Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 47 (23.11.1906)
- Date
- 1906-11-23
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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16 i k m r[ :fjf DIEÄELT No. 47 it : vi 4 '1*?4 Ii:: * *v .& r! C'.r 1 fe* ir » **: * Zaleszczyki. Am 24. Oktober fand im jüdisch-nationalen Verein „Zion" zu Zaleszczyki die ordentliche Generalversammlung statt. In den Ausschuß wurden folgende Herren gewählt: Obmann A. L. Lagstein; Vizeobmann D. Harnik; Kassier M. Rothkopf; Schriftführer der Landessprache Ch. Seidmann; hebr. Schriftführer J. Drimer; Bibliothekar L. Krampf; ohne Funktion M. Epstein, B. Kuhdorf, L. Lindner, E. Glaser, J. Groß und S. Boral. In den Ersatz: S. Lagstein, E. Rosenstock (Ökonom), Ch. Seifert, J. Kramer und H. Fischer. Nach od. Den Bemühungen des Rabbiners von, Nachod, Dr. G. Sicher, ist es gelungen, daselbst einen zionistischen Verein, der den Namen „Jüdischer Volksverein" trägt, zu begründen. Dem Verein ist fast der gesamte Gemeindevorstand beigetreten. In den Ausschuß wurden gewählt: Ludwig Fanta, Präses; Edmund Pick, I. Vizepräses; Hugo Sornmeroitz, II. Vizepräses; Josef Wilhelm, Kassier; Ernst Löwith, II. Kassier; Hermann Klein, I. Schriftführer; Karl Kraus, IL Schriftführer. Komotau. Am 17. November fand die konstituierende Versammlung des jüdischen Volksvereins „Theodor Herzl" für das Vereinsjahr 1°06 7 statt. Wahlergebnis: Obmann: Dr. Hermann Hirsch, Obmann-Stellvertreter: Max Pick, Schriftführer: Otto König, Kassierer: Willy Komisch, Nationalfondskornmissär: J. U. C. Oskar König, dessen Stellvertreter: Albert Neuschul. Den nächsten Vortrag hält Dr. Emil Krakauer über: „Die Juden als Faktor in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit." Die Veranstaltung einer großen Makkabäerfeier wurde beschlossen, für den Nationalfonds wurde gesammelt. Marienbad, im Oktober. — Nunmehr sind auch die letzten Saisonklänge verrauscht und so dürfte ein Rückblick auf die „Familienabende", welche von zionistischer Seite angeregt, unter dem Vorsitze unseres verehrten Rabbiners Dr. Ph. Goldberger stattgefunden haben, am Platze sein. Dieselben waren ebenso inhaltswie abwechslungsreich. Über die Herzl-Jahrzeitfeier am 12. Juli, "bei welcher Rabbiner Dr. Goldberger die geistvolle Gedenkrede hielt, sowie über die große Protestversammlung „Bjelostok" unter der Leitung desselben, haben wir seinerzeit berichtet. Die Familienabende, an welchen ungezwungene Aussprachen über alle mit dem Zionismus zusammenhängenden Fragen — und welche hingen nicht mit ihm zusammen?! — mit einzelnen größeren Vorträgen und anschließender Diskussion wechselten, brachten interessante Ausführungen der verschiedensten Standpunkte und Ansichten, aber auch dank der objektiven und zugleich taktvoll-energischen Leitung des Vorsitzenden manche Klärung und Belehrung. Von den Vortragenden seien genannt: Bernstein-Petersburg, S. B.Mintz-Warschau, Redakteur und Herausgeber des „Egyenlöseg", Szabolcsi-Budapest (Palästinareise),Dr. Weisengrün-Wien, Brainin-Berlin, Dr.Niemerower- Jassy, Nissenbaum-Warschau. Auch für den Landerwerb in Palästina wurde durch die Bemühungen des Frls. Charlotte Wittlin und Salomea Bombach aus Lemberg ein namhafter Betrag dem Nationalfonds zugeführt. Es verdient anerkennend hervorgehoben zu werden, daß ein großer Teil unserer Brüder, die vielfach mit ihren Familien die Abende besuchten, neben der Sorge für das körperliche Wohl, das doch hier im Vordergründe steht, nicht der Allgemeinheit vergißt. Dasselbe kann auch von dem Besuche in der Synagoge konstatiert werden, welche besonders an den Predigtsabbaten eine Fülle von Besuchern aus allen Ländern aufweist, die mit reger Teilnahme den begeisterten und begeisternden Worten der gehaltvollen und zugleich populären Predigten des bewährten Redners, Rabbiner Dr. Goldberger, lauschen, der es versteht, auch zur rechten Zeit ein kräftiges Wort zu sprechen. Die Erneuerung des Vorstandes, die vor den Feiertagen vollzogen wurde, hat folgende Amtsverteilung ergeben: Jur. Dr. Josef Steiner, Advokat und Hausbesitzer, Vorsteher; Dr. Max Horowitz, BadearztundHausbesitzer,Vorsteher-Stellvertreter; PininusSchneider, Kaufmann und Hausbesitzer, Kassier; Ignaz Engl, Kaufmann und Hausbesitzer, Schriftführer; Moritz Duschenes, Privatier und Hausbesitzer, Tempelvorsteher; Siegfried Fischl, Hausbesitzer, Friedhofsangelegenheiten; Franz Beck, Kaufmann, Armenvater; Emil Baruch, Hotelier und Stadtverordneter, ohne Referat. — Die vorhandene Arbeitslust läßt erwarten, daß die Gemeinde, wie bisher, auch weiter sich gedeihlich entwickle.---- St. Czernowitz. Die akad. Verbindung „Hasmonaea" veranstaltet am Samstag den 1. Dezember im Garten-Pavillon des Rumän. Nationalhauses (Gottliebs Restaurant) den Eröffnungs-Festabend ihres XXXI. Semesters. Ungarn Budapest Die Zionisten-Tischgesellschaft der Universitätsjugend hielt am 14. d. eine Vorlesesitzung, in welcher als erster Armin Bokor einen beifällig aufgenommenen Vortrag hielt. Nach ihm sprach der Universitätshörer Andor Winkler, der sich mit den Angriffen befaßte, denen die Anhänger des Zionismus ausgesetzt sind. Der Vortrag, an den sich eine lebhafte Diskussion anschloß, wurde stürmisch akklamiert.! Belgien Zeire Zion-Antwerpen. Der erste Vortragsabend der Wintersaison fand am Sonnabend den 27. Oktober im Saale „des Mille Colohnes" statt. Er bestand aus „Vorlesungen aus der Jargoniiteratur" durch Herrn H. Grünau-Grünzweig, der die Lektüre mit einer literarischen Besprechung einleitete. Die treffliche Auswahl fyon Skizzen aus der Feder Spektors, Perez' und Brandes lernte 4ans jene Schar begabter Jargonschriftsteller kennen, die in der verachteten Sprache der jüdischen Volksmasse wertvolle Werke schufen, Jener feinfühligen Psychologen und Maler des jüdischen Lebens, in deren humorvollen Schilderungen, von jüdischem Weh durchhaucht, eine jüdische Träne zittert. Ein herzliches Dankwort des Vorsitzenden beschloß den interessanten Abend. r Auf der letzten Delegiertenkonferenz der Belgischen ZionistenfFöderation wurde bekanntlich von allen Antwerpener Zionsvereinen der Beschluß gefaßt, ihre Tätigkeit für die nächste Wintersaison dergestalt zu konzentrieren, daß von ihnen gemeinschaftlich jede Woche eine zionistische Zusammenkunft veranstaltet werden soll. In Ausführung dieses Beschlusses wurde im Namen sämtlicher "Vereine den Mitgliedern bekannt gegeben, daß, vom 1. November "angefangen, an jedem Donnerstagabend im kleinen Saale der „Harmonie" ein Vortrags- und Diskussionsabend stattfinden soll. Da bereits mehrere bedeutende Konteren ziers ihre Mitwirkung zugesagt haben, dürften sich diese regelmäßigen Donnerstagsver Sammlungen recht interessant gestalten und sich eines großen Zu Spruchs erfreuen. An diesen Abenden sollen Themata aus allen Gebieten, in erster Reihe aber die das moderne Judentum interessierenden Fragen besprochen und erläutert werden, und außerdem soll jeder Vortragsabend von einer Vorlesung aus der jüdischen Literatur begleitet sein. Am 1. November wurde die Reihe dieser Donnerstagsversammlungen durch einen Vortrag des Herrn Grünau- Grünzweig über „die praktische Arbeit in Palästina" eröffnet. De; zahlreiche Besuch sowohl als auch der interessante Verlauf diese- Abends läßt auf das Gelingen dieser Zusammenkünfte schließen. Da sich die zionistische Bewegung in Belgien immer mehr ausbreitet, hat sich die Notwendigkeit ergeben, den bereits bestehenden zionistischen Kommissionen eine neue hinzuzufügen nämlich eine „Propaganda-Kommission", deren Zweck es ist, siel mit allen Fragen der zionistischen Propaganda zu beschäftigen Diese Kommission wurde" am 24. Oktober unter Vorsitz des L. C gegründet und besteht außer den Mitgliedern des L. C. aus de! Herren: Karlin, Finkelstein, D. Weinberg, A. Kohn, Merlände' Menke, Salti, Bloch, 0. Fischer, L. Fischer, H. Kleinberg, M. To' kowsky, R. Cohn, Lorie, I. Tolkowsky. Wir versprechen uns von der Tätigkeit dieser Propaganda Kommission viel Erfolg. Schweiz Basel, (s.r.) In 2 Sitzungen erledigte die zionistischeVereinigun Basel ihre Jahresgeschäfte. Dem Bericht der Kommission über d: abgelaufene Vereinsjahr ist folgendes zu entnehmen: „Die heurig Generalversammlung ist die zehnte seit dem Bestehen des BasU Zionistenvereins. Sie könnte deshalb als 10. Geburtstag wohl Aj spruch auf eine besondere Feier machen. - Indessen wird sich i; Laufe des Jubiläumsjahres Gelegenheit finden,' ein Stiftungsfest z feiern, bei welchem Anlaß der Werdegang des Vereins eine ein gehende Schilderung erhalten wird." — Zwei ungünstige Umstänc wirkten schon bei der Übernahme der Geschäftsleitung des Vereii in diesem Jahre mit. Einerseits war es. der verspätete Beginn dt .Vereinsjahres, so daß erst mit. Beginn des Jahres 1906 die eigei liehe Tätigkeit entfaltet werden konnte, anderseits muß die unvo teilhafte Zusammensetzung der Kommission — alle ihre Mitglieds gehörten dem Kaufmannsstande an — als Hemmschuh für eii tüchtige Arbeitsleistung angesehen werden. Die Vereinsgeschäl wurden in 21 Kommissionssitzungen erledigt. Zunächst ließ es sie die Kommission angelegen sein, eine Bereinigung der Mitgliederiis vorzunehmen und fühlte sich bei diesem Anlaß genötigt, mit etw;. weniger Nachsicht diejenigen Mitglieder von der Liste zu streiche die mit ihren Beiträgen im Rückstände waren. So kommt es auc daß in diesem Jahre von einem Zuwachs von Mitgliedern —- d-- allerdings auch in früheren Jahren nur ein papierener war — nic: zu berichten ist. Der Verein besteht aus 160 Aktivmitgliedern geg- 167 im Vorjahre und wie letzthin aus 7 Freimitgliedern bei 13 Ne aufnahmen und 5 Austritten. — Vorträge wurden im ganzen sieb ■> gehalten. Es wurden dabei folgende Thema behandelt: 1. Siebter Zi nistenkongreß; 2. Zionismus und Territorialismus; 3. Die jüdisch Wahlkurie in Osterreich; 4. Makkabäer-Festrede; 5. Morris Rosenfen 6. Zionistische Tagesfragen der Brüsseler Konferenz. Über d