band, den ebenfalls die Vorzüge seiner Vorgänger auszeichnen, erfreuliche Beweise, wie die Redaktion nicht nur aufmerksam, sondern auch erstaunlich schnell den Zeitereignissen Rechnung zu tragen versteht. Das zeigt uns z. B. die vielfarbige Karte der erst im Februar beendeten Reichstagwahk-n mit genauer Liste der Abgeordneten und der Wahlkreise. Nicht minder bewundernswert erscheint das große Geschick, nach dem Druck eines Bogens eingetretene Veränderungen zu registrieren und so auch mit der geschichtlichen Kntwickelung stetig Schritt zu halten. Ist z. B. im Artikel über den preußischen Minister Podbielski dieser noch als im Amte tätig aufgeführt, so finden wir diese inzwischen veraltete Angabe bereits in dem wenige Bogen später beginnenden Artikel „Preußen" durch die Erwähnung v. Arnim-Krievens als seines Nachfolgers berichtigt. Der genannte Artikel „Preußen", wohl der umfangsreichste in dem vorliegenden Bande, darf überhaupt in erster Linie Anspruch, erheben, genannt zu werden. Bildet er doch mit 79 Spalten, 2 guten Kartenbeigaben, einer Wappentafel der preußischen Provinzen und einer Preußens Wachstum übersichtlich erläuternden Textbeilage eine ansehnliche Monographie, die uns den Gang der Politik bis auf die jüngste Gegenwart gedrängt, aber erschöpfend vorführt. Das Gleiche gilt von rPolen" (mit 2 Karten) und „Portugal". Für die Presse bietet besonderes Interesse die unter diesem Stichwort eingeschaltete objektive Darstellung der deutschen und ausländischen Preßgesetzgebung, wobei auch auf die Artikel „Politische Verbrechen" und „Polizeiaufsicht" hingewiesen sei. Sonst erwähnen wir an lehrreichen Artikeln noch die über Preis, Produktion, Rente, über Prämiengeschäfte und Privatbeamtenversicherung. Zeitgenossen wie Wilhelm Raabe, v. Posadowsky-Wehner, Felix von Possart fehlen natürlich auch nicht, wenn sie auch noch nicht so eingehende Würdigung wie Raffael, Rembrandt, Ranke, Reuter, Männer, die schon der Geschichte angehören, gefunden haben. Beispiele aus den Gebieten der Naturwissenschaft und Technik herauszugreifen, zu denen eine Fülle farbenprächtiger Tafeln gehören, versparen wir uns auf einen der nächsten Bände. Im vorliegenden zählten wir im ganzen 38 farbige und schwarze Tafeln in künstlerischer Ausführung, 14 vorzügliche Karten und 10 Textbeilagen.

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