Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 5 (1.2.1907)
- Date
- 1907-02-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Tage in Syrien (Beyrouth, Libanon, Damaskus), 12 Tage in Palästina und 5 Tage in Ägypten (Port Said, Kairo, Heluan, Alexandrien) zugebracht werden. Di e Rei seroute ist: Wien—Budapest Belgrad —Sofia—Adrianop el Konstantinopel—Smyrna—Beyrouth—Libanon—Genezareth-See— Tiberias—Berg Tabor und Karmel—Haiffa—Jüdische Kolonien in Galiläa—Kasaräa—Jaffa—Jerusalem — Bethlehem — Jericho—Jordan Totes Meer—Gilgal—Jerusalem—Moza—Ramleh—Rischon Le Zion, Petach Tikwah— Jaffa—Port Said—Kairo -Heluan—Kairo—Alexandrien—Brindisi (Venedig)—Triest—Wien oder Piräus (Athen)—Konstantinopel—Budapest—Wien. In Konstantinopel, Syrien und Palästina werden die interessantesten Sehenswürdigkeiten besichtigt. Die Teilnahmspreise sind 1200 und 1400 Kronen. In diesen Preisen sind enthalten: die Reise tour und retour, Logis und erstklassige Hotels, eingeschlossen Beköstigung, Bedienung und Beleuchtung, Aus- und Einschiffungen, Entrees, Wagen-'oder Maultierfahrt und Führer für die Ausflüge sowie alle anderen prqprammmäßigen Spesen. Prospekte sind zu verlangen vom Zionistischen Zentralverein, Wien IX, Türkenstraße Q. Steinhauer« und Lithographenarbeit im „Bezalel" Am 17. Januar fand unter dem Vorsitz von Prof. Warburg eine Ausschußsitzung des Vereins „Bezalel" statt, auf der der Maler Gottlieb, der bereits einige Monate in der „Bezalel"-Schule in Jerusalem tätig war, über die Fortschritte der Schüler Bericht erstattete. Die Ausschußmitglieder nahmen mit großem Interesse und mit Genugtuung die Mitteilungen vom außerordentlich erfreulichen Eifer, Fleiß und Ernst der Schüler zur Kenntnis, die auch die arbeitsfreie Zeit einer belehrenden gemeinschaftlichen Lektüre widmen und von ihrer Aufgabe, die palästinensische Judenheit ökonomisch und moralisch zu rieben, ganz erfüllt sind. Fünf junge Leute, die in den letzten Monaten aus Rußland nach Jerusalem ausgewandert sind, haben in sehr kurzer Zeit in der Bezalel-Schule die Steinhauerei erlernt, so daß sie jetzt einen auskömmlichen Erwerb haben. Da unter den Jerusalemer Juden gar keine Steinhauer bis jetzt vorhanden sind, trotzdem sie viel Beschäftigung finden könnten, wurde der Vorschlag von Prof. Schatz, in der Bezalel-Schule eine Abteilung für Steinhauerarbeiten einzurichten, wofür besonders Prof. Philippson warm eintrat, einstimmig angenommen. Den Plan des Herrn Gottlieb, das lithographische Gewerbe in Jerusalem einzuführen, beschloß man noch einer eingehenden Prüfung zu unterwerfen. Herr Gottlieb, der in diesem Gewerbe viel Erfahrung hat und es für sehr empfehlenswert für den Bezalel hält, erklärte sich bereit, event. auch einen Teil der Kosten (für die Anschaffung der Maschinen, Steine und dergl. zusammen ca. IOO00 M.) beizusteuern, und bestimmte hierfür zunächst die Einnahmen aus dem Verkauf seiner gegenwärtig in Berlin bei Schulte (Unter den Linden) ausgestellten Bilder. Zugleich wurde die Einleitung einer Propaganda zur Gewinnung von Mitgliedern für den Bezalel (Jahresbeitrag von 5 M. an) beschlossen. Zahlungen nimmt das Bankhaus Meyer Cohn, Unter den Linden 11, entgegen. Nähere Auskünfte erteilt der Vorstand des „Bezalel", Berlin W. 15, Uhlandstraße 175, der auf Wunsch auch den Bericht des Komitees kostenlos zukommen läßt. Rheinisch-VV estfälischer Zionistentag Der Rheinisch-Westfälische Zionistentag am Sonntag, den 29. ds. Mts. in Köln war von 25 Gesinnungsgenossen besucht. Fast alle Orte der Rheinprovinz, in denen Zionisten wohnen, hatten Vertreter entsandt. Herr Goldreich eröffnete die Versammlung und verlas das Referat des Herrn Berger über die Agitation und Organisation in Rheinland und Westfalen. Das eingehende Referat suchte vor allem der Meinung entgegenzutreten, daß die zionistische Agitation in Westdeutschland schwerer sei als anderswo und schrieb die Schuld an dein bisherigen geringen Erfolge lediglich dem Mangel an System zu, mit dem gearbeitet worden sei. Das Referat enthielt eingehende Vorschläge über die künftige Agitation und die Organisation der Verein3 und wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der anschließenden Diskussion, in die insbesondere Herr Rechtsanwalt Bodenheimer mit einer längeren Rede eingriff, wurde von mehreren Seiten darauf hingewiesen, daß die Arbeit in der Rheinprovinz tatsächlich unter besonders schwierigen Umständen stattfinde. Immerhin wurde der Meinung des Referenten zugestimmt, daß alles geschehen müsse, um auch hier ein neues Leben in die zionistische Bewegung zu bringen. Es wurde aber betont, daß es erforderlich sei, daß die Gesinnungsgenossen viel mehr als bisher, sich der zionistischen Tätigkeit widmeten. Insbesondere wurde geklagt, daß die Akademiker sich sehr wenig um die Kleinarbeit kümmerten. Nach eingehender Aussprache wurde im Anschlüsse an die im Referat enthaltenen Vorschläge beschlossen, einen Fonds Tür die Agitation im Bezirk zu' sammeln (auf der Versammlung arden Mark 100 gezeichnet) und die Vereine und Vertrauensänuer schriftlich aufzufordern, sich daran zu beteiligen. Desgleichen soll sämtlichen Vertrauensmännern, die an der Sitzung nicht teilgenommen haben, das Referat Berger zugesandt werden. Alle Vereine und Vertrauensmänner sollen aufgefordert werden, eine Abschrift der Gemeindelisten der jüdischen Gemeinde ihres Platzes schnellstens einzureichen. Auf Grund dieser Listen sollen Einladungen zu Versammlungen ergehen. Die Versammlungen sollen in schneller Reihenfolge von Köln aus arrangiert werden, die lokalen Vorbereitungen liegen den betr. Vereinen resp. Vertrauensmännern ob. Nebenher soll eine eingehende Flugblatt- und Broschüren-Agitation getrieben werden. Die Vereine sollen gehalten sein, wenigstens zweimal monatlich zusammenzukommen. Es wurde betont, daß es durchaus nicht notwendig sei, den Mitgliedern immer großartige Vorträge zu bieten. Diskussionsabende und einfache Unterhaltungsabende, an denen man sich über die jüdischen und zionistischen Fragen des Alltags unterhalten und aussprechen könne, seien ein gutes Mittel, das Interesse der Mitglieder an den Vereinen zu beleben und zu erhalten. Auch wurde die Wichtigkeit der Errichtung von Frauen- und MädchefrVereinen betont, die sich insbesondere der Sammlung für den N.-F. widmen sollten. Die ganze Debatte aftnete einen hoffnungsfrohen Zug und es ist zu erwarten, daß nunmehr unter der Leitung des Kölner Vereins, dem die Besorgung der Geschäfte des Distriktes übertragen wurde, bald auch hier von zionistischen Erfolgen zu berichten sein wird. Vor Schluß der Tagung gab auf allgemeinen Wunsch Herr Feiwel noch ein gehaltvolles Referat über die gegenwärtige Lage des Zionismus. Die Teilnehmer dankten mit lebhaftem Beifall für die überaus anregenden Darlegungen, die geeignet waren, alle Teilnehmer an der Konferenz mit neuem Mute zu erfüllen. Alles in allem: es war keine große Versammlung, die hatten wir auch nicht erwartet aber es war der Anfang künftiger Erfolge. Wir haben gesehen, daß wir eine ganze Zahl guter Freunde haben, die bereit sind, mit frischer Tatkraft in die Arbeit einzutreten und wir haben uns eingehend darüber ausgesprochen, wie die Arbeit zu erfolgen habe. Wir hoffen?bestimmt, daß der Ertrag nicht ausbleiben wird. England London. DerneugegründetePalestinianklub, der zu den wichtigsten Vereinen in England zählt, veranstaltete zwei große Versammlungen, auf denen die Art und Weise seiner zukünftigen Tätigkeit behandelt wurde. Zugleich wurde die Herausgabe einer englischen Monatsschrift „Palestinian Observer" beschlossen, die den Fragen der praktischen Arbeit in Palästina dienen soll, sowie die einer hebräischen Monatsschrift, die das Organ der hebräischen Lehrer aller Länder werden soll. Der Verein veröffentlichte vor kurzem das Hannoversche Referat Prof. Warburgs, welches sehr gute Dienste* für die Propagierung der praktischen Arbeit in Palästina leistet. Der Verein besteht nur aus aktiven Zionisten nnd befaßt sich theoretisch und praktisch mit allen Fragen des Zionismus überhaupt und der praktischen Arbeit in Palästina insbesondere. In Liverpool wurde ein Verein mit ähnlichen Tendenzen ins Leben gerufen, und in Manchester soll ein Palestinianklub nächstens gegründet werden. Sobald diese Klubs definitiv gegründet sein werden, werden sie sich zu einer Körperschaft zusammen tun, die hoffentlich der Sache des Zionismus und der Regeneration Palästinas von sehr großem Nutzen sein werden. Herr Dr. M. Gast er wurde zum Vorsitzenden des Londoner Vereins gewählt. Folgende Herren wurden in das Exekutivkomitee gewählt: F. Horn, Vizepräsident, B. Skelevitzky, Schatzmeister, Dr. J. M. Salkind, Schriftführer, und Bogdan, 2. Schriftführer. Australien Die Victoria Zionist League hielt am 2. Dezember eine sehr gut besuchte Versammlung im Schulraum der Hebrew Congregation in Melbourne ab. Der Präsident Hon. N. Levi, J. P. erstattete zunächst Bericht über die Tätigkeit des Vereins und befürwortete sodann eine Resolution, die dahin ging, .den Präsidenten der zionistischen Bewegung einzuladen, von Südafrika nach Australien zu kommen und die jüdischen Gemeinden und zionistischen Vereine dieses Landes mit seinem Besuche zu beehren. Nach eingehender Aussprache wurde diese Resolution einstimmig angenommen. Hierauf verlas Herr Slutzkin einen Bericht über seine Reise nach Palästina. Herr Slutzkin kam in seinem Referate zu dem Schlüsse, daß Palästina das einzige Land sei, das geeignet sei, jüdische Immigration auf nationaler Grundlage aufzunehmen. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen und soll der Öffentlichkeit durch den Druck zugänglich gemacht werden. c