Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 23 (7.6.1907)
- Date
- 1907-06-07
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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No. 23 diee|e ELT 31 Der Freund Denk' ich meinet alten Gesänge, Dann wird mein Hetz so warm, Dann treibt's mich aus meinet Enge Hinaus in den Menschenschwarm* Dann such' ich die alten Gefährten, Die Freunde in manchem Strauß, Die guten, treu bewährten In Lust und Kampfgebraus» Doch ob ich auch spähe und schreite Die Straßen auf und ab, Still bleibt es an meiner Seite, Mich grüßt nur ein einsam Grab« Dort ruht er in seligem Frieden Auf weitem Totenfeld; Da hab' ich mich beschieden, — Dort ist mein Freund, mein Held! o o o Zwei Gedichte von SIEGMUND WERNER r-":!*=Vät>^ Leben Durch euch bin ich, Ahnen* Gleich, ob auch ein andrer; Auf uralten Bahnen Ein unstäter Wandrer« Aus dem Dunkel entstanden Ihr, brünstig des Lichts, Unlösbaren Banden Verfallen des Nichts* Verstrickt und verfallen Ich — was nach mir reiht, Sphinxrätsel uns allen, Wir selbst alle Zeit* Ein Wandern und Schweifen, Zwecklos ohne Ziel; Unsre Torheit, unser Reifen Ein uralest Spiel* O O O Der roertDolIfte materielle Reichtum eines Dolkes ift ber Boben; (ein tjöcbftes geiftiges 6ut fft bie Freiheit es ift benkbar, fanb ohne Freiheit zu befityzn, Freiheit oljne fanb aber ift unmöglich. Das ift es, warum bie Moniften Jeljt banadi ftreben, bem Dolke bas fanb zu geben; itjre Tlachfolger werben ihm bie Freiheit geben. Obeffa, S./21. mai 1907. m. Uffifcbkin. Flach meiner Anficht wird Unterricht und Erziehung die Grundlage für die praktifche Arbeit in Paläffina fein muffen. Wir müffen fehen, dafj die Calmud-Chorafchulen in den Formen, wie fie jefct vorhergehen, nicht mehr weitergeführt werden, flher auch die anderen Schulen müffen beffer und nach einem einheitlichen Plan eingerichtet werden. Der Interricht mufc nicht eine fo feine Bildung in Kunff und Wiffenfchaft geben wollen, als es feine Hufgabe in Europa ift, üas fiand braucht praktifche Arbeiter, und deshalb foll auch der Unterricht einen befonders praktifchen Charakter haben, Erdkunde, fiand* und Gartenbau, Redinen und Buchführung, Schreiben und Korrefpondenz [ollen vor allem gelehrt werden. Aber auch die Sefchichte unteres Volkes foll bei der Erziehung der Tugend den ihr gebührenden Plafj im?iehrplan finden, damit die jüdifchen 3deale in den Kindern geweckt und gepflegt werden und fo das religiös*fittliche Sefühl zur Entwicklung komme. Die neuen 3uden werden mit idealen im Berzen und praktifdiem Wiffen im Kopfe nie betten Arbeiter fein für ein frifches jüdisches Volksleben in Paläffina, 3akobus Kann, ßaag herzliche ölucktounfctie ber „IDelt" fn bem Augenblicke, ba fle ihr erftes Jahrzent erreicht! mögen bie örunbfätje, bie zu vertreten unfere „Welt" gegrünbet toorben ift balb bie Anerkennung ber ganzen $elt finben. L J. öreenberg, fonbon.