Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 22 (31.5.1907)
- Date
- 1907-05-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 22 DIE^ELT 13 o o o o o o o c o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG £ o o o o o o o O O O Q O O j Die III. Konferenz der Vertreter der zionistischen Presse in Rußland Am 10., 11. und 12. d. M. fand in Wilna die III. Konferenz der Vertreter der zionistischen Presse statt, an welcher sich die Vertreter der Zeitschriften: „Das jüdische Volk", „Razswiet", „Zycie Zydowskie" und „Jewrejskaja Mysl" beteiligten. Die Konferenz behandelte viele Parteifragen und insbesondere den bevorstehenden 8. Kongreß. Unter anderen wurden folgende Resolutionen angenommen: I. Zur Zeit des 8. Kongresses und an demselben Orte sollen Kurse für zionistische Agitation in Rußland organisiert werden. Der Plan der Kurse lautet im Entwürfe: 1. Die Hauptströmungen der jüdischen Diaspora. 2. Die Analyse der jüdischen Wirklichkeit vom ökonomischen, politischen und geistigen Standpunkte. 3. Die jüdische Emigration im Vergleiche zur Emigration anderer Völker. 4. Die evolutionäre Konzeption des Zionismus. 5. Die allgemeinen Methoden der Kolonisation 6. Palästina als Kolonisationsterrain. 7. Die Prinzipien der realen Arbeit in Palästina. 8. Die Geschichte der jüdischen Kolonisation in Palästina und in anderen Ländern. 9. Unsere Aufgaben in der Diaspora. 10. Die jüdischen Parteien. 11. Die Technik. Die Kurse werden nur für die vom Organisationsbureau in Übereinstimmung mit dem Zentralkomitee eingeladenen Personen zugänglich sein. Die Vorträge werden mit Konferenzen verbunden sein; bei nanchen Fragen sind auch Diskussionen gestattet. Das Organisationsbureau, aus 8 Personen bestehend, hat folgende Aufgaben: 1) Ausarbeitung des Programms und Festeilung der Referenten. 2) Organisierung der technischen Seite (Räume, Stundenplan, Wahl der Zuhörer), 3) Herausgabe der stenographierten Vorträge. II. Irn Mai soll in Petersburg eine Konferenz aller am Gesamtwerte „Der gegenwärtige Zionismus" mitarbeitenden Personen einerufen werden, damit das Werk nach dem Kongresse zusammengestellt werden und im Herbste erscheinen kann. In das Organisationsbureau der Agitationskurse wurden gewählt: A. Borucfrow, A. Goldstein, I. Grünbaum, W. Schabotinski, A. Idelohn, I. Lurje, J. Kirschrot und M. Zeitlin (der letzte als verantwortlicher Sekretär. In der Frage des Werkes „Der gegenwärtige "ionismus" bestätigt die Konferenz die vorgeschlagene Liste der Mitarbeiter: J. Bruzkus, I. Grünbaum, W. Schabotinski, A. Idelsohn, A. M. Margolin und D. Pasmanik. In die von der Konferenz gewählte technische und redaktionelle Kornmission wurden gewählt: A. Idelsohn, W. Schabotinski und A. Seidenmann. Die Kornmission wird beauftragt, den Parteiorganen vor Erscheinen des Werkes Abüge zuzusenden. III. Angesichts dessen, daß die unmittelbare Tätigkeit der Zionisten lach dem Beschlüsse der Helsingforser Konferenz die Organisierung -es jüdischen Volkes bezweckt, wählt die Konferenz eine Kornmission us acht Personen zur Ausarbeitung eines konkreten Planes einer iit den Gesetzen übereinstimmenden Organisation der Juden in inzelnen Orten für lokale Angelegenheiten. In diese Kommission chlägt die Konferenz vor, folgende Mitglieder zu wählen: S. Weisenerg, C. Janowski, W. Idelsohn, A. Seidenmann, W. Schabotinski, Seidenmann und B. Goldberg. Als verantwortlicher Sekretär wird anowski vorgeschlagen. IV. In Anerkennung dessen, daß die Leitung der Emigration von außerordentlich großer Wichtigkeit ist, daß die entsprechende Orunisation der Leitung nur möglich ist, wenn diese Frage, gleich ■illen anderen, von den durch das Gesetz anerkannten Organen der nationalen Selbstverwaltung behandelt wird und daher bis zur Aründung derselben den allgemein-jüdischen Organisationen überleben werden muß; in Anerkennung dessen, daß das Emigrationsedürfnis groß und der gegenwärtige Emigrationsstrom chaotisch ist, ist die Konferenz der Ansicht, daß unter den jetzigen Bedingungen die aktive Beteiligung der Zionisten an sämtlichen ernsteren Versuchen der Emigrationsregelung unbedingt notwendig ist. Demgemäß gibt die Konferenz der Anschauung Ausdruck, daß die Zionisten die Pflicht haben, in allen Institutionen, welche die Regelung der Emigration erstreben, folgende Ansichten über die Aufgaben der jüdischen Emigrationspolitik zu verbreiten: 1. Die Emigrationsregelung (die Fälle ausgenommen, welche zur Bildung einer jüdischen Majorität in Palästina beizutragen imstande sind) muß als eine Tätigkeit palliativen Charakters betrachtet werden, die keine Tendenz zur radikalen Lösung des jüdischen Problems in sich schließt. 2. Angesichts der großen Schwierigkeiten, welche mit einer ländlichen Kolonisation, die nur eine geringe Zahl von Personen beschäftigen kann, verbunden sind, kann eine derartige Kolonisation nur dann eine nationale Bedeutung haben, wenn sie unmittelbar eine Grundlage für die zukünftige autonome jüdische Heimstätte zu sein erstrebt, d. h. wenn sie auf die ländliche Kolonisation Palästinas gerichtet ist. 3. In dem Bestreben, dahin zu wirken, daß die Immigration in die Städte die normale Sättigung nicht übersteigt, muß man gleichzeitig mit der größten Energie der künstlichen Verteilung der emigrierenden Masse in kleine zerstreute Gruppen, welche wegen der geringen Zahl zur geschlossenen nationalen Selbstverteidigung nicht fähig und deswegen zum nationalen Absterben verurteilt sind, entgegenwirken. 4. Als das wichtigste Prinzip der Regelung der gegenwärtigen jüdischen Emigration in allen Ländern außer Palästina muß man die Konzentrierung einer größeren Zahl der jüdischen Bevölkerung in den Städten betrachten, damit sie stark genug wäre, in den neuen Stätten ihr nationales Leben fortzusetzen. 5. Man muß alle Mühe daran wenden, daß ein entsprechender Teil der Emigranten nach Palästina, den Nachbarländern und überhaupt nach dem Osten gelenkt wird, wobei mau sich genau den dort herrschenden Bedingungen anpassen soll. Außerordentlicher Distriktstag der Zionisten Böhmens*) Montag den 14. April d. J. fand in Prag ein außerordentlicher Distriktstag statt, der zum bevorstehenden österreichischen Parteitag sowie zum VIII. Kongreß Stellung nehmen sollte. Dem Distriktstag ging am Vormittag eine fast vollzählig besuchte Sitzung der Parteileitung voraus, wo die Tagesordnungendgültig festgesetzt und interne Angelegenheiten erledigt wurden. Der Distriktstag war von 44 Delegierten besucht. Der Obmann des Distriktskomitees begrüßte die Delegierten, hielt den verstorbenen Gg. Rabb. Dr. Weiß, Komotau, und stud. L. Nasch, Prag, einen warmen Nachruf und gedachte in Worten des Schmerzes und der Teilnahme der Opfer der rumänischen Unruhen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Bechert (Teplitz), zum 2. Vorsitzenden Kobler (Kolin) gewählt. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde ein Antrag des A.-C. Mitgliedes Doz. Dr. Welleminsky auf Einführung der Barzahlung für Schekel und Parteisteuer unter gleichzeitiger Gewährung eines 20ft/()igen Rabatts an die Gruppen in Verhandlung gezogen. Der Antrag wurde abgelehnt, um etwaigen Beschlüssen des nächsten Kongresses nicht vorzugreifen. Zum 2. Punkt: „Stellungnahme zum nächsten österreichischen Zionistentag" werden nach dem Referat des Distriktobmannes und längerer Debatte nachstehende Resolutionen angenommen: 1. Die Zentralinstanz für Österreich möge regelmäßig auf jedem Zionistentag öffentlich Rechnung legen. 2. Die Gestattung einer Federation der österreichischen Poale- Zion sei zu befürworten. (Vorschläge des D.-K.) 3. Das Landeskomitee sei durch ein Zentralkomitee nach reichsdeutschem Muster zu ersetzen. Für die westösterreichischen Distrikte, die unter Wahrung des organischen Zusammenhanges mit den übrigen Distrikten zu einer höheren Einheit zusammengefaßt werden sollen, sei von diesen eine Zentralarbeitsstelle in Gestalt eines Zentralbureaus nach deutschem Muster zu errichten. (Vorschlag Dr. Emil Margulies, Trautenau.) * Bericht vom D.-K. verspätet zur Verfügung gestellt. Anni. der Ue<l. "