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Die Welt · 1907-06-14 · 24 (14.6.1907) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
24 (14.6.1907)
Date
1907-06-14
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 24 DiEMELT 17 Wolffsohn um die Erhaltung und Befestigung der Organisation', wünscht aber zu gleicher Zeit, daß jene passive und lavierende Haltung den verschiedenen Strömungen gegenüber aufgegeben und von nun an eine einheitliche Politik inauguriert werde. Der D. T. konstatiert mit Bedauern, daß von Seiten des A. C> der Schekel nicht nur an einzelne Organisationen ohne vorheriges Einverständnis mit der Landesorganisation gegeben wurde, sondern daß über die Köpfe der D. K. und des L. K. einzelne Personen mit der Einkassierung des Schekels betraut wurden. Der D. T* hofft mit Bestimmtheit, daß ein derartiges Vorgehen des A. C. nicht mehr erfolgen werde. Der D. T. fordert vom Bielitzer Parteitage, daß die gesamte österreichische Organisation dafür sorgen möge, daß die Autonomie der Landesorganisation unbedingt gewahrt werde. Der D. T. spricht sich dafür aus, daß die österreichischen A. C.-Mitglieder nicht mehr wie bisher gegen den Willen und ohne vorheriges Befragen der österreichischen Landsmannschaft der Organisation förmlich aufoktroyiert werden; der Bielitzer Parteitag soll dafür Sorge tragen, daß der Permanenzausschuß bei seinen Vorschlägen an den Kongreß sich strikt an die Wünsche der Landsmannschaft halten müsse.<( Aus dem Plenum wird ein Antrag eingebracht und angenommen, der nur die Wahl solcher österreichischer Zionisten in das große A. C. billigt, die das Vertrauen der zionistischen Parteigenossen genießen und innerhalb der Partei aktiv tätig sind. Die piece de resistance des Delegiertentages bildete ein glänzendes Palästinareferat des Gg. Adolf Böhm, das mit begeistertem Beifall quittiert wurde. Auch seinen Vorschlägen pflichtete der Distriktstag nach einer sachlichen Diskussion durch einstimmige Annahme bei. Ihr Hauptpunkt lautet: „Der D. T. erachtet die praktische Arbeit in Palästina, sofern sie parallel mit der politischen Aktion geleistet und von politischen Gesichtspunkten aus geleitet wird, für unbedingt notwendig zur iErforschung und Erschließung des Landes, zur Stärkung der realen Position der Juden in Palästina, zur Hebung ihres kulturellen Niveaus und zur Schaffung der praktischen Vorbedingungen für ine künftige jüdische Massensiedelung. Der D. T. begrüßt die Aktionen der Palästinakommission, die r als eine solche Tätigkeit darstellend ansieht." Die übrigen Vorschläge beziehen sich auf Details der Palästinarbeit und die im Zuge befindlichen Aktionen der Palästinakommission: Schaffung einer Zentrale in Palästina, ihre Organisation und Tätigkeit, Agrarbank, Schulwesen, Siedlungsgenossenschaft, Nationalfond, ttezalel, Palästinabank, Pflanzungsverein, Industriesyndikat. Kurz i nd gut, das Referat behandelte mit imponierender Gründlichkeit i nd Sachkenntnis fast das ganze weite Gebiet praktischer Palästina- Arbeit. Über „Propaganda und Presse" referierte Ing. Stricker, über Nationalfond" Gg. Emil Stein. Die Neuwahlen in das Distriktskomitee ergaben, nachdem der Antrag, die Zahl seiner Mitglieder auf 12 zu erhöhen, angenommen v Orden war, folgendes Resultat: Adolf Böhm, Dr. Kadisch, 1 ermann Kohn, Heinr. Lederer, Hermann Low, Dr. Isidor Margulies, Leopold Sitzmann, [ng. Stricker, Stockei, van Young, Dr, Paul Weisengrün, Dr. Egon Zweig. Zum ■ orsitzenden wurde Dr. Margulies wiedergewählt. Es wurde noch beschlossen, im Sommer an die Gründung i nes Shareklubs zu schreiten und das 25 jährige Jubiläum von I schon le Zion zu einer nationalen Kundgebung zu benutzen. Die fünfte Landeskonferenz der ungarischen Zionisten (Schluß aus Nr. 21) Nachmittags 3 Uhr wurde die Konferenz fortgesetzt. Dr.Dörn6ny n erierte über die geleistete Agitation im Vorjahre und streifte einige (osichtspunkte, die bei der weiteren Agitation maßgebend sein sollen. A;f seinen Antrag wurden folgende Weisungen für das neuzuwählende Komitee angenommen: Die genaue Durchführung der Distriktsverteilu:ig, Aussendung von Wanderagitatoren in die Provinz, jährliche vision der Arbeitstätigkeit sämtlicher Vereine und die Ausarbeitung eines Statutes, nach welchem die Vereine der Provinz als Ortsgnppen des Budapester anzusehen sind. Letzteres beantragte Herr Ii häsz aus Kassa. Nachdem der Kostenvoranschlag für das folgende Jahr votiert ^"rde, wurden die verschiedenen eingelaufenen Anträge in Ver- ' i idlung gezogen. Es wurden folgende Anträge angenommen: 1. Antrag des Herrn David Kohn: Die Vereine mögen angehalten werden, monatlich einmal im Interesse des Nationalfonds und Share-Clubs Agitationsversammlungen zu arrangieren. 2. Anträge des Dr. Abrahamson: Die ungarische Zentrale möge im Interesse der Palästina-Ethrogim eine größere Agitation einleiten und möge sich mit dem „Bezalel" behufs Vertrieb der von ihm erzeugten Artikel in Verbindung setzen. Die ungarischen Delegierten betrachten es als ihre Pflicht, am Haager Kongreß für folgende Punkte einzutreten: a) das Aktionskomitee möge jedes Privatunternehmen zur Förderung des Handels und der Industrie in Palästina fördern; b) Schritte bei der türkischen Regierung unternehmen, den jüdischen Nationalfonds als juristische Person anerkennen zu wollen. Die Landeskonferenz möge weiter aussprechen, daß die Zionisten in Ungarn mit den Nationalitäten Ungarns nichts gemein haben. Letzterer Antrag soll ein Protest gegen das hier verbreitete Gerücht sein, nach welchem Nationalitätenabgeordneter Vajda mit den Wiener Zionisten behufs Beiziehen der ungarischen Zionisten zur Nationalitätengruppe verhandle. 3. Antrag des Herrn Bettelheim: Die ungarischen Vereine mögen aufgerufen werden, das Andenken der verstorbenen Zionisten, des Herrn Grünwald aus Alsö-Kubin und Herrn Horowitz aus Sopron, die sich um den Zionismus in Ungarn große Verdienste erwarben, durch Eintragen ins goldene Buch zu verewigen. Darauf wurde zur Wahl des Landeskomitees geschritten. Gewählt wurden: zum Präsidenten: Herr Bela Oesterreicher; in das engere Landeskomitee: außer dem Präsidenten die bisherigen Mitglieder Herr David Kohn und Herr Sorna Wertheimer, außerdem die Herren Dr. Moritz Künstler und Sigmund Deutsch; in das weitere Landeskomitee: die Herren Oberingenieur Max Straßer (Budapest), Samuel Bettelheim (Pozsony), Michael Kahn (Bonyheid), Moritz Graus (Napz-Tapolesäny) Jenö Kaufmann (Marmarosch-Sziget), Dr. Hermann Abraham söhn (Särbogärd) und Dr. Moritz Rözsa (Debrecen); zum Leiter des Nationalfonds-Bureaus: Herr Dn Ludwig Dörnenv. Schließlich delegierte die Konferenz als ungarisches Mitglied des großen Aktionskomitees Herrn Samuel Bettelheim. Herr Bettelheim sprach in einigen hebräischen Worten seinen Dank für die Delegierung aus. Herr Dr. Grub er nahm in warmen Worten Abschied und versprach, zu jeder Zeit als einfacher Soldat für den Zionismus zu kämpfen. Die Konferenz beschloß hierauf, das erste Landeskomitee, welches in Budapest funktionierte, durch Anpflanzung von fünf Bäumen auf die Namen der Mitglieder zu verewigen. Nachdem man noch dem Herrn Ing. Bereji für die vorzügliche Leitung der Verhandlungen den Dank aussprach, wurde die Konferenz mit Absingen der „Hatikwa" geschlossen. Nach Schluß der Konferenz versammelten sich die Mitglieder im Turnsaale der Kommunalschule im 7. Bezirk, wo der zionistische Turnverein zu Ehren der Delegierten ein Schauturnen veranstaltete. Die Leistungen des jungen Vereins überraschten jedermann angenehm. Das Aufblühen des Vereines ist besonders dem eifrigen Bemühen des Herrn Odon Holics zu verdanken. Abends fand ein Bankett statt, bei welchem die Gäste bis nach Mitternacht in heiterer Stimmung verblieben. Holland Die holländischen Zionisten werden diesmal vier Delegierte zum Kongresse entsenden können. Das stete Anwachsen der Zahl unserer Gesinnungsgenossen — 821 Schekel sind in diesem Jahre eingegangen — hat sich eben im vergangenen Winter merkbar verschnellert. Diese erfreuliche Tatsache ist besonders der regen Tätigkeit 'der Agitatoren in Twente, der östlichen Provinz Hollands, zu danken. Die Agitation in Twente, die unter der energischen Führung des Vorsitzenden der „Abteilung Twente", des Herrn Eduard Pool, besonders von den Agitatoren A. B. Kleerekoper und S. Cohen Hzn., betrieben wurde, hatte ausgezeichneten „Erfolg. Mindestens einmal in jeder Woche wurde an jedem Ort und Örtchen in dieser Gegend eine Versammlung abgehalten, wo jedesmal A. B. Kleerekoper und S. Cohen Hzn., manchmal auch D. Cohen oder E. Pool, mit unermüdlichem Enthusiasmus arbeiteten. Besonders in Enschede, dem Zentrum dieser an assimilierten Großindustriellen reichen Gegend, waren diese Versammlungen jedesmal ein wichtiges Ereignis. Diese Agitation hat neues frisches Leben in die dortigen jüdischen Kreise gebracht. Auch sonst wurde mit gutem Ergebnisse die Propaganda betrieben, und so wurden noch im Haag, Arnheim, Amsterdam, Sneek, Leiden usw. propagandistische Versammlungen abgehalten. In Groningen wurde ganz besonders gut gearbeitet und dann auch gut geerntet; in Zwolle wurden die ersten Schritte getan zur« Gründung einer neuen Ortsgruppe. Zweifelsohne wird die Tatsache, daß der Kongreß diesmal hier in Holland tagen wird, der Propaganda sehr zunutze kommen.

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