Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 28 (12.7.1907)
- Date
- 1907-07-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bekanntmachung. Im High Court of Justice 1907.—J.-No. 027. Chancery Division Mr. Justice Joyce. In Sachen des Jewish Colonial Trust (Jüdische .Koloiiialbank), Limited v und In Sachen des Companies (Memorandum of Association) Act 1890. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, "daß am 18. März 1907 bei Sr. Majestät High Court of Justice (hohem Gerichtshof) von oben genannter Gesellschaft ein Gesuch gestellt wurde, eine Abänderung der Zwecke der besagten Gesellschaft zu bestätigen, welche Zwecke Einschränkungen erfahren sollen durch Spezialresolutionen, die in einer außerordentlichen Generalversammlung der besagten Gesellschaft, abgehalten am 29. August 1906, angenommen und später in einer außerordentlichen Generalversammlung, abgehalten am 18. September 1906, bestätigt wurden, und welche Resolutionen wie folgt lauten: Daß die Bestimmungen des Memorandums der Gesellschaft bezüglich der Zwecke der Gesellschaft in folgender Weise abgeändert werden, nämlich: a) In Par. 1 der Klausel III des Memorandums sollen die Worte „im vorgeschriebenen Gebiete" (welcher Ansdruck in diesem Memorandum Palästina, Syrien, irgend jeden anderen Teil der asiatischen Türkei, die Halbinsel Sinai und die Insel Cyprus bedeuten soll) oder in irgend einem Teile desselben anstatt der Worte „in Palästina, Syrien und irgend einem anderen Teile der Welt" gesetzt werden. b) Anstatt Par. 2 der besagten Klausel III soll der folgende Paragraph gesetzt werden, nämlich: „2. zu fördern, entwickeln, zu betreiben und zu führen Auswanderung von irgend einem anderen Lande oder von irgend anderen Ländern nach dem vorgeschriebenen Gebiete oder irgend einem Teile desselben in irgend solcher Weise, als der Aufsichtsrat für das jüdische Volk in irgend einem Lande oder Orte vorteilhaft erachten mag". c) In Par. 4 der besagten Klausel III sollen die Worte „in irgend einem Teile der Welt" fortgelassen werden und die Worte „in irgend einem Teile des vorgeschriebenen Gebietes" nach dem Worte „Privilegien" hineingefügt werden. d) In Par. 5 der besagten Klausel III sollen die Worte „des vorgeschriebenen Gebietes" anstatt der Worte „der Welt" gesetzt werden. e) In Par. 7 der besagten Klausel III sollen die Worte „im vorgeschriebenen Gebiete oder in irgend einem Teile desselben" anstatt der Worte „an irgend einem Orte oder in irgend einem Lande" gesetzt werden, und die Worte „im vorgeschriebenen Gebiete oder einem Teile desselben" sollen nach den Worten „oder sonstigen Mitgliedern des jüdischen Volkes" hinzugefügt werden; und die Worte „für irgend welche wohltätige, milde, religiöse, die Bildung fördernde, öffentliche, allgemeine oder nützliche Zwecke, welche den Interessen des jüdischen Volkes im vorgeschriebenen Gebiete direkt oder indirekt förderlich zu sein erachten werden" anstatt der Worte „für wohltätige, milde, religiöse oder erziehliche Zwecke oder für Ausstellungen, oder sonst irgend einem öffentlichen, allgemeinen oder nützlichen Zweck" gesetzt werden. f) In Par. 8 der besagten Klausel III sollen die Worte „in irgend einem Teile des vorgeschriebenen Gebietes" nach dem Worte\,erv/erben" hinzugefügt werden. g) In Par. 28 der besagten Klausel III sollen die Worte „in irgend einem Teile der Welt und" fortgelassen und am Ende dieses Paragraphen die folgenden Worte hinzugefügt werden: „und entweder im vorgeschriebenen Gebiete oder (aber nur insofern, als es bezüglich oder zur Förderung irgend eines der in Par. 1 oder Par. 2 dieser Klausel erwähnten Zwecke notwendig erscheinen mag) in irgend einem Teile der Welt, vorbehaltlich, daß nichts des hierin"Enthaltenen die Gesellschaft ermächtigen soll, Kolonisationsprojekte in oder Auswanderung nach irgend einem anderen Teile der Welt als im vorgeschriebenen Gebiete oder irgend welchen Teil desselben zu fördern oder zu unternehmen". h) Im zweiten Proviso (Bedingung) der besagten Klausel III beginnend „alle durch diese Klausel" sollen die Worte „oder (aber nur insofern als bezüglich oder zur Förderung irgend eines der im Paragraph 1 oder Paragraph 2 dieser Klausel erwähnten Zwecke notwendig erscheinen mag) sonstwie Leuten der jüdischen Rasse zum Vorteil gereichen" anstatt der Worte „oder sonstwie Leuten der jüdischen Rasse entweder im allgemeinen oder in einem bestimmten Lande oder Platze zum Vorteil gereichen" gesetzt werden. Und es wird ferner zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß bestimmt worden ist, daß das besagte Gesuch vor dem verehrlichen Mr. Justice (Herrn Richter) Joyce am Dienstag den 23. Juli 1907 geprüft werden, und daß irgend eine Person, welche mit besagter Gesellschaft identische Interessen hat, ob als Gläubiger, Aktionär oder in anderer Weise, und welche wünscht, gegen ein gerichtliches Stattgeben der Bestätigung der besagten Abänderung in Gemäßheit des obigen Companies Act Einwand zu erheben, zu diesem Zwecke zur Zeit der Prüfung des Gesuches entweder persönlich erscheinen oder sich durch Rechtsbeistand vertreten lassen muß, und daß eine Abschrift des besagten Gesuches einer jeden Person, welche eine solche benötigt, von den Solicitors der Gesellschaft, Herren Lewis und Yglesias in London E. C. Nr. 6 Old Jewry bei Zahlung der gesetzlich festgesetzten Gebühren verabfolgt werden wird. Den 4. Mai 1907. Lewis & Yglesias 6 Old Jewry, London E. C. Solicitors der Gesellschaft. o o o o o o o C o o o o o o o J) AUS DER BEWEGUNG | o o o o o o o =y yo o o o o o Zur Abänderung der Bankstatuten Aus formellen Gründen (weil die Ankündigung der beabsichtigten Statutenänderung einmal, statt zweimal, in der „Welt" inseriert war) wurde die Verhandlung vor dem englischen Gericht, die für den 9. anberaumt war, auf Dienstag den 23. Juli vertagt. Kanada Anläßlich der jüngst stattgehabten Jahreskonferenz der Zionisten Kanadas, die einen glänzenden Verlauf nahm und ein ausgezeichnetes Bild des permanenten Wachstums der zionistischen Idee in Kanada bot, wurde ein Brief des Ministeriums verlesen, in dem dieses seiner warmen Sympathie für die zionistische Bewegung einen begeisterten Ausdruck gab. Bericht der Berliner Zionistischen Vereinigung i. Juli 1906 -30. Juni 1907. Die Berliner Zionistische Vereinigung hat im vergangenen Berichtsjahre eine lebhafte Agitation entfaltet. Die Winterarbeit wurde mit 3 sehr stark besuchten Volksversammlungen eröffnet, in denen die Herren Dr. Franz Oppenheimer, Dr. Sandler und Redakteur Sokolow die Referate übernommen hatten. Den Versammlungen voraus ging die Versendung der von Herrn Dr. Alfred Nossig verfaßten Broschüre „Die Jüdische Volksbewegung" an fast sämtliche Mitglieder der Berliner Jüdischen Gemeinde, um die weitesten Kreise der Berliner Judenheit über unsere Bewegung aufzuklären und die Angriffe unserer liberalen Gegner zu beleuchten. Im Januar und Februar wurden 4 weitere Versammlungen veranstaltet. In den ersten drei derselben sprachen die Herren Dr. Täubler, Dr. Biram und Dr. Zlocisti über die wichtigsten Epochen der jüdischen Geschichte und in der vierten Ingenieur Treidel über die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas in den letzten 10 Jahren. Kurz vor Ostern schlössen wir unsere agitatorische Tätigkeit mit einer Volksversammlung, in der Dr. Schemarja Lewin über „Die Juden in Rußland und Amerika" sprach. Der Monat März wurde wiederum zur Agitation durch Versendung von Propagandanummern der „Jüdischen Rundschau" an die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde benutzt. An die Mitglieder der befreundeten Vereine, insbesondere des Turnvereins Bar-Kochba und der Studentenvereine wurden wiederholt Broschüren mit Aufforderungsschreiben zum Beitritt versandt, die jedoch ohne großen Erfolg blieben. Hand in Hand mit dieser Tätigkeit nach außen ging das Bestreben, die Mitglieder selbst über alle Vorgänge innerhalb der Zionistischen Organisation auf dem laufenden zu halten und ihr Interesse für die einzelnen Fragen unserer Bewegung zu vertiefen. Hierhin gehören die Berichte über die Jahreskonferenz in Köln, über Kongreßfraktionen und Landsmannschaften, über die Sitzung des großen A. C. vom Mai 1907 und über die Bedeutung des bevorstehenden Kongresses. Schließlich wurden auch den Mitgliedern Broschüren zugesandt. Die Gedenkfeier für Dr. Herzl beging die Zionistische Vereinigung in Ver-