Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 11 (15.3.1907)
- Date
- 1907-03-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Amerika Sonntag, den 11. Februar, fand eine Sitzung des Exekutiv komitees der Federation of American Zionists in New York statt- Die Sitzung, der der Vorsitzende Herr Dr. Friedenwald präsidierte» nahm Kenntnis von einem an Herrn Dr. Schmarjahu Levin gerichteten Dankschreiben und seiner Antwort und beschloß, Herrn Dr. Lewin zu ersuchen, im Auftrage der Federation nach Palästina zu gehen und über seine Beobachtungen in Palästina der Federation regelmäßig zu berichten. Diese Berichte sollen allmonatlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im nächsten Winter soll dann Dr. Lewin nach Amerika zurückkehren und dort Propaganda-Vorträge über seine palästinensische Reise halten. Auf Vorschlag des Palästinakomitees soll eine bezahlte Kraft angestellt werden, um Agitationsvorträge in jüdischer Sprache zugunsten der Sammlungen für die Palästinaarbeit zu halten. Die American JWnucha W'Nachla hat schon 22 Subskribenten mit einer Einlage von 3000 Dollars gefunden. 16 davon wohnen in New York und 6 in Chicago. Das Palästinakomitee wurde beauftragt, eine illustrierte Broschüre in englicher Sprache über den Bezalel herauszugeben. Außerdem soll eine ganze Anzahl weiterer Propagandaschriften in englischer und jüdischer Sprache nunmehr in rascher Folge erscheinen. Das Jevvish Colonial Trust Komitee teilte mit, daß die Summe, die zur Etablierung einer New Yorker Filiale des Trust erforderlich ist, gezeichnet sei und daß zurzeit Unterhandlungen juristischer Natur schweben, um diese Gründung allerschnellstens -erfolgen lassen zu können. Der Berichterstatter für die Poale ' Zion berichtete.,;daß die Jahreskonferenz der Poale Zion im Dezember in Boston stattgefunden habe und daß seit dieser Zeit zwei neue Vereine in Milwaukee und Detroit sich gegründet hätten. Die Poale Zion seien nunmehr beschäftigt, den Schekel von ihren Mitgliedern einzuziehen, sie betrachteten es als die erste Pflicht jedes Poale-Zionisten, den Scheke! zu entrichten. Marburg. Endlich ist es den Marburger Zionisten gelungen, auch hier eine Organisation ins Leben zu rufen. Am 16. Februar hielt Herr Dr. Friedernann, Wiesbaden, vor einem zahlreich erschienenen Publikum ein glänzendes Referat, dessen Diskussion zeigte, wie reges Interesse die hiesige jüdische Bürgerschaft dem Zionismus entgegenbringt. . Im Anschluß an den Vortrag wurde die Ortsgruppe gegründet, der am selben Abend noch ca. 30 Mitglieder beitraten. Es sind bisher 3 Diskussionsabende veranstaltet worden, weicht eine rege Beteiligung auch von Nichtmitgliedern der Ortsgruppe gefunden haben. Es ist uns bereits gelungen, weitere Kreise der Bewegung zugänglich zu machen, und wir hoffen durch eifrige Arbeit noch recht gute Erfolge zu erzielen. Adresse: Marburger Zionistische Vereinigung, Hotel Isenberg. C ooooooooooooooo ooo oo c NOTIZEN o o ooo ooooooooooooooo G . 1) Von der hebräischen Journalistik Der „Verein zur Förderung der jüdischen Literatur in Amerika" gibt eine neue literarisch-wissenschaftliche Monatsschrift in hebräischer Sprache heraus, die den Namen „Espaklaria" (Der Spiegel) trägt und von Benzion Eisenstadt redigiert wird. Die uns vorliegende Januarnummer enthält einen publizistischen Aufsatz vom Redakteur, Gedichte von J. Levit, eine Novellette von J. Kaplan, eine in ihrem Realismus ergreifende Schilderung der Erlebnisse einer russischen Auswanderergruppe an der deutschen Grenze, in den Kontrollstationen und während der Fahrt durch Deutschland und Holland von M. M. Tumarow, einen interessanten geschichtlichen Rückblick auf die Entstehung der verschiedenen Rabbinerseminare in Europa und Amerika von Professor Q. Deutsch, ferner eine Monatschronik, Rezensionen, kleine Nachrichten etc. — „Olain Katan" (The Little World) ist der Name einer, neuen Monatsschrift für die hebräisch-sprechende Jugend, die von den Lehrern des Mustercheders in Clevelan d (Ohio) Gigler und PI och herausgegeben wird und von der uns die zwei ersten gut ausgestatteten und recht inhaltsvollen Nummern vorliegen. — In New-York hat sich eine Aktiengesellschaft gebildet, die sich die Herausgabe eines hebräischen Tagblattes unter dem Titel „Hajom" zur Aufgabe stellt. Die Redaktion soll M. Goldmann, der Herausgeber der Wochenschrift „Haleom" übernehmen. Neue Ausgrabungen in Palästina. Nach langen Bemühungen ist es Professor Dr. Ernst Sellin dank der Unterstützung des k. u. k. österr.-ung. Konsulates in Jerusalem und der Direktion des Ottomanischen Museums gelungen, ein Irade des Sultans zu erwirken, welches ihm Ausgrabungen auf dem Trümmerfelde des alten Jericho gestattet. Die Expedition verspricht bei der hervorragenden Bedeutung Jerichos, besonders für die vorisraelitische Geschichte, ein außerordentlich reiches und interessantes Ergebnis. Die Unternehmung wird vorläufig unterstützt vom österr. Ministerium für Kultus und Unterricht, den Herren Arthur Krupp in Berndorf, Anton Dreher, Philipp und Paul von Schoeller in Wien. Professor Sellin wird sich in der nächsten Woche zu einer ersten Probegrabung auf das Arbeitsfeld begeben. . Ein hebräisches Privatgymnasium in Charkow. Wie man dem „Hasman" berichtet, ist in Charkow vor kurzem ein jüdisches Privatgymnasium eröffnet worden, in dessen Unterrichtsplan die hebräische Sprache und Literatur eine bedeutende Stelle einnimmt. Die Aufsicht über die Anstalt ist dem Professor Ritschel und dem Kronrabbiner S. Epstein übertragen worden. Der Korrespondent des „Hasman" rügt es, da(3 dieses Institut sich genau an die Stundeneinteilung der öffentlichen Schulen hält und den Unterricht am Samstag nicht ausfallen läßt. Ha'olam Inhalt der Nr. 9 von „Haolam": Dante Lattes: Der freie Gedanke in Israel und seine Literatur. — Rubin Fahn: Die Niederlassung der Karäer in Galizien (Schluß). — B. Ratner: R. Jizchak. Verfasser des „Or-Zarua". -- M. Ben-Elieser: Der Ladeninhaber aus Kischinew. — A. M. G.: Zwischen Fremden. — S. L. Gordon: An die Propheten (Gedicht). — D. Frischmann: Briefe, die Literatur betreffend. — J. Lubezky: Literarische Plaudereien (Schluß). — A. N. Birnbaum: Gesang und Musik bei den „Zaddikim" in Polen (V.). — Dr. M. J. Berdyczewski: Kleine Bemerkungen zu gro!3en Dingen. — N. S.: Federstriche. Inhalt der Nr. 10 von „Haolam": N. S.: Die Sabbatnfrage. — Dante Lattes: Der freie Gedanke in Israel und seine Literatur (IL). — Na c hm an Zwi Gezow: Die Juden zur Zeit des Talmud. — J. Stein berg: Ein Nachruf für Haman. — Chemda Ben- Jehuda: Die Prinzessin. — Elijahu Lewin: Die Schöpfung. - Isak Katzenelson: Ein böser Tag. —. A. S. Herschberg: Von Jerusalem nach Sichern (I.). — Baruch ben Jakob: Die Judenverfolgung von Saloniki im Jahre 1617. — Dr. M. J. Berdyczewski: Aus der Bücherwelt (IL). — N. S.: Federstriche. ooooooooo s^sr NACHRICHTEN "S^Sgj ooooooooo Palästina=Nachrichten. Auf der letzten Sitzung des Odessaer Palästinakomitees wurde wieder die Frage der Gründung einer Mittelschule in Jaffa erörtert. Diese Frage ist jetzt besonders aktuell geworden, da Herr J. M. F e i n b e r g aus Irkutsk 10 000 Rubel für diesen Zweck gespendet hat. Infolgedessen ist es an der Zeit, an die Errichtung eines eigenen Gebäudes für die Schule zu denken. Das Komitee besitzt zwar ein entsprechendes Terrain, kann aber leider darüber