Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 13 (29.3.1907)
- Date
- 1907-03-29
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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Aufruf! Dem Andenken des kürzlich in Hamburg dahingeschiedenen, unvergeßlichen Mitschöpfers und Vorkämpfers der zionistischen Idee Gustav ö. Cohen, der als treuer Jude und echter Menschenfreund in stiller Einfachheit Großes geleistet hat, soll von seinen Freunden und Verehrern ein Ehrenzeichen gestiftet werden, das - in der Richtung seines jüdischen Lebensideals gelegen — gleichzeitig ein in die Zukunft ragendes Kulturwerk im Heiligen Lande darstellt. Wir gedenken zur ewigen Erinnerung einen Ölbaumgarten in Palästina zu pflanzen, der seinen Namen trägt, und bitten alle, die dem Verstorbenen ein treues Gedächtnis bewahren, sich durch eine Geldspende an dieser Ehrung zu beteiligen. Beiträge nimmt entgegen: Herr Saml. Cohen, Hamburg, Admiralitätsstraße 33. Bank-Konto: Norddeutsche Bank. Dr. Besser, Saml. Cohen, L. Estermann, Dr. L. Franck, Dr. Halpern, Dr. fiuldschiner, Dr. Kalmus, Ed. Levinson, Ludwig Mathiason, Otto Rüben, Gustav Tuch, Dr. Victor, Mor. S. Wolff in Hamburg-Altona; David Wolff söhn, Cöln; Dr. Adler, Lübeck; Dr. Bodenheimer, Cöln; Jos. Cowen, London; Berthold Feiwel, Cöin; Dr. Friedemann, Wiesbaden; L. J. Greenberg, London; Dr. Hantke, Berlin; Prof. Dr. Kellner, Czernowitz; J. Kremenezky, Wien; Dr. Schemarja Lewin, Wilna; Dr. H. Löwe, Berlin; Prof. Dr. Mandelstamm, Kiew; Dr. A. Marmorek, Paris; Dr. Max Nordau, Paris; N. Sokolow, Cöln; Hermann Struck, Berlin; Wl. Temkin, Elisabethgrad, Dr. Tschlenow, Moskau. Zionistisches Distriktskomitee für Böhmen Das zionistische Distriktskomitee für Böhmen hat in Trautenau ein Rayonkomitee für Ostböhrnen eingesetzt und mit der Leitung desselben unseren bewährten Gesinnungsgenossen Herrn Dr. Emil Margulies, früher in Teplitz, jetzt Trautenau, Prager Straße /3, betraut. Alle Freunde und Anhänger unserer Bewegung im Nordosten Böhmens werden ersucht, sich mit demselben in Verbindung zu setzen, um eine intensivere Tätigkeit in Angriff zu nehmen. Rundschreiben 4. Geehrte Gesinnungsgenossen! Das zionistische D. K. für Böhmen erlaubt sich Ihnen folgendes zur Kenntnis zu bringen: 1. Wir machen Sie nochmals darauf aufmerksam, daß das Kassajahr am 31. März zu Ende geht und daß nur nach Maßgabe der bis dahin eingezahlten Schekel, beziehungsweise der Parteisteuer den Vereinen das Wahlrecht für den bevorstehenden Distrikts¬ und Parteitag sowie für den Kongreß zusteht.*) 2. Anläßlich des Passachfestes bitten wir Sie, Ihre Bekannten, besonders Zionisten auf den „Karmel" aufmerksam zu machen und für die Bestellung von Wein bei eer Gesellschaft zu agitieren. Wir senden Ihnen zur Verteilung eine Anzahl von Prospekten und Preiskurants. Bestellungen sind an Herrn Fabrikanten Anton Glaser, Prag, Karolinenthal, zu richten. Wir berufen für den 14. April, vormittags um 10 Uhr, eine Sitzung der Parteileitung, nachmittags um 2 Uhr einen außerordentlichen Distriktstag ein und ersuchen Sie zu dem letzteren Ihre Delegate zu entsenden. Tagesordnung der Parteileitungssitzung: 1. Bericht des Parteifondskassiers; 2. Vorbereitung des Distriktstages; 3. Allgemeine Lage der Juden in Österreich und Stellungnahme der Zionisten zu derselben; 4. Bericht über die Presse; 5. Eventualia. Tagesordnung des außerordentlichen D. T. 1. Berichte; 2. Anträge des D. K.; 3. Ersatzwahlen; 4. Eventualia. Wir ersuchen die Mitglieder der Parteileitung sowie die Delegierten der Vereine sich vollzählig einzufinden. Es sind ungemein '■''■) Zum Distrikts- und Parteitag entsenden Vereine bis 50 »Steuerzahler 2 Delegierte, Vereine bis 150 St. 3, darüber hinaus 4 Delegierte. Für den Kongreß wählen laut Bekanntmachung in der „Welt" je 20O Scliekelzahler einen Delegierten. wichtige und für die Zukunft entscheidende Gegenstände auf der Tagesordnung, von denen wir die Stellungnahme für den Parteitag und Kopgreß, die dringende Organisationsänderung des Distrikts, des Landes und des Gesamtzionismus hervorheben wollen, dazu kommen noch die Beratungen über Palästinaarbeit. Stellung zur Ito und zu den anderen großen jüdischen Organisationen Österreichs. Holland (Bericht des Niederländischen Zionistenbundes.) Im eben verflossenen Winter haben die niederländischen Zionisten eine sehr lebhafte organisatorische und propagandistische Tätigkeit entwickelt und sind wieder um ein ge Schritte weiter gekommen auf ihrem äußerst schweren Weg, welcher zur Neubelebung der holländischen Juden führt, — die, wenn man sie z. B. mit den deutschen Juden vergleicht, vielleicht weniger in äußerlichen Dingen, mehr aber in ihrer Denkart entjudet sind. Zu propagandistischen Zwecken sprachen am 6. März die Herren G. C. Polak und S. v. d. Wielen in Amsterdam über „Die Notwendigkeit des Zionismus". Herr litt. cand. D. Cohen erzählte, auch in Amsterdam, einem gespannt lauschenden Auditorium Verschiedenes von der „Emigration": er gab ein Bild von den Schwierigkeiten, mit welchen ein jüdischer Emigrant auf der Reise zu kämpfen hat, und illustrierte dies mit vielen Beispielen aus seiner reichen Erfahrung. Es wurden in Arnhem, Hilversum, Utrecht, Deventer und Rotterdam Vortragsabende veranstaltet, an denen u. a. mit der Vorlesung einiger Proben moderner jüdischer Dichtung viel Beifall geerntet wurde und über deren Erfolg man in den betreffenden Bundesabteilungen recht zufrieden war. Besonders in Rotterdam, wo eine größere Anzahl Juden wohnt, der zionistische Gedanke aber infolge besonderer Umstände bis jetzt nichtsehr gedieh, hat dieser Abend und ein kurz darauf folgender, an welchem unser Gesinnungsgenosse A. B. Kleerekoper sprach, höchst anregend gewirkt. Auch in den Abteilungen Sneek, Amersfoort, Meppel, Enschede, den Haag fanden propagandistische Versammlungen statt. — Einige zionistische Studenten an der Amsterdamer Universität betrieben in energischer Weise die Propaganda unter ihren Studiengenossen. Sie forderten diese zuerst in einem Rundschreiben auf, sich mit den zionistischen Bestrebungen vertraut zu machen, veranstalteten dann eine Reihe Versammlungen für Studenten, von denen die erste, wo Herr litt. cand. D. Cohen und Herr A. B. Kleerekoper sprachen, dem Gegenstand „Allgemeines über Judentum und Zionismiis" gewidmet war; an den folgenden Abenden wurden einige dieses Auditorium besonders interessierende Gegenstände wissenschaftlich behandelt. Es sprachen: Herr S. Hoofien über „Die Praxis des Zionismus", Herr phil. docts. P. J. Ornstein über „Assimilation und jüdischer Nationalismus", Herr cand. jur. H. Edersheim über „Zionismus als System", worin er den Zuhörern die theoretische Notwendigkeit des Zionismus zeigte, vom ethischen Standpunkte aus betrachtet. — Die zionistischen Studenten werden, obgleich die Resultate bisher ihrer Erwartung nicht völlig entsprachen, ihre schwere Arbeit fortsetzen, im festen Vertrauen auf die sieghafte Kraft des zionistischen Gedankens. Die Broschürenhandlung, die bis jetzt ein mühseliges Leben fristete, ist reorganisiert worden, und es gibt gute Gründe für die Annahme, daß diese Reorganisation die gewünschten Erfolge erzielen wird. Zur Kräftigung der Organisation, deren Kosten aus den niedrig bemessenen jährlichen Beiträgen nur dürftig bestritten werden können, hat der Niederländische Zionisten-Bund einen Organisationsfonds gestiftet, zu welchem jeder Zionist nach seinem Vermögen sein Scherflein beitragen soll. Und endlich, es ist auch hier in Holland die Frage — die jetzt fast keine Frage mehr ist — der Gegenwartsarbeit ernsthaft diskutiert worden, in Versammlungen und in unserem Parteiorgan. Da die Stimmung sich noch nicht in einer Resolution hat kundgeben können — bei der letzten Jahresversammlung war die Sache noch nicht genügend diskutiert worden —, wird die Gelegenheit dazu geschaffen werden durch eine Generalversammlung, welche noch vor dem bevorstehenden Kongresse stattfinden wird. Protokoll des Nordwestdeutschen Zionistentags in Bremen am 10. März 1907 Anwesend waren 20 Vertreter der einzelnen Ortsgruppen, und zwar laut Präsenzliste Gesinnungsgenossen aus Varel i. Gr., Emden, Hamburg, Bremerhaven, Lübeck, Bremen und Hannover. Aus letzterer Stadt die Damen Frl. Neu mann und Frl. Anne Berliner. Nachmittags waren verschiedene Gesinnungsgenossen, auch Damen, als Zuhörer anwesend. Die Sitzung wurde 11 V* Öhr eröffnet. Nach Begrüßung durch Herrn J. Schnelling, als Gruppenführer des Gruppenverbandes