Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 9 (1.3.1907)
- Date
- 1907-03-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3315709-3316240-3316253--49060-3343982- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
!3:-Cv 8 DI^^E witz behauptete vorher, daß das engere A.-C. den Wünschen <jei westlichen Zionisten eher Rechnung trage, als wenn dieselben vcjn Ost-Europa kommen. Redner glaubt nicht, daß dies zutrifft,..wein? aber ja, ist es um so mehr unsere Pflicht, in wichtigen Fragen njjir bei voller Sachkenntnis zu beschließen. ELT No. Nachdem sich noch andere Redner geäußert haben, zieht ttr Warschawitz seinen Antrag zurück. Von allen-Seiten wird Herrn Dr. Marcouse für die vorzüglic Leitung der beiden Abende warmer Dank ausgesprochen. Schluß der Sitzung 1214 Uhr. Die Jahresversammlung der Zionisten in Texas Die zweite Konvention der Texas Zionist Association fand am 30. und 31. Dezember v. J. in Fort Worth statt urid gestaltete sich zu einer imposanten Heerschau unserer Gesinnungsgenossen in Texas. Aber auch vom Gesichtspunkte der praktischen Arbeit war diese Jahresversammlung ein denkwürdiges Ereignis. An der Konvention nahmen Delegierte aus Austin, Beaumont, Dallas, Fort Worth, Galveston, Houston, San Antonio, Tyler, Terrel und Waco teil. Eröffnet wurden die Beratungen durch ein Gebet des Rabbi Nathan Lublin aus Austin. Sodann hieß der Rabbiner in Fort Worth, Rabbi Josef Jasin, die Versammelten willkommen und bekannte sich in begeisterten Worten als Anhänger des Zionismus, für dessen Ideale er nach Kräften zu wirken gelobte. Hierauf übernahm Präsident Josef Friedlander aus Waco den Vorsitz und erstattete seine „Jahresbotschaft", die nachfolgend in den Hauptzügen wiedergegeben sei. Bericht des Präsidenten Friedlander. Wir Zionisten in Texas befinden uns hinsichtlich unserer zionistischen Tätigkeit in einer etwas ungünstigen Lage. Wir leben in einem entlegenen Teile der Welt, abseits von den größeren jüdischen Mittelpunkten des Kontinents, und entbehren darum den Ansporn und die Anregung, welche anderwärts aus der Unterstützung enthusiastischer Massen und aus dem unmittelbaren Kontakt mit den Führern unserer Bewegung resultieren. Jedoch sind wir andererseits im Besitze gewisser Vorzüge, die ein Gegengewicht dieser ungünstigen Situation bilden. Ich kenne nirgends Zionisten, die unseren Idealen ausschließlicher ergeben wären, die der zionistischen Sache mehr Opfer an Zeit und Arbeit brächten oder eifriger und selbstloser ihre zionistischen Pflichten erfüllten als unsere Genossen in Texas. Und noch in anderer Beziehung sind . wir besser gestellt als die Zionisten sonstiger Länder: In einer reinen politischen Atmosphäre lebend, fern allem Hader der Parteien und allem Faktionen-Unwesen entrückt, sind wir vielleicht besser befähigt, unbefangenen Blicks den Lauf der Dinge zu beobachten und in allen Problemen, die da auftauchen, den Weg der richtigen Lösung zu erkennen. Daher glaube ich, daß wir berufen sind, im großen Rate des Zionismus noch manch gewichtiges Wort mitzusprechen und ein gut Teil beizutragen zur Entwicklung der großen Bewegung, deren Glieder wir sind. Redner geht nach dieser Einleitung zu den Einzelheiten der zionistischen Tätigkeit in Texas während des abgelaufenen Jahres über. Der Vorstand hat bald nach seiner Einsetzung durch die erste in Houston abgehaltene Konvention einen Aufruf an die Judenschaft von Texas erlassen, der in tausenden von Exemplaren versandt und außerdem in den bedeutendsten Tagesblättern des Landes in extenso veröffentlicht wurde. Sodann ging die zionistische Leitung an die Herausgabe eines Zeitungsorgans. Es war dies ein überaus schwieriges Unternehmen, mußte aber im Interesse unserer Sache, namentlich um den Einfluß der antizionistischen jüdischen Presse des Südens zu paralysieren, in erster Reihe durchgeführt werden. Nach vielen Beratungen einigten sich Mr. Freed, Dr. Burg und der Redner in einem Plan, auf Grund dessen „The Jewish Hope" ins Leben trat. Als Erscheinungsort wurde San Antonio festgesetzt und Redner mit der Redaktion betraut dem die beiden genannten Herren zur Seite standen. Die erste Nummer der „Jewish Hope" erschien im Mai vorigen Jahres und bedeutete, wrie die gesamte Presse einmütig zugestand, einen glänzenden Erfolg unserer Sache. Es wird zu den Aufgaben dieser Konvention gehören, den Fortbestand dieses unseres Organs, das sich eine achtunggebietende Stellung errungen hat und unserer Bewegung die besten Dienste leistet, durch entsprechende finanzielle Fundierung zu gewährleisten. Indem der Redner die ausgezeichneten organisatorischen Fähigkeiten von Mr. Louis A. Freed kannte, betraute er ihn mit der Leitung des Propagandawerks und glaubt, daß die Zionisten von Texas sich zu der Art, wie er sich seiner Aufgabe entledigt hat, beglückwünschen könnten. Mr. Freed wird der Konvention die Details seiner Tätigkeit selbst unterbreiten. Redner will nur kurz darauf hinweisen, daß es dem Wirken Mr. Freeds zuzuschreiben sei, daß die Zahl der organisierten Zionisten des Landes sich verdoppelt hat und sieben neue Vereine entstanden sind, ungeachtet des viel beklagten Indifferentismus der Juden des Südens und der vielen Mi i Verständnisse, mit denen wir hier — nicht zuletzt infolge der V; r drehungen einer antizionistischen Presse — auf Schritt und Tritt i kämpfen haben. Was mich selbst betrifft, — fährt Redner fort, -- so habe i! die Gründung eines zionistischen Vereins in Beaumont in n Wege geleitet, der gegenwärtig bereits über 70 Mitglieder zäh \ Ferner hielt ich Agitationsvorträge in Dallas und Fort Worth. / i einer ausgedehnteren agitatorischen Tätigkeit, — abgesehen v; : der Redaktion unseres Parteiorgans, — hinderte mich leider ei;. längere Krankheit. Dr. Burg, unser verdienstvoller Sekretär, vr anstaltete Versammlungen und Vorträge in Beaumont, HousL und Austin, namentlich aber in San Antonio, wo unsere B wegung hierzulande am stärksten ist. Redner verbreitet sich sodann über die Eigenheiten der ame kanischen Juden und ihr Verhältnis zur zionistischen und national Bewegung. Er kommt zum Schlüsse, daß das Verständnis für unse , Bestrebungen auch im materialistisch gerichteten Amerika in Z nähme begriffen sei, und selbst im Kreise der Reformjuden, die v( mals die hartnäckigsten Gegner unserer nationalen Sache wart eine erfreuliche Sinnesänderung wahrgenommen werden körn Dieser Umstand berechtigt uns zu den schönsten Hoffnungen ir. . legt uns die Pflicht auf, in unseren Bemühungen zur Gewinne der amerikanischen Judenheit nicht zu erlahmen und unsere Pro] ganda auf alle Bevölkerungsschichten auszudehnen. Im weiteren Verlauf seines Berichtes kommt der Referent c>; die allgemeine Lage und die gegenwärtigen Aussichten des Zion mus zu sprechen. Er erörtert die Vorgeschichte und die Bedeutir der vom zionistischen A.-C. einberufenen Brüsseler Konferenz m . fährt dann fort: Ein anderes Projekt, das durch die grauenhaft! Judenmetzeleien in Rußland hervorgerufen wurde, ist das territor; listische. Zwischen der Ito und der zionistischen Organisation h sich ein gewisser Antagonismus herausgebildet. . . Redner war imni der Ansicht, daß dieser Antagonismus ungerechtfertigt sei. D jüdische Problem sei so weitschichtig, daß es Raum biete für e . Tätigkeit beider Organisationen. Allerdings haben wir unsere Dire tiven vom jüngsten Baseier Kongreß empfangen und wollen nie um Haaresbreite von unserem Programm abweichen. Allein di schließt nicht aus, daß wir etwaigen praktischen Unternehmung der Ito den besten Erfolg wünschen. Redner würde es gerne seht wenn die Zionisten in Texas ihren Delegierten zum nächsten Kongr in diesem Sinne instruierten oder ihre Ansicht in der Form eir : Resolution der Federation of American Zionists übermittelten. — schwungvollen Worten feiert der Referent die durch die zionistisc . Bewegung bewirkte geistige Renaissance des Judentums und schlic mit einem begeisterten Ausblick auf die Segnungen, die der ganz Menschheit durch die Realisierung der zionistischen Hoffnungen < wachsen werden. Nach der Rede des Präsidenten erstattete der Sekretär Dr. Burg seinen Jahresbericht, dem wir die folgenden Daten entnehme Die Zahl der organisierten Zionisten in Texas ist im abgelaufen Jahre von 410 auf 766 gestiegen. Es bestehen jetzt mehr als dopp so viel Vereine, wie vor einem Jahre. Die Einkünfte der Vereinige waren verhältnismäßig gering; doch werden die Ausgaben, we erst alle Pflichtbeiträge eingelaufen sind, ihre Deckung finden. Auf der vorigen Konvention wurde die unerläßliche Notwendi keit eines eigenen Organs als des wirksamsten PropagandamitL konstatiert und dem Vorstände die Gründung eines solchen i\ gelegentlich empfohlen. Die Zionisten in San Antonio haben unser Präsidenten, der sich der Aufgabe unterzog, „The Jewish Hop ins Leben zu rufen, kräftig unterstützt und das regelmäßige I scheinen dieser Zeitschrift ermöglicht. Es wäre wünschenswe daß die Einzelvereine der Zeitschrift eine ausgiebigere finanzie > Förderung angedeihen ließen, als dies bisher der Fall war. — V ' hegen die zuversichtliche Hoffnung, daß der Zionismus in unsere; Staate trotz der noch bescheidenen Anfänge einen großen Ar schwung nehmen und binnen kurzem den größten Teil unser Judenschaft zu seinen aktiven Anhängern zählen wird. Nunmehr verkündete der Präsident das Resultat der Wahh in die verschiedenen Kommissionen, worauf Mr. L. A. Freed üb- -Li