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Die Welt · 1906-12-07 · 49 (7.12.1906) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
49 (7.12.1906)
Date
1906-12-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 49 DIE^ELT 17 3. Die Organe der rationalen Selbstverwaltung, und unsere nationalen Forderungen. Referent: Dr. J. Luri. 4. Diskussion. 5. Die Organisation der Gemeinden und die nationale Versammlung. Referent: A. Seidemann. 6. Unsere Beziehungen zu den anderen Parteien, innerhalb und außerhalb des Judentums. Referent: W. Schabotinski. 7. Diskussion zu Punkt 5 und 6. Vierter Tag: 1. Die innere Organisation der Zionisfen Rußlands. Referent: M. Rabinowitsch. 2. Generaldebatten. 3. Wahl der Organisationskommission zur detaillierten Ausarbeitung eines Organisationsplanes. Fünfter Tag: 1. Abschließende Diskussion zur Organisationsfrage. 2. Resolutionen. 3. Wahl der Mitglieder des Zentralbureaus, bezw. des Zentralkomitees. 4. Bericht über systematische Propaganda. Referent: Dr. A. Idelson. 5. Diskussion und Beschlüsse zu Punkt 4. 6. Die Fragen der Bildung und der Kultur. Referent: Herr Fialkaw. 7. Diskussion und Resolutionen hierzu. Konferenz der Poalei Zion Amerikas Die „Poalei-Zion" von Amerika veranstalten am 15., 16. und 17. Dezember ihre zweite Jahreskonferenz, die in Boston stattfinden wird. Es werden ungefähr 50 Delegierte von den Vereinigten Staaten und Kanada erwartet. Die Organisation der amerikanischen Poalei-Zion ist erst vor einem Jahre zustande gekommen, und damals wurde auch ihre erste Konferenz abgehalten. Bei dieser Konferenz waren 22 Delegierte anwesend, die nur 8 Vereine vertraten. Jetzt sind es 36 Vereine mit 1800 Mitgliedern, die ein eigenes wöchentliches Organ, „Der jüdische Kämpfer", besitzen und vor kurzem einen eigenen Verlag unter demselben Namen gründeten. Die Tagesordnung der Konferenz ist folgende: 1. Eröffnungsrede. 2. Über Programm und Taktik. (Referent: L. Kapelowitz.) 3. Berichte: a) Zentralkomitee; b) „Der jüdische Kämpfer"; c) Verlag; d) Nationalfonds. 4. Unsere Beziehungen zu den sozialistischen Parteien. 5. Unsere Arbeit in Palästina: a) Die Organisation der Poalei-Zion in Palästina; b) eine Delegation nach Palästina; c) Institutionen (unsere Stellung); d) Pioniere für Erez-Israel. 6. Statuten der Bank (unsere Stellung). 7. Internationaler sozialistischer Kongreß. 8. Die Erforschung Palästinas. (Referent: Dr. Salatarew.) 9. Organisation: a) Ein Verband der Poalei-Zion der ganzen Welt; b) unsere Beziehungen zu den ausländischen Organisationen der Poalei-Zion (Rußland, Österreich etc.); 10. Unsere Stellung zum 8. Kongreß. 11. Unsere Beziehungen zur zionistischen Föderation. 12. Neue Organisationsstatuten. 13. Propaganda: a) schriftliche; b) mündliche; c) die Schaffung eines Propagandafonds; d) ein bezahlter Organisator. 14. Resolutionen. Die Adresse der Konferenz ist: Poalei-Zion Convention, 46 Stilman Hall, Boston, Mass., Amerika. Telegramm-Adresse: Poalei-Zion Convention. Zu den Wiener Kultuswahlen Niemals hat ein Vorgang im öffentlich-jüdischen Leben Wiens in so hohem Maße alle Gemüter in Bewegung gesetzt, wie die für uns so günstig verlaufenen diesmaligen Kultuswahlen. Nie zuvor merkte man selbst dem Straßenbilde in den jüdischen Stadtteilen 'm, daß hier ein heftiger Kampf vor sich gehe. Vor den Wahllokalen in der Leopoldstadt ging es wie in einem Kriegslager zu. ^in förmlicher Wagenpark staute sich in den# engen Gassen, Dutzende von Agitatoren eilten hin und her. Überall sah man Gruppen von Wählern in größter Erregung, und selbst an Automobilen und agitierenden Damen der höheren Kreise fehlte es nicht. Schon seit Wochen hatten die Zionisten in intensivster Weise den Kampf vorbereitet. Versammlung auf Versammlung folgte, und wenn es auch nur langsam und allmählich gelang, die Indifferenz der Wählerschaft zu brechen, so steigerte sich zum Schlüsse die Kampflust zur höchsten Erregung. Es wurde fieberhaft gearbeitet! Alle Mitglieder des zu einem Zentralwahlkomitee erweiterten D. K., in erster Linie die Herren Dr. J. Margulies und Dr. Paul Weisengrün, alle studentischen Korporationen, sowie die Poale-Zionisten zeichneten sich in gleicher Weise aus. Das Resultat ist auch ein überaus glänzendes. Der Präsident der Kultusgemeinde, Dr. Alfred Stern, hatte im ganzen 50 Stimmen über die absolute Majorität. Abgegeben wurden 4 421 Stimmen. Der Präsident des zionistischen österreichischen L. K., Herr Dr. J. Schalit, sowie Herr Bankier Brecher (der seinerzeit an der Gründung der Kolonialbank lebhaften Anteil genommen hatte) kommen in eine aussichtsvolle Stichwahl. Sie erhielten 1900 Stimmen. Wenn man bedenkt, daß gegen die Zionisten die höchsten Schichten mit dem Aufgebote ihrer ganzen wirtschaftlichen Kraft und ihrer persönlichen Beziehungen kämpften, wenn man die große Zahl der bezahlten Agitatoren, die ungeheuren Geldopfer der gegnerischen Partei in Betracht zieht, so muß das Resultat geradezu überraschen. Der Erfolg ist um so höher einzuschätzen, als die Zionisten fast isoliert dastanden und auch ein Teil der Orthodoxen und chassidischen Kreise aus Gründen, die hier nicht erörtert werden sollen, der offiziellen Partei sich verschrieben hatten. Starr vor Bewunderung standen die Gegner da! Die Herren der Seitenstettengasse sind konsterniert. Es war ein großer Tag für den Zionismus, der mit einem Schlage alle verlorenen Positionen wieder gewonnen hat. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß mit dem heutigen Tage der Zionismus in Wien eine Macht geworden ist. Oberschlesischer Zionistentag am 30. Dez. 1906 in Beuten 0.=$chl. Am 30. Dezember 1906 findet in Beuten O.-Schl. ein oberschlesischer, Zionistentag statt, zu dem alle Zionisten und Freunde der zionistischen Bewegung herzlichst eingeladen sind. Programm: I. U3U Uhr. Begrüßung und gemeinschaftliche Mittagstafel (Kuvert ohne Getränk 2 Mk., Wein: Palästinaweine.) Hotel „Deutsches Haus". Anmeldungen bis zum 27. XII. 1906 er, an Herrn Oberkantor Le Beer (Beuten O.-Schl.). II. 21/4 Uhr. Interne Sitzung. 1. Referat und Korreferat über über zionistische Innenarbeit in Oberschlesien. Referenten: Herr Josef Loewy, Herr Dr. Stahl. 2. Diskussion. III. 4V4 Uhr. Öffentliche Sitzung: 1. Referat des Herrn Dr. Elias Auerbach über den Stand der zionistischen Bewegung. 2. Diskussion. (Eintritt frei für jedermann.) IV. 8V2 Uhr. Großer öffentlicher Vortrag des Herrn Dr. Heinrich Löwe: „Judennot und Judenwanderung". Hierauf Diskussion. (Eintritt 30 Pfg.) Sitzungen und öffentlicher Vortrag finden im großen Saale des Theaterurd Konzerthauses statt. I. A. des oberschlesischen Ortsgruppenverbandes: Dr. Hermann Stahl] Tarnowitz O.-Schl. Österreich Kolin. Jüdischer Volksverein „Zion". Sonntag, am 18. d/M., fand unter überaus zahlreicher Beteiligung im Wintergarten des Grand-Hotels ein Vortragsabend statt, zu welchem Herr Architekt k. k. Baurat Oskar Marmorek aus Wien sein Erscheinen zusagte, der aber leider durch plötzliches Unwohlsein verhindert war zu kommen. Für den verhinderten Redner sprang nun Herr Dozent Dr. Arthur Mahl er aus Prag ein. Dr. Mahler sprach eine volle Stunde und fesselte durch seinen gediegenen Vortrag über Ziel und Wesen des Zionismus, worin er alle Einwände gegen den Zionismus sachlich zu entkräftigen wußte. Sein Vortrag erntete großen Beifall der Versammlung. Die darauf folgende Debatte war sehr lebhaft. Radautz. Verein „Dorsche Zion". Bei der am 25. v. M. stattgefundenen Vollversammlung und der am 27. v. M. erfolgten Konstituierung wurden nachstehende Herren in den Ausschuß gewählt: Dr. Bierer zum Obmann, Dr. Engel zum Obmann-Stellververtreter, Oskar Lieben zum 1., Ch. Schärf zum 2. Schriftführer, Berl Lehrer zum Kassier, stud. jur. M. Rath zum Bibliothekar, Baruch Friedländer zum Haus- und Zeitungsverweser. Ohne Funktion blieben die Herren Dr. Luttinger, F. Rachmut, stud. jur. S. Lecker,

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