Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 51 (21.12.1906)
- Date
- 1906-12-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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No. 51 DIEEaEELT dies ist nicht bloß damit getan, wie Goldberg meint, daß wir für die Gelder des Nationaifonds nur Boden in Palästina kaufen, sondern wir müssen auch aus diesen Mitteln Institutionen ins Leben rufen, die zur Entwicklung des Landes beitragen. Ich erinnere nur an die Baumwollpflanzungen, an den Bezalel, der eine neue und zukunftreiche Industrie in Palästina einführen wird, an die Genossenschaftssiedlungen nach dem Oppenheimerschen Plane usw. Ich teile nicht die Befürchtungen Kremenetzkys. Der Nationalfonds ist kein Fetisch, den man nicht berühren darf. Er ist angesammelte Energie; wir müssen diese Energie flüssig machen. Aber die Arbeit in Palästina erfordert Geld, — und die Mittel fehlen. Die Palästinakomrnission ist mittellos. So kann es weiter nicht gehen. Wir müssen an die Einrichtung des speziellen Palästinaschekels denken, der die Mittel zur Arbeit verschaffen würde. Auch für die politische Arbeit in Palästina ist ein Fonds — ein politischer Fonds — nötig. Man klagt oft, daß die Palästinaarbeit kein Entgegenkommen seitens des Engeren A.C. findet. Es ist auch begreiflich, da das E. A.C. aus ganz heterogenen Elementen zusammengesetzt ist. Das A.C. muß einheitlich sein und vom Kongreß Direktiven bekommen. Diese Direktiven aber können von unserer Konferenz bereits vorberaten ist, vorzunehmen. Das Baseler Programm muß unberührt und unverändert, ein ruhender Pol in der Erscheinungen Flucht, bleiben. Wir haben es nicht nötig, da bei uns hinsichtlich der Palästinaarbeit beinahe keine Meinungsverschiedenheiten, wie im Westen, bestehen. Wir müssen nur unser Programm präzisieren und dafür agitieren. Er erinnert ferner an die Neu-Biluj, — die sogen. Palästinapioniere und begrüßt ihre hingebungsvolle Tätigkeit. Kaharlitzky wendet sich gegen die Ansicht Goldbergs und Pasmaniks, daß man den Nationalfonds gleich benutzen könne. Der Nationalfonds dürfe vor der Legalisierung nicht verwendet werden. Tschlenow gibt Aufklärungen über den gegenwärtigen Stand der Legalisierung des Nationalfonds. Die Landkäufe des Nationalfonds seien gewissermaßen gesichert, wenn der Nationalfonds auch keine juridische Person in der Türkei sei. Rubinow spricht sein Bedauern aus, daß man die Arbeiterfrage in Palästina gänzlich ignoriere. Wir müssen das bereits in Palästina vorhandene Menschenmaterial organisieren. Die Arbeiter, die nach Palästina kommen, leben in großer Not. Sie müssen oft das Land verlassen, und die es verlassen, werden mißmutig gestimmt gegen das Land. Das muß nun anders werden. Wir müssen den Hebräischer Unterricht im Bezalel werden. Und darum müssen wir ein einheitliches Programm akzeptieren. Wir könnten die praktische Arbeit in Palästina aus dem Baseler Programm deduzieren, aber es ist nicht nötig. Der Zionismus ist eine objektive Notwendigkeit, ein System, das eine immanente Entwicklung durchmachen muß. Und auf diese Entwicklung kommt es nun an. Ich möchte auch auf unsere Bewegung das Wort anwenden: „Das Ziel ist nichts, die Bewegung ist alles!" (Lebh. Beifall.) Bregman schlägt vor, das Referat Goldbergs in hebräischer, russischer und deutscher Sprache zu veröffentlichen. Er wendet sich gegen die vom Vorredner befürwortete Einführung des Palästinaschekels. Es wäre zweckmäßiger, den Betrag des gewöhnlichen Schekels zu erhöhen. Was die politische Arbeit betrifft, so geschieht seitens des Engeren A. C. in dieser Hinsicht fast nichts. Wir müssen von ihm wenigstens verlangen, daß es nach Konstantinopel einen Vertreter schicke. Er tritt ferner für die intensivste Arbeit in Palästina ein und meint, man müsse den Vorschlag, eine Palästinakommission in Palästina selbst zu gründen, akzeptieren, da das von höchster Wichtigkeit sei. Tschlenow wendet sich dagegen, daß man durch die Konkretisierung mancher Wünsche die leitenden Organe binden wolle. Die Konferenz dürfe das A.C. nicht zu dieser oder jener Aktion vor dem Kongreßbeschluß verpflichten wollen. Dreisenstock: Wir haben es gar nicht nötig, eine Ergänzung des Baseler Programms, wie sie etwa von Dr. Pasmanik gewünscht Arbeitern die Möglichkeit verschaffen, sich in Palästina niederzulassen und dort leben zu können. Goldenberg: Wir sind nicht kompetent, auf die speziellen Fragen, die im Referat Goldberg behandelt worden sind, einzugehen. Unsere Sache ist die Prüfung der Prinzipien, der Frage: Nun, was ist in den letzten vier Jahren für Palästina geschehen? Diese Frage müssen wir besprechen. Und wir werden zu einem traurigen Resultate gelangen. Weißenberg ist der Ansicht, daß die Frage der Vertretung in Konstantinopel nicht über die Köpfe der westlichen Gesinnungsgenossen entschieden werden könne. Was den Vorschlag bezüglich der Agrarbank in Palästina betrifft, so sei er verfrüht. Goldberg habe unrecht, wenn er die Meinung vertrete, daß wir nur die Agrikultur in Palästina fördern, die Entwicklung der Städte-Industrie außerhalb des Bereichs unserer Tätigkeit lassen sollen. Wer könnte denn den Weg voraussehen, den das Leben in Palästina einschlagen wird? Palästina könne ebensogut ein Ackerbauwie ein Industrie- und Handelsstaat werden. Unsere Sache ist es nur, eine öffentlich-rechtlich gesicherte Stätte zu schaffen, — das übrige aber müssen wir der Zukunft überlassen. Dr. Pasmanuk klagte über die Uneinigkeit im E. A. C. und verlangt ein einheitliches A. C. Aber wo in aller Welt gab es ein vollständig einheitliches K-ibinett? Nicht einmal in England, wo das Kabinett imjner das Ministerium der siegreichen Partei ist, ja nicht einmal in Rußland .. . Babkow: Man hat uns hier einen Gegensatz zwischen Kon- 2?