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Die Welt · 1907-06-07 · 23 (7.6.1907) · page 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
23 (7.6.1907)
Date
1907-06-07
Page
– (sequence 37)
Language
German
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No..-23 D'fB^ELt — UNSERE ILLUSTRATIONEN 37 'fö+^miU^ fW -sf* . Die Künstler, deren neueste Werke wir. i dieser Festnummer reproduzieren, müssen vir bei unseren Lesern und dem jüdischen Publikum nicht erst einführen. Sie sind ührende Repräsentanten der jüdischen Kunst. E. M. Lilien hat, wie die Beiträge,!ie er uns für unsere Jubiläumshummer zur erfügung gestellt, beweisen, seine Palästinaeise reichen Ertrag gebracht. Er ist zur eit beschäftigt, seine künstlerischen Einrücke vom Heiligen Lande in einem groß iigelegten Werke der Öffentlichkeit vorlegen. Die Proben, die wir bringen, -igen den" Künstler auf der Höhe seines önnens. Die Art, wie er bei aller Realistik ie Gegenstände zur Höhe des Symbols zu 'heben weiß, ist nicht minder rühmenswert is der feine Geschmack, mit dem er selbst ft verwendeten Motiven.(Klagemauer) neue •fiten abzugewinnen .versteht. Von Hermann Struck bieten wir zwei Judenköpfe, „Polnischer Jude" und „Jude mit Pelzmütze". Es gereicht uns zur hohen Befriedigung, in unserer Jubiläumsnummer Beiträge dieses ausgezeichneten Radierers bringen zu können, dessen hohe künstlerische Qualitäten gerade in letzter Zeit weit über die jüdischen Kreise hinaus hervorragende Würdigung gefunden haben. Die beiden Judenköpfe zeigen wieder, abgesehen von der glänzenden Technik, jene tiefe jüdische Liebe für das Sujet, die die Radierungen . Strucks, (insbesondere seineu „Theodor Herzl") den Zionisten so wert gemacht hat. L. Pilichowski, dessen jüngste Ausstellungen in London, Köln, Frankfurt a. M. und Wiesbaden, wie wir bereits berichteten, so großen Erfolg hatten, ist in utisererNummer, abgesehen von der Kunstbeilage, noch durch zwei seiner besten Arbeiten vertreten. Jüdische Andacht in ihrer tiefsten Weihe ist ein Vorwurf, der ihn immer wieder zu künstlerischer Erfassung lockt. Welche tief-patriarchalische Stimmung in seinem „Jomkipur"! Das Beten, das gewöhnliche inbrünstige Beten, wird in dem anderen Bilde, dessen Reproduktion in dieser Nummer erscheint, meisterhaft dargestellt. Es gibt die Stimmung des „Schmone-Essra-Stehens" in gedrungener Kraft wieder. Das ist nicht ein dekoratives Stück Kultus, es ist kein Reform beten, weil die Form bei diesen seelischen, individuellen Selbstvertiefungen keine Rolle spielt. Über „AI Chet", das wir unseren Lesern als Kunstbeilage bieten, schreiben wir an anderer Stelle. Wir hoffen, unseren und des Künstlers Freunden damit eine Freude bereitet zu haben.

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