Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 23 (7.6.1907)
- Date
- 1907-06-07
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Landsmannschaft seit dem letzten Kongresse einsenden. Wir bitten Sie, diesen Bericht möglichst so zu gestalten, daß er zugleich ein Bild der Entwicklung des Zionismus in ihrem Lande in dem nunmehr abgelaufenen Jahrzehnt der zionistischen Tätigkeit gibt. Zum Schlüsse können wir die Federationen nur noch einmal auf das Nachdrücklichste ermahnen, die Schekel* Sammlungen unvermindert mit dem größten Eifer vorzunehmen und die eingehenden Beträge sofort für uns an den Jewish Colonial Trust abzuführen. Die Vorbereitungen für den Kongreß stellen an uns natürlich auch in finanzieller Hinsicht große Anforderungen, und wir sind zu deren Erledigung ganz darauf angewiesen, daß die Federationen endlich ihrer Pflicht nachkommen. Jede andere zionistische Arbeit muß in diesem Augenblick vor der Arbeit des Schekelsammelns zurücktreten. Mit Zionsgruß! Hochachtungsvoll Das Aktions-Koniitee David Wolffsohn. Dr. Bernstein-Kohans Abreise nach Palastina Das Mitglied des engeren Aktionskomitees, unser ausgezeichneter Gesinnungsgenosse Dr. Jakob Bernstein^-Kohan, übersiedelt nach Palästina. Das Zentralbureau der russisch-zionistischen Organisation veröffentlicht aus diesem Anlasse nachstehende Kundgebung: Dr. Jakob Bernstein-Kohan, der noch vor dem Auftreten des politischen Zionismus seine ganze Energie und Kraft der Sache der Wiederaufriclitung unseres Volkes gewidmet hat, ist vom ersten Kongreß ab, an dem er tätigen Anteil genommen hat, einer der ersten Kämpfer und Leiter unserer neuen zionistischen Bewegung geworden. Alle unsere Gesinnungsgenossen erinnern sich, mit welcher Selbstaufopferung und Begeisterung Bernstein-Kohan für dieSchaffung und Stärkung unserer zionistischen Organisation in Rußland gearbeitet hat, unter Bedingungen, welche jede Art organisierter politischer öffentlicher Arbeit fast unmöglich machten.. Die Gesinnungsgenossen erinnern sich auch, welche Bedeutung seine Zirkulare — diese heißen, flammenden Manifeste — hatten, die unsere zerrissenen Reihen wieder vereinigten und Leben und Mut unserer neuen, damals noch schwachen Organisation einhauchten, und wie fruchtbar seine theoretischen Briefe wirkten, die den Anfang der wissenschaftlichen Begründung des Zionismus bildeten und die Notwendigkeit der Vertiefung der zionistischen Anschauung klargelegt haben. Viele Jahre hindurch arbeitete Jakob Kohan-Bernstein an der Stärkung und Organisierung der Kräfte des jüdischen Volkes für sein zukünftiges Leben in Palästina. Im Augenblicke nun, da es ihm gelingt, sein Arbeitsfeld nach dem Lande unserer Hoffnungen und Bestrebungen zu verlegen, wollen wir ihm aus tiefstem Herzen einen -ganzen, vollkommenen Erfolg und eine volle Befriedigung in seiner neuen Tätigkeit wünschen. Die Arbeit in Palästina selbst wird jetzt zum Zentrum unserer Aktionen, und jeder Schritt vorwärts in dieser Richtung wird von uns allen, die wir für die Aufrichtung unseres Volkes im eigenen Lande arbeiten, mit größter Freude begrüßt werden. _ Das Ergebnis der Reichsratswahlen Von den Kandidaten der Jüdischen Nationalpartei ist noch Adolf Stand, Mitglied des zionistischen A. C, gewählt worden, Braude und Rappaport sind unterlegen. Die Zionisten können im allgemeinen mit den Wahlen in Galizien zufrieden sein. Im ersten Ansturm haben sie drei Mandate erobert, und entsenden erprobte, absolut gesinnungstreue Abgeordnete ins neue Haus, die mit dem bewährten jüdisch-nationalen Vorkämpfer Dr. Straucher aus Czernowitz eine numerisch schwache, aber durch Tüchtigkeit und Energie ausgezeichnete parlamentarische Vertretung der österreichischen Juden darstellen werden. Die Wahlen haben gezeigt, daß die jüdisch-nationale Idee in den galizischen Massen feste Wurzeln gefaßt hat. Angesichts des unerhörten Wahldruckes, mit dem die Behörden gegen die zionistischen Kandidaten arbeiteten, angesichts des verrotteten galizischen Wahlsystems, dessen Mißbräuche ganze Bände füllen würden und von dem in der weitesten Öffentlichkeit noch ausführlich gesprochen werden wird, bedeuten drei zionistische Abgeordnete einen großen Erfolg. Gg. Dr. Braude wurde ähnlich wie Dr.Birnbaum in Buczacz durch einen offenkundigen Gewaltakt um das Mandat bestohlen. Es klingt wie eine Tartarennachricht, ist aber beglaubigt: 156 Stimmen für Dr. Braude wurden ungültig erklärt, weil der Vorname Markus mit c geschrieben war. Nur so konnte sein Gegenkandidat mit 120 Stimmen Majorität gewählt wenden. Die Annullierung der Stimmen soll nach vollzogenem Skrutinium, das eine Majorität für Dr. Braude ergab, erfolgt sein. Es ist sicher, daß bei anständigen, europäischen Wahlen ein Dutzend Mandate den Jüdischnationalen zufallen müßte. Die Jüdische Nationalpartei hat im ersten Wahlgang32362 Stimmen erhalten. Der Nachdruck der in dieser Nummer enthaltenen künstlerischen Beiträge ist nicht gestattet. An unsere Leser! Die vorliegende „Jubiläumsfestnummer", die wir unseren Lesern als Abschluß des ver« flossenen Jahrzehnts vorlegen, soll für jeden Zionisten eine bleibende Erinnerung bilden. Die Expedition der „Welt" will die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne allen Freunden unseres Blattes, die uns seit Jahr und Tag in hingebender Weise unterstützt haben, den wärmsten Dank auszusprechen. Mit dem Versprechen, nach wie vor uns zu bestreben, „DIE WELT" auf ihrer bisherigen Höhe zu halten, verbinden wir den Wunsch, daß auch unsere Leser und Freunde uns weiterhin tatkraftige Unterstützung zuteil werden lassen sollen. Gesinnungsgenossen! Das neue Jahrzehnt soll sich an das verflossene würdig anschließen! Die Möglichkeiten, der „Welt" neue Leser, unserer großen Sache neue Anhänger zu gewinnen, sine noch immer groß. Jeder Leser, jeder Zionist werbe Abonnenten für die „Welt"! Je größer die Verbreitung des Zentralorganes, desto tiefer und stärker sein Einfluß, desto angesehener unsere Beweg-ung. Der nahe bevorstehende Kongreß, über dessen Verhandlungen die „Welt" wieder in einer Spezialausgabe umfassend berichten wird, bietet für eine intensive ' Propaganda guten Anlaß, Adressenmaterial zwecks Zusendung von Probenummern und Abonnementseinladungen ist un^ jederzeit erwünscht. Von der vorliegenden Jubiläumsfestnummer haben wir noch einen kleinen Vorrat auf Lager, Nachbestellungen werden allerschnellstens erbeten. Die Einzelnummer kostet 40 Pfennige, 50 Exemg plare Mk. 15. — , 100 Exemplare Mk. 25.—. Expedition „DIE WELT".