Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 10 (8.3.1907)
- Date
- 1907-03-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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„Verbandes für jüd. Geschichte und Literatur". Dieser hätte geeignete hebräische Werke aus allen Gebieten der Literatiir sowie auch anderssprachige jüdisch - wissenschaftliche Schriften herauszugeben, einen Stab tüchtiger Vortragender auszubilden und in den Dienst der Sache zu stellen, Volksbibliotheken und -Lesehallen einzurichten usw. 4. Einen jüdisch-nationalen politischen Verband nach dem Muster des „Verbandes der deutschen Juden". Dieser ist im vorhergehenden mehrfach als rr—-^ O O O O O O O | rr=z=— - oooooool o---■---■-<J Zweite allgemeine jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina Der Zionistische Zentralverein in Wien veranstaltet am 15. April ds. Js. die zweite allgemeine jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina, welche 32 Tage dauern wird, mit einem Aufenthalt von zwei Tagen in Konstantinopel, einem Tage in Smyrna, drei Tagen in Syrien (Beyrouth, Libanon, Damaskus), zwölf Tagen in Palästina und fünf Tagen in Ägypten, überdies ein Tag im Piräus (Athen). Teilnahmspreise 1200 K. und 1400 K. Nähere Auskünfte erteilt der Zionistische .Zentralverein Wien IX., Türkenstraße 9. Generalversammlung des Zionistischen Zentral« Vereins in Wien Dienstag den 26. Februar fand unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Margulies die erste Generalversammlung des Zionistischen Zentralvereins in Wien statt. Der vom Schriftführer A. Böhm verlesene Rechenschaftsbericht gab ein Bild der ausgedehnten und erfolgreichen Tätigkeit des Vereins. Mit seiner Gründung wurde beabsichtigt, der Stagnation im zionistischen Leben Wiens ein Ende zu bereiten, was auch in überraschender Weise gelungen ist. Dem Berichte entnehmen wir, dal.» der Verein sich zunächst das alte Kongreßlokal, IX. Türkenstraße 9, sicherte, dort eine Bibliothek und einen Lesesaal einrichtete, monatliche „Mitteilungen", verschiedene Aufrufe und die von Dr. Margulies verfaßte Broschüre: „Der politische Zi onismus" sowie die „KongreßbeSchlüsse" von Schachtel herausgab. Nicht weniger als 11 Versammlungen in Wien und 4 in der Provinz wurden veranstaltet. Aus der sonstigen Tätigkeit wollen wir nur die erste zionistische Palästina-Reise hervorheben, eine Aktion, deren Umfang und Bedeutung nicht genug gewürdigt werden kann und die auch ein gutes zionistisches Propagandarnittel war. Der Verein plant bekanntlich eine zweite größere Reise für April-Mai dieses Jahres. Der Verein, der heute 3 Stifter, 11 Gründer, 351 Mitglieder und 15 Förderer zählt, hat — abgesehen von den Sammlungen für andere Zwecke. — für seine Zwecke ca. K. 3300.— aufgebracht, wie aus dem von Heinrich Lederer verlesenen Kassabericht hervorging. Die Debatte brachte mannigfaltige Anregungen, namentlich betreffs der hebräischen Sektion. Der Vorstand wurde in einer Resolution beauftragt, das A.-C. zu ersuchen, den Beschluß der Jahreskonferenz wegen Verlegung des National-Fondsbureaus nach Köln ehestens zur. Ausführung zu bringen. Bei der Vorstandswahl wurden Dr. Margulies, Max Markus, Leo van Young, A. Böhm, Dr. Paul Weisengrün, Heinrich Lederer, Emil Stein wieder- und Dr. Berkowitz, J. Oschery, Dr. Kadrich, Ing. Stricker, Leop. Sitzmann, E. Torczyner neugewählt. Es erfolgten sodann die Wahlen zum Distriktstag. Der Vorstand richtete zum Schlüsse einen warmen Appell an die Mitglieder, in erhöhtem Maße mitzuarbeiten, um Wien, die Stadt Herzls, wieder zum Brennpunkt des zionistischen Lebens zu machen. Erklärung der Akademischen Verbindung „Libanonia" Wien In einigen jüdischen Blättern erschien eine „Erklärung der jüdischnationalen Verbindungen Wiens", welche sich mit den Demonstrationen beschäftigt, die neulich gegen eine deutsch-liberale Verbindung stattgefunden haben. Die Akademische Verbindung „Libanonia" legt Wert darauf, vor der jüdischen Öffentlichkeit auch ihren Standpunkt gegenüber derartigen Vorfällen ein für allemal klarzulegen: Die Akademische Verbindung „Libanonia" hat sich an diesen Demonstrationen nicht beteiligt; sie hält es weder mit der Würde von Akademikern für vereinbar, der Abneigung oder Verjüdischer Block" erwähnt. Er hätte für die politischen, bürgerlichen und nationalen Rechte der Juden einzutreten und wäre der wichtigste unter den vier Verbänden. Seine Exekutive würde der „Jüdisch-Politische Klub" sein, gebildet aus den speziell von Juden gewählten, jüdisch-nationalen Deputierten der Duma. (Natürlich meint der Verfasser, wenn er die deutschen Organisationen zu Vorbildern wählt, nur deren formelle Seite, nicht ihren leider nicht sehr reichen oder reifen Inhalt.) i| o o o o o o o^i II oooooool vS--— ———JJ achtung für irgendwelche politische Gegner durch Straßenkrawalle Ausdruck zu geben, noch für politisch klug, durch derartige Gewaltm aß regeln den angegriffenen Gegnern die Sympathie der Öffentlichkeit zuzuwenden. Die Akademische Verbindung „Libanonia" wird ihren Prinzipien treu nach wie vor den jüdisch-nationalen Standpunkt mit Entschiedenheit, aber immer mit Würde vertreten, zählt es aber nicht zu den Mitteln des politischen Kampfes, jubilierende Studiengenossen auf der Straße zu insultieren. Norddeutscher Gruppenverbandstag Der Norddeutsche Gruppenverbandstag findet in Bremen am 17. ds. Mts. statt. Referenten sind: Zu Punkt 1: Dr. Kalmus, Hamburg und Dr. Halpern, Berlin; 2: Ludwig Meyer, Hannover: 3: Gust. Schwabe, Varel; 4: J. Schnelling, Hannover. Verschiedenes Zürich. Ein Vortrag des Professor Furrer über die „Zukunft Palästinas", veranstaltet von der zionistischen O rtsgruppe, hatte ein zahlreiches Publikum angezogen. Ist doch Professor Furrer als Redner par excellence in der Stadt bekannt, und war jeder Besucher sich von vornherein klar, daß der Vortrag nur Gediegenes und Wissenschaftliches bringen werde. Der Redner begann sein Thema mit dem geschichtlichen -Nachweis, daß kein Volk sein Heimatland je mehr geliebt habe als das Volk Israel, das frühzeitig schon den Wechselfällen des Geschickes unterworfen war und oft in die Fremde wandern mußte. Doch trotz seiner Zerstreuung hat Israel sein Heimatland nicht vergessen. Palästina war und ist heute noch ein herrliches Land. In einer Wanderung durch Palästina, in welche der ausgezeichnete Kenner des heiligen Landes seine aufmerksam lauschenden Zuhörer im Geiste führte, entwickelte Professor Furrer die Fruchtbarkeits- und klimatischen Verhältnisse in ausführlicher Weise, wovon wir nur einiges erwähnen können. Es ist ein Unterschied, ob man Palästina im Herbste oder im Frühling besucht. Im Herbste erlebt man Enttäuschungen, da alles kahl und öde ist, im Frühling dagegen ist es in voller Blüte. Nicht immer gedeihen die Früchte des Landes, gab es doch in biblischer Zeit auch manchmal Hungersnot, so unter Jakob und in Noemis Zeiten; besonders fruchtbar ist die philistäische Ebene im Südwesten des Landes. Hier sind auch die ertragreichsten jüdischen Kolonien angelegt worden. Es gedeiht der Wein, die Orange, die Melone, das Zuckerrohr. Der Sand der Küste bringt den Kulturen auch manchen Schaden, doch kann dieser Feind leicht bekämpft werden. Unter dem Sande ist ein reicher Humusboden. Weniger fruchtbar ist das Gebiet des Gebirges Juda und doch findet der Wanderer manches prächtige Seitental mit ausgezeichneten Weinpflanzungen in dieser Gegend. Auch der Ölbaum, der charakteristische Baum Palästinas, ist in großer Menge vorhanden. Nach Osten hin breitet sich die Wüste Juda aus. Sehr fruchtbar ist das Gebiet Ephraims. Reich an Quellen nnd Bächen, sieht auch alles grüner und blühender aus. Die Ebene Jesreel [9 Stunden lang, 6 Stunden breit) ist ein gesegnetes Stück Erde — mehr als 100 000 Menschen könnten sich hier ansiedeln - und wäre den Kolonisten sehr zu empfehlen, ebenso schön ist die Jordansaue. Früher gab es dort kaum ein Dorf, nur die Beduinen lassen hier ihre großen Herden weiden. Der See Genezareth ist sehr fischreich. In Galiläa ist Platz für viele neue Ansiedler, die in leichter Weise ihr Auskommen finden würden. Das Ostjordanland ist im nördlichen Teile vulkanisches Gebiet und mit zahlreichen Lavablöcken bestreut. Weiter nach Süden befinden sich die großen saftreichen Wiesen von Basan, aber auch jede andere Frucht würde hier gedeihen. Die Ebene Lukrah bringt AUS DER BEWEGUNG