Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 47 (23.11.1906)
- Date
- 1906-11-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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in die Wege geleitet. Wir sind überzeugt, daß ähnliche Bestrebungen in unserer Interessensphäre Palästina bei vorsichtiger Geschäftsführung gleichfalls Erfolg haben werden. Wir hoffen, daß auch Ew. Hochwohlgeboren die Gelegenheit nicht versäumen werden, sich an einem Unternehmen zu beteiligen, das geeignet erscheint, jüdische Interessen in Palästina aufs wesentlichste zu fördern, und daneben nicht unerhebliche geschäftliche Chancen bietet. Zu weiteren Auskünften sowie zur Übersendung der Programme des Syndikats ist die Kommission zur Erforschung Palästinas, Berlin W. 15, Uhlandstraße 175, gern bereit. Mit ausgezeichneter Hochachtung Im Auftrage des vorbereitenden Komitees des Palästina-Industriesyndikats G. m. b. H.: gez. Prof. Dr. O. War bürg, Vorsitzender der Palästinakommission. Berlin W. 15, Uhlandstraße 175. :======^ OOOOOOOjJ (T=- o o o o o o o )) AUS DER BEWEGUNG f o o o o o o o |oooo Der Weltschekeltag Die Föderationen in der ganzen Welt haben energisch mit den Vorarbeiten für die Weltscb ekel tage begonnen. In Deutschland haben die Distriktkomitees die Arbeit in die Hand genommen. Das Berliner sowie das Straßburger Distriktkomitee haben in ihren Distrikten Vortragstournees vorbereitet. Da die Schekeltage sich auf die ganze Chanukahwoche erstrecken, ist es möglich, durch Engagement eines Wanderredners einen ganzen Distrikt während der einen Schekelwoche bearbeiten zu lassen. In Amerika ist eine ausgedehnte Zeitungs- und Broschürenagitation geplant. Die russische Landsmannschaft hat wiederum Flugblätter in drei Sprachen — russisch, jüdisch und hebräisch — herausgegeben, die sich wie immer durch eine besonders glückliche Redigierung und eindrucksvolle Wärme des Tones auszeichnen. Die noch nachi räglich eingelaufenen und immer noch einlaufenden "ückständigen Schekel aus dem vorigen Jahre werden 'ortlaufend an das Aktionskomitee abgeführt. Die rumänische Föderation hat ein Manifest in ler Landessprache im ganzen Lande verbreitet. Dieses Manifest wird außerdem einer Menge rumänischer Leitungen beigelegt werden. Im Dezember werden die rumänischen Zionisten .inen Delegiertentag abhalten. Deutschland Berlin. Herr N. Sokolow sprach in Dräsels Festsälen vor einem tausendköpfigen Publikum über „Das Erwachen des jüdischen leistes im Osten". Die Juden — führte , er aus — haben als ein Volk des Buches" in der Lehre nach dem Verluste Palästinas ihre geistige Heimat wiedergefunden, während sie der politischen noch entbehrten.' Sie sind die typischen Vertreter des Intellektualismus. )er ihnen mit ihren arabischen Stammesbrüdern gemeinsam ererbte ieist des Prophetentums machte die Juden zu Propagatoren jeder neuen Idee, soweit sie im Kern dem jüdischen Wesen entsprach. Meute macht sich in den großen Massen der östlichen Judenheit das Bestreben geltend, nicht nur die modernen' allgemein-menschlichen Ideen zu popularisieren, sondern eine eigene nationale Kultur wieder zu schaffen. Die Wiederbelebung der hebräischen Sprache allein genügt nicht zur Erreichung dieses Zieles. Auch die Wiederbesiedelung des Orients und besonders Palästinas durch Juden erzeugt allein noch keine neujüdische Kultur, obwohl sie als Rahmen für dieselbe unentbehrlich ist. Die Nachkommen der spanischen •luden im Orient sind geistig nicht produktiv; auch die Schulen der Alliance haben keine spezifisch jüdische Kultur erzeugt. Die Renaissance des jüdischen Volkes wird nicht im russischen, sondern im asiatischen Osten erfolgen, aber erst, wenn nationale Kulturiiistitute, wie Bibliotheken, Museen, Theater, dort entstehen. Zu diesem Werke sind heute schon alle Vorbedingungen gegeben. Die ebenso temperamentvollen wie 'formvollendeten Ausführungen des gefeierten Publizisten erweckten rauschenden Beifall. Nach einer Pause, in der eifrig Schekel gesammelt und gegeben wurden, hielt! lerr Dr. Heinrich Loewe ein begeisterndes Schlußwort. Das in der Versammlung anwesende Mitglied der ersten Duma, Herr Dr. Katzenelson, wurde von der Versammlung lebhaft begrüßt. Berlin. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat allen Ortsgruppen und Vertrauensmännern ein Rundschreiben zugesandt, in dem sie alle Zionisten zu Spenden für den Herzl- Wald auffordert. Das Rundschreiben hebt die ideellen und materiellen Vorteile des schon lange gehegten Planes, Dr. Herzl auf diese Weise ein Nationaldenkmal in Palästina zu setzen, hervor und spricht den Wunsch aus, daß insbesondere die Makkabäerfeiern zu Sammlungen für diesen Zweck benutzt werden. Wir hoffen, daß die übrigen Landesorganisationen diesem Beispiele folgen werden. Berlin. Die Verbindung im K. Z. V. Hasmonaea leitete ihr neues Semester mit einem sehr stark besuchten Antrittsabend am 10. November im Saale des „König von Portugal" ein. Die Tendenzrede hielt Bbr. cand. jur. Kaiper. Nach Verlesen der zahlreich eingelaufenen Begrüßungstelegramme von auswärtigen Bundesbrüdern und der Kartellverbindung „Jordania", München, überbrachten die Vertreter der befreundeten Korporationen, sowie anderer jüdischen Vereine ihre Glückwünsche für das kommende Semester. Von den zahlreichen Reden sei besonders die des A. H. Dr. Klee hervorgehoben, der die Hasmonaea zu ihrem Wachstum beglückwünschte. Es meldeten sich einige neue Aktive. Die Chargenwahlen für das Wintersemester 1906/07 ergaben folgendes Resultat: cand. cam. Richard Lichtheim X, cand. cam. Ludwig Wassermann XX, stud. jur. Hans Levy XXX. Die Hauptarbeit besteht wieder in der wissenschaftlichen Ausbildung der neuen Mitglieder, die in den Händen von Bundesbruder Brünn ruht. Jede Woche finden öffentliche Vorträge zionistischen und geschichtlichen Inhalts statt. Es haben bereits mehrere Redner Referate zugesagt. Nächsten Donnerstag referiert A. H. Dr. A. Hantke über „Die Lage im Zionismus". München. Der „Verein Jüdischer Studenten" feierte am Sonnabend den 10. November seinen Semester-Antrittsabend. Der zahlreiche Besuch bewies wieder einmal, einer wie großen Beliebtheit sich der V. J. St. sowohl bei der hiesigen jüdischen Studentenschaft wie bei der Bürgerschaft erfreut. Vertreter der Verbindung im K. Z. V. „Jordania", der „Vereinigung Jüdischer Akademiker (im B. J. A.)", der Zionistischen Ortsgruppe, des „Vereins für Statistik der Juden" brachten dem V. J. St. ihren Glückwunsch dar. Eine besondere Freude war es uns, daß auch Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu uns sein Wohlwollen in warmen Worten bewies. Der Abend nahm einen würdigen Verlauf und erst nach Mitternacht trennten sich die Teilnehmer. — Zuschriften an den V. J. St. sind zu richten an: Henry Unna, München, Rothmundstr. 6Wr- Österreich Wien. „Esperanza", Sociedad academica de los judios espailoles. Ergebnis der Wahlen für das XVI. Semester: techn. Marcel Nachmann, Präses; pharm. Jacob Alkalay, Vizepräses; med. Josef Pinto, I. Sekretär; jur. Jacob Kajou, II. Sekretär; med. Alfandarey Rafael, Kassier; med. Isak Izahar, Bibliothekar. Wien. Theologischer Verein der Hörer an der israelitischen theologischen Lehranstalt. Ergebnis der Ausschußwahlen: Dr. Isak Alkalay, Präsisent; Levi Freund, Vizepräsident; Gustav Kohn, I. Schriftführer; Michael Halberstamm, II. Schriftführer; Harry Torczyner, Kassier; Avram Zifrinowitsch, J. N. F.-Kommissär. Brünn. Anläßlich des 60. Geburtstages unseres Gesinnungsgenossen, des berühmten Komponisten Ignaz Brüll, wurde im Brünner Stadttheater seine Oper „Das goldene Kreuz" aufgeführt. Viele Zionisten hatten sich im Theater eingefunden und brachten dem Komponisten stürmische Ovationen dar. Namentlich beteiligten sich an der Huldigung die zionistischen Handelsakademiker, welche auch Herrn Brüll auf offener Szene einen Lorbeerkranz mit weißblauer Schleife überreichen ließen. Der Komponist war über die Huldigung sehr erfreut.