Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 4 (25.1.1907)
- Date
- 1907-01-25
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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des äußerst zahlreich erschienenen Publikums. Nach einigen sehr beifällig aufgenommenen Musik- und Deklamationsvorträgen schilderte der hiesige Vertrauensmann, Herr Dr. Max Kleinberg in beredte^ Worten die Ziele und bereits erreichten Erfolge unserer Bewegung. Den Schluß bildeten zwei Einakter und ein lebendes Bild „Ruth*. Das Reinerträgnis von K. 100 wurde dein Fonds für die russischen Juden zugeführt; für den Nationalfonds wurde reichlich gesammelt. Dorf Luzan, Bukowina. Am 5. Januar fand hier eine zionistische Versammlung statt. Thema: Zionismus und zionistische Institutionen, speziell N. F. Das Bukowiner Distriktskomitee entsandte uns das Mitglied der Akademischen Verbindung „Emunah", Herrn stud. phil. Chaim Rim, der sich in vorzüglicher Weise seiner Aufgabe erledigte. Es sprachen noch Herr Dr. Hutschneker als Vorsitzender der Versammlung, Herr J. Feldmann in Jargon über „Seltsame Gegner des Zionismus", zum Schluß Herr Josef Rubinger über Oiganisationsfragen und „Selbstb esteu erung" überhaupt. Berlin, 20. Januar. Gestern abend fand in der erst kürzlich gegründeten hiesigen Misrachi- Gruppe, die bereits über 40 Mitglieder zählt, eine Mitgliederversammlung statt. Der Vorsitzende, Herr Hermann Struck, begrüßte die Versammlung und in ihrer Mitte Herrn Rabbiner Reines, Sohn des Führers der Misrachi- Bewegung, und erstattete dann Bericht über die bisherige Tätigkeit des Vereins. Hierauf referierte Herr stud. jur. Möller über die Ziele des Misrachi und betonte die Notwendigkeit einer intensiveren Arbeit und Vertiefung der Misrachi-Idee vor allem in gesetzestreuen, nichtzionistischen Kreisen, dann aber auch bei den nichtgesetzestreuen Zionisten. Eine lebhafte und anregende Aussprache, die sich hieran anschloß, führte zur Einsetzung einer Propagandakonimission, deren Aufgabe besonders in der Ausarbeitung praktischer Vorschläge zur Verbreitung des Misrachi bestehen sollte. Der Vorstand, der dann neu gewählt wurde, setzt sich nunmehr ausfolgenden Herren zusammen: Hermann Struck, Dr. Erlanger, stud. jur. Möller, Edmund Lewy, Harry Geis, cand. phil. Lescynsky und Arthur Markus. Der Vorsitzende teilte noch mit, daß fortan regelmäßige Mitgliederversammlungen stattfinden werden und eine zweite öffentliche Werbeversammlung in Aussicht genommen sei. Beitrittserklärungen, auch aus der Provinz, nimmt Herr stud. jur. Möller, Berlin C., Gr. Hamburger-Str. 40, entgegen. Hamburg. Treffpunkt der Zionisten in Hamburg: jeden Sonnabend abends im Alsterpavillon. Die Ortsgruppe hat Herrn Rabb. Dr. Löwenthal für einen historischen Vortragszyklus über „Die Zeit der Hasmonäer und Herodianer" gewonnen. Die Vorlesungen finden statt: Donnerstag den 31. Januar, 7. Februar und 14. Februar, 8 Uhr abends, im Logenheim, Hartungstr. — Am 10. März veranstaltet die zion. Frauengruppe ein nationales Purimfest für Kinder. Hamburg. Am 14. Januar 1907 veranstaltete unsere Ortsgruppe eine außerordentliche Versammlung, die dem Andenken unseres verstorbenen Ehrenpräsidenten Gustav G. Cohen gewidmet war. Die Familie des Entschlafenen und eine stattliche Anzahl von Mitgliedern der Ortsgruppe war erschienen. Im Saal war das Bild Cohens aufgestellt, umgeben von Pflanzenschmuck. In meisterhafter Sprache und mit feinem psychologischem Verständnis zeichnete Dr. Franck das Lebensbild Cohens. Was der Tote an großen menschlichen und jüdischen Eigenschaften besessen, das wußte der langjährige Freund und Mitkämpfer aus eigener Erfahrung zu schildern. Und wenn der zweite Redner des Abends, Dr. Kalmus, es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Persönlichkeit und das Wirken des Verstorbenen aus seinen literarischen Produkten zu rekonstruieren, so ist ihm das gleichfalls vollständig gelungen. Seine erste Schrift über „die Judenfrage" zeigt Cohen als einsamen Vorläufer des Zionismus; in seiner Abhandlung über Carlyle, den er verehrte, lernen wir sein großes Wissen auf einem allgemeinen Gebiet kennen, und in seiner letzten Schrift „Drei Stadien" können wir in ihm den feinen Beobachter der kulturellen Entwicklung jüdisch-westeuropäischen Lebens bewundern. Die Ortsgruppe wird das Andenken ihres Ehrenpräsidenten in Treue bewahren. Die eingeleitete Sammlung für den Gustav Cohen-Garten im Herlwalde hat bereits eine Summe von über 600 Mk. ergeben. B. Zur Affaire „Studienkomitee für jüdische Ansiedelungen" Zu den in der vorigen Nummer unter der Aufschrift: „Auch ein Studienkomitee" enthaltenen Ausführungen sendet uns der Herausgeber der „Korrespondenz des Studienkomitees für jüdische Ansiedelungen", Herr Meyerowitz in Berlin, folgende Zuschrift: Berichtigung des Herrn Arthur Meyerowitz: . An die Redaktion „DIE WELT", Köln a. Rh., Ubierring 23. Sehr geehrte Redaktion! „In Nr. 3 Ihres geschätzten Blattes bringen Sie eine Zuschrift des Herrn Professor O. Warburg, die das „Studienkomitee für jüdische Kolonisation", (Ansiedelungen), und die von mir herausgegebene Korrespondenz dieses Studienkomitees betrifft. Ich bitte Sie ganz ergebenst, an derselben Stelle der Erwiderung Raum zu geben, die ich heute an Herrn Professor Warburg zur Richtigstellung seiner irrigen Angaben gerichtet habe. Sie hatten ferner die Freundlichkeit, im Anschluß an die Zuschrift des Herrn Professor Warburg eine Reihe von redaktionellen Bemerkungen zu machen, die eben das genannte „Studienkomitee für jüdische Kolonisation", (Ansiedlungen), sowie meine Person betreffen. Die leitenden Männer des „Studienkomitees für jüdische Kolonisation", (Ansiedlungen), Direktor 0. Oliven, Charles L. Hallgarten, öeheimrat Goldberger, sind durch ihr vielseitiges humanitäres Wirken im Interesse des Judentums in. den weitesten Kreisen zu sehr bekannt, als daß es notwendig wäre, sie gegen die von Ihnen erhobenen Anschuldigungen in Schutz zu nehmen. Die Verantwortung für die ungeheuerlichen Angriffe, die Sie in Ihrem werten Blatte gegen das „Studienkonritee" erheben, muß ausschließlich Ihnen überlassen werden. Ich darf es mir auch versagen, die ebenso ungeheuerlichen Angriffe gegen meine Person zurückzuweisen, um so mehr als ich mich mit den oben genannten Herren solidarisch weiß. — Ich bitte Sie um vollinhaltlichen Abdruck dieser Zeilen." Mit größter Hochachtung Arthur Meyerowitz. Abschrift. Direktion des Norddeutschen Lloyd, Bremen. Bremen, 19. Januar 1907. Herrn Arthur Meyerowitz, Herausgeber der „Korrespondenz des Studienkomitees für jüdische Ansiedelungen". Berlin, N. W. 7. U. d. Linden 53. Auf Ihre Anfrage teilen wir Ihnen hierdurch mit, daß wir eine regelmäßige Verbindung nach Galveston unterhalten. Diese Verbindung ist auch eine direkte, und bleiben auch die Passagiere bei einem eventuellen Anlaufen von Baltimore vom Einschiffungs- bis zum Ausschiffungshafen ständig an Bord. Diese Verbindung ist zurzeit eine 14tägige, Durch die Zunahme des Verkehrs nach Galveston besteht bei uns tatsächlich die Absicht, dieselbe in kürzester Zeit in eine wöchentliche umzuwandeln. Hochachtungsvoll Direktion des Norddeutschen Lloyd, Abtlg. Zwischendeckpassage, gez. Pilis. Berlin, 21. Januar 1()07. Herrn Professor O. Warburg Hier, W., Uhlandstr. 175. Sehr geehrter Herr Professor! In Nr. 3 der Jüdischen Rundschau vom 18. Januar 1907, sowie in Nr. 3 der in Köln erscheinenden Wochenschrift „Die Welt" ist ein von Ihnen herrührender Brief veröffentlicht, in dem Sie sagen, daß Nr. V. der von mir herausgegebenen „Korrespondenz des Studienkomitees für jüdische Ansiedelungen" insofern faktische Unrichtigkeiten enthalten hat, als sie gemeldet hatte, daß der Norddeutsche Lloyd eine „regelmäßige wöchentliche Verbindung mit Galveston unterhalte". Der Norddeutsche Lloyd habe auf eine Anfrage des Hilfsvereins der deutschen Juden die Auskunft erteilt, daß er, der Norddeutsche Lloyd, weder eine direkte, noch eine wöchentliche Verbindung mit Galveston unterhalte. Wer immer Ihnen die Unterlagen für Ihre Mitteilungen an die Jüdische Rundschau gegeben hat, er hat Sie falsch berichtet. Aus anliegendem Schreiben der Direktion des Norddeutschen Lloyd wollen Sie ersehen, daß der Norddeutsche Lloyd zurzeit eine regelmäßige 14 tägige direkte Verbindung mit Galveston unterhält. Manchmal laufen die Schiffe Baltimore an; die für Galveston bestimmten Passagiere bleiben jedoch vom Einschiffungshafen bis zum Ausschiffungshafen ständig an Bord. Es besteht beim Norddeutschen Lloyd die Absicht, diese 14 tägige Verbindung in kürzester Zeit durch eine achttägige zu ersetzen. In Ihrer gleichlautenden Zuschrift an die Jüdische Rundschau und an die Welt in Köln sagen Sie ferner, daß die von mir herausgegebene Korrespondenz dem „Studienkomitee für jüdische Kolonisation", dem Sie mit den Herren Direktor 0. Oliven, Geheimrat Goldberger, Charles L. Hallgarten usw. angehören, völlig fernstehe, schon weil dieses Komitee, dessen Vorsitzender Herr Direktor