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Die Welt · 1906-11-30 · 48 (30.11.1906) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
48 (30.11.1906)
Date
1906-11-30
Page
– (sequence 12)
Language
German
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14 DIE^^ELT No. 48 o o o o o o o o o o o o isj AUS DER BEWEGUNG o o o o o o o o o o o o Palästina-Industrie-Syndikat G. m. b. H« Berlin, im November 1906. Uhlandstraße 175. Gelegentlich der Veröffentlichung der nachfolgenden Beitrittsein Iadimg zum Palästina-Industrie-Syndykat sei besonders darauf aufmerksam gemacht, daß das vorbereitende Komitee bei Gründung des in Rede stehenden Syndikats hauptsächlich von dem Gedanken ausgeht, durch Einführung reingeschäftlicher Unternehmungen im nahen Orient den fast überall boykottierten jüdischen Arbeiterin assen lohnende Arbeitsgelegenheit zu verschaffen. Es dürfte wohl noch nicht allgemein bekannt sein, daß, trotzdem der nahe Orient von seinem tausendjährigen Schlaf erst jetzt wieder zu erwachen beginnt, sich schon heute daselbst für kapitalkräftige, unternehmungslustige Kaufleute zahlreiche Gelegenheiten zur gewinnbringenden Anlegung ihres Kapitals durch Beteiligung an industriellen und landwirtschaftlichen Unternehmungen darbieten. Eine gute Illustration des wirtschaftlichen Voranschreitens des vorderen Orients bietet die Palästina benachbarte Hafenstadt Beirut, deren Bevölkerung im Jahre 1885 ....... 100 000 Seelen zählte und „ „ 1896 schon .... 140000 „ betrug, deren Export sich im Jahre 1901 auf..... 540 915 £ belief und „ „ 1905 die Höhe von 924 600 „ erreichte. Dies ist im wesentlichen eine Folge der Verbesserung der Verkehrsmittel durch den Bau von Eisenbahnen und Fahrstraßen, welche Entwicklung im Libanongebiet schon vor zwanzig Jahren begann und die jetzt auch in Palästina kräftig fortzuschreiten anfängt. Auch muß man gerechterweise hervorheben, daß, während die gewerbetreibenden Juden in den großen Ghettoländern, wie Rußland (selbst im Ansiedlungsrayon) und Rumänien, noch immer mit verschiedenen hemmenden gesetzlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, in dem sonst noch mancher Reform bedürftigen Orient die jüdischen Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker, Arbeiter etc., selbst wenn sie keine türkischen Untertanen sind, ihrem Berufe ruhig nachgehen können, ohne irgendwelchen gesetzlichen Verfolgungen oder Ausnahmegesetzen ausgesetzt zu sein. Wir glauben daher mit Recht behaupten zu dürfen, daß unter den gegebenen Umständen es die Pflicht der kapitalkräftigen Juden aller Länder ist, sich am Palästinaindustriesyndikat sowie seinen Gründungen mit ihrem Kapital zu beteiligen. BEITRITTS-EINLADUNG Berlin, im November 1906. V/. 15, Uhlandstraße 175. Ew. Hochwohlgeboren erlauben wir uns hierdurch die Mitteilung zu machen, daß das unterzeichnete Komitee die Gründung eines Industriesyndikats für Palästina und die Nachbarländer vorbereitet unter der Firma: Palästina-Industriesyndikat G. in. b. H. Zweck. Das Syndikat bezweckt die Vorbereitung, Einführung und Finanzierung von industriellen und anderen wirtschaftlichen Unternehmungen in Palästina und den Nachbarländern. Arbeitsplan. Es wird sowohl aus eigner Initiative versuchen, jüdische Kapitalisten zu chancenreich erscheinenden Unternehmungen heranzuziehen, als auch im Auftrage und für Rechnung dritter die nötigen Vorarbeiten zur Gründung von Unternehmungen leisten. Seine Tätigkeit wird demnach bestehen in: 1. Feststellung der wirtschaftlichen Verhältnisse und geschäftlichen Chancen durch Einholen von fachmännischen Gutachten. 2. Erwerbung von Konzessionen und Terrains sowie Abschluß von Optionsverträgen. 3. Ausarbeitung von Projekten, Kosten- und Rentabilitätsanschlägen. 4. Finanzierung der zu gründenden Unternehmungen. Das Syndikat wird sich seine Auslagen und Spesen unter Aufschlag eines entsprechenden Gewinnes teils in bar, teils in Anteilen der neuen Unternehmungen zurückerstatten lassen. Eine weitere finanzielle Unterstützung der neu gegründeten Unternehmungen soll nur ausnahmsweise und dann nur gegen genügende Sicherheiten gewährt werden. Projekte. Das Syndikat wird zunächst nur solche Projekte bearbeiten, deren schnelle Verwirklichung wahrscheinlich ist. Es liegen uns schon Angebote verschiedener Fachleute vor, die in den betreffenden Unternehmungen mitarbeiten und sich an ihnen auch mit eigenem Kapital beteiligen wollen. Kapital. Das Grundkapital des Syndikats ist vorläufig auf Mark 100 000 (hunderttausend) in Stammanteilen von mindestens Mark 1000 (tausend) festgesetzt. Zirka fünfzigtausend Mark sind bisher schon gezeichnet"), auch hat die Anglo Palestine Co. durch ihre Filialen in Palästina und Syrien uns ihre bereitwillige Unterstützung zugesagt. Der Sitz der Gesellschaft wird Berlin sein; als ehrenamtliche Geschäftsführer sind zwei erfahrene Kaufleutc in angesehener sozialer Stellung in Aussicht genommen, während als Vertreter des Syndikats in Palästina ein mit langjähriger kaufmännischer Praxis ausgerüsteter Nationalökonom, der gleichzeitig Jurist ist, ausersehen ist. Als Bankstellen notieren wir die Jüdische Kolonialbank, London, sowie die Bankfirma A. H, Heymann & Co., Berlin NW. 7, Unter den Linden 59. Beitrittsanmeldungen wolle man an den Endesunterzeichneten senden. Wir haben wiederholt Gelegenheit gehabt, das Reüssieren derartiger Syndikate in überseeischen Ländern zu verfolgen. Im Orien: haben besonders belgische und französische Syndikate sehr be deutende Unternehmungen (Hafenbauten, Eisenbahnen, Versorgung von Städten mit Licht und Wasser, Fabriken etc.) auf diese Weise in die Wege geleitet. Wir sind überzeugt, daß ähnliche Bestrebünger in unserer Interessensphäre Palästina bei vorsichtiger Geschäftsführung gleichfalls Erfolg haben werden. Wir hoffen, daß auch Ew.. Hochwohlgeboren die Gelegenheit nicht versäumen werden, sich an einem Unternehmen zu beteiligen, das geeignet erscheint, jüdische Interessen in Palästina aufs wesentlichste zu fördern, und daneben nicht unerhebliche geschäftliche Chancen bietet. Zu weiteren Auskünften sowie zur Übersendung der Programme des Syndikats ist die Kommission zur. Erforschung Palästinas. Berlin W. 15, Uhlandstraße 175, gern bereit. Mit ausgezeichneter Hochachtung Im Auftrage des vorbereitenden Komitees des Palästina-Industriesyndikats G. m. b. H.: gez. Prof. Dr. O. War bürg, Vorsitzender der Palästinakommission, _ Berlin W. 15, Uhlandstraße 175/ *) In der Stadt Irkutsk in Sibirien sind zirka 10 Anteile gezeichnet worden-

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